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Wird es ansteckender?Virologe Andreas Bergthaler: Wie Mutationen das Coronavirus verändern

Das Coronavirus mutiert - aber was bedeutet das? Virologe Andreas Bergthaler ist Mutationen auf der Spur: Warum diese das Coronavirus nicht unbedingt gefährlicher machen, aber Zeitreisen ermöglichen.

Das Coronavirus mutiert - aber was bedeutet das?
Das Coronavirus mutiert - aber was bedeutet das? © (c) creativeneko - stock.adobe.com
 

Herr Bergthaler, Sie analysieren die Genome der Coronaviren in Österreich – warum?

Andreas Bergthaler: Wir verfolgen damit zwei Ziele: Wir versuchen einerseits zu verstehen, wie sich das Virus verändert, welche Mutationen es gibt und welche Folgen diese haben – das ist mit Blick auf die Entwicklung von Medikamenten oder Impfstoffen sehr relevant. Andererseits erlauben uns diese Mutationen auch einen Blick in die Vergangenheit: Wo kommt das Virus her? Wir können genetische Stammbäume bauen, die zurück nach Wuhan im Dezember letzten Jahres gehen. Wir versuchen zu verstehen, wie sich das Virus über die Zeit verändert – und dazu werden weltweit Unmengen an Daten generiert. Zurzeit haben wir weltweit schon 40.000 sequenzierte Virusgenome vorliegen, in Österreich sind es 600. So haben wir ein ganz gutes Bild davon, welche Arten des Coronavirus in Österreich zirkulieren.

Kommentare (11)

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zweigerl
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Das unsichtbare Virus

Gestern wurden als "Steirer des Tages" Kernphysiker ausgezeichnet wegen irgendeines neu entdeckten "Teilchens" - heute klassifiziert ein Virologe unter Aktennr. D614G irgendeinen neuen Virusstamm. Diese Forschungen im Bereich des nicht mehr klar Beobachtbaren sollten vielleicht besser ihre sauteuren Instrumente (CERN!) einpacken und die Menschheit auffordern, ein naturgemäßes Leben in der sichtbaren Wirklichkeitsdimension zu führen. Dort gibt es genug Probleme.

Mein Graz
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@zweigerl

Willst du mit deinem Posting sagen, dass sich die Forschung nur auf "Sichtbares" beschränken soll?
Also auch weiterhin Öl oder Kohle verbrennen statt Sonnenenergie oder Windkraft zu nutzen?
Keine Forschung gegen jedwede Art von Erkrankungen, die keine sichtbaren Symptome hinterlässt?

Hätten unsere Urahnen so gedacht, säßen wir vermutlich noch immer in Höhlen und müssten drauf warten, dass der Blitz wo einschlägt um ein Feuer zum Braten des Kleingetiers zu haben - denn Mammut könnten sie nicht jagen in Ermangelung der dazu nötigen Speere.

Sollte ich dein Posting falsch verstanden haben ersuche ich gleich mal um Entschuldigung - und um Erklärung, was du gemeint hast.

zweigerl
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@meingraz

Obwohl keineswegs naturwissenschaftlich gebildet, sagt mir mein Laienwissen, dass es Grenzen der Entdeckbarkeit gibt. Quasi "UNschärferelation". Mein Argument zielte aber darauf, eine höchst vage Ursachenforschung zu betreiben, statt sich auf Verhaltensänderungen zu einigen, die Probleme mit einem Schlag aus der Welt schaffen würden. So der Verzicht auf Verbrennungsmotoren für das unbeherrschbare Klimaproblem, so die Eindämmung eines mit unglaublichem Energieaufwand betriebenen globalen Massentourismus zur Verhinderung von Massenepidemien usw. usf. Zu entschuldigen gibt es nix, jeder bildet sich seine Meinung.

Mein Graz
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@zweigerl

Es liegt im Wesen der Forschung, dass die Grenzen des Erreichbaren ständig erweitert werden - sonst wäre die Forschung doch schon vor vielen Jahrhunderten am Ende angelangt. Warum sollte man jetzt damit aufhören, Neues zu suchen, nur weil man es mit freiem Auge nicht sehen kann?

Ursachenforschung ist doch die Grundlage, damit man zukünftige Entwicklungen abschätzen kann.
Für mich ist das ähnlich mit der Geschichte der Menschheit: weiß man nicht wo man her kommt, vergisst die Vergangenheit, ist schon die Gegenwart schwierig und die Zukunft noch unsicherer - denn aus der Vergangenheit lernt man.

Ein Virus kann man nicht nur durch Verhaltensänderung "besiegen", sondern auch mittels Forschung in die Schranken weisen.

zweigerl
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Virus contra Bakterien

Ich sehe einen kategorialen Unterschied zwischen Bakterien und Viren, Neuronen und Quarks/Higgs. Und ich sehe auch die negativen Folgen der menschlichen Explorationswut - bin aber jetzt froh, dass für meine in der nächsten Stunde anstehende "Koloskopie" die medizinische Wissenschaft Instrumente parat hat.

lieschenmueller
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in der nächsten Stunde

Alles Gute!

GordonKelz
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Ist hervorragend, dass sich Wissenschaftler..

..damit befassen ...was mich verunsichert sind die vielen " unwahrscheinlich, nicht unbedingt gefährlicher, wahrscheinlich,
Möglichkeit ,Anhaltspunkt, es könnte sein...
Man kommt offensichtlich nicht in dem Ausmaß weiter, dass man sich erhofft!
Gordon Kelz

romagnolo
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Bravo !

Endlich ein richtiger Experte. Klare unaufgeregte Antworten. Solche Menschen sollte man viel öfter hören.

scionescio
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@romagnolo:+1

... vermutlich arbeitet der auch mehr im Labor und muss sich nicht alle 14Tage was Neues ausdenken, damit er in der nächsten Talkshow wieder was Sensationelles erzählen kann.

Marmorkuchen1649
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Das sehe ich auch so. All diese Fakten...

werden aber auch von den meisten anderen Spezialisten so gesehen.

LUR
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wie romagnolo sagt

wäre wichtig.