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Viel Salz und KalorienVegane Burger sind nicht unbedingt gesünder

Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat elf vegane Fertigburger unter die Lupe genommen und mit Fleischvarianten verglichen.

© Fischer Food Design/stock.adobe.com (Christian Fischer)
 

Vegan ist gesund - diese Gleichung gilt zumindest laut Arbeiterkammer Oberösterreich nicht unbedingt für fertige, fleischlose Burger. Die Konsumentenschützer haben elf Produkte näher angeschaut und mit der Fleischvariante verglichen. Das Ergebnis: Fünf pflanzliche Burger haben einen sehr hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, vier enthalten zu viel Salz. Außerdem sind sie teuer.

Bei neun Test-Produkten wurde laut den Konsumentenschützern mit Methylcellulose nachgeholfen, damit die Zutaten zusammenhalten und eine fleischähnliche Konsistenz erreicht wird. Dieser Zusatz "ist auch Hauptbestandteil vieler Tapetenkleister. In Bioprodukten ist der Einsatz dieses Gel bildenden Zusatzstoffes nicht zulässig", hieß es in einer Aussendung der AK OÖ am Mittwoch.

Veggie-Burger versus Fleisch-Burger

Viel Salz, viele Kalorien

Mehr als der Hälfte der analysierten, pflanzlichen Burger waren auch Aromen zugesetzt. Bei drei Erzeugnissen wurde für einen fleischig-herzhaften Geschmack mit Hefe bzw. Hefeextrakt nachgeholfen, das von Natur aus Glutamat enthält, so die Analyse.

Im direkten Vergleich mit Faschiertem zeigte sich weiters, dass die pflanzlichen Patties nicht unweigerlich weniger Kalorien haben. Manche der Test-Produkte besaßen genauso viele oder sogar mehr Kalorien. Beim Eiweißgehalt konnten nicht alle mit Fleisch mithalten, allerdings besaßen die Veggies einen höheren Ballaststoffanteil.

Teurer, aber bessere Ökobilanz

Generell haben sie aber ihren Preis. Im Durchschnitt kosten jene Burger knapp zwei Euro pro 100 Gramm. Die Variante mit Fleisch im Schnitt 1,24 Euro.

Bei der Ökobilanz punktet die fleischlose Alternative jedoch: Wird etwa bei der Produktion eines 200 Gramm Rindfleischburgers rund 2,5 kg CO2 verursacht, sind es bei der pflanzlichen Variante aus Bohnen oder Erbsen nur rund 0,16 kg CO2, so die AK weiter. Auch sei der Flächen- und Wasserverbrauch um ein Vielfaches geringer. Zudem ist der Fleischersatz grundsätzlich gentechnikfrei.

Kommentare (2)

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gernot1973
12
21
Lesenswert?

Es geht um viel mehr...

.... als um Preis und Inhalt. Vielmehr geht es auch um Ethik den Tieren gegenüber. Um deren Ausbeutung und der nicht artgerechten Haltung. Allein der günstigere Preis des Fleischburgers zeigt schon, wie falsch es mittlerweile läuft. Das wird nur nicht thematisiert, da man ja seine Komfortzone verlassen müsste und sich mal wirklich mit Ernährung beschäftigen anstatt mit Handy und Co. Gute vegane Ernährung braucht keine Fertigprodukte und bedeutet auch keinen Verzicht - im Gegenteil... Leider verhindert die starke Fleischlobby und der gedankenlose Herdentrieb der heutigen Gesellschaft objektive Berichterstattung in den Medien bzw. eine Auseinandersetzung mit diesem Thema. Geld stinkt nicht... und Hirn kann man nicht kaufen ;)

birgit001
6
17
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Toller Kommentar!

Vielen Dank für dieses Statement, kann ich absolut so unterschreiben! Gott sei Dank beginnen die Menschen langsam damit, sich etwas mehr mit ihrer Ernährung und dem Ursprung der zu sich genommenen Lebensmittel auseinander zu setzen!