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MedizinRezeptfreie Medikamente: Ein Viertel nicht empfehlenswert

Unabhängige Experten der Medizin, Pharmazie und Pharmakologie bewerteten für Stiftung Warentest rund 2000 rezeptfreie und 7000 verschreibungspflichtige Medikamente. Das Resultat: 500 von 2000 rezeptfreien Arzneimittel sind nicht empfehlenswert.

Medikamente unter der Lupe
9000 Medikamente unter der Lupe © (c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)
 

„Nur weil ein Arzneimittel in Deutschland zugelassen ist, muss es nicht empfehlenswert sein“, sagt Prof. Dr. Gerd Glaeske, Pharmazeut und unabhängiger Experte der Stiftung Warentest. Bei einer Untersuchung von Experten ergab sich, dass rund ein Viertel aller rezeptfreien Medikamenten keine gute Wahl sind - darunter auch bekannte wie Wick MediNait, Aspirin Complex oder Thomapyrin. Wirksamkeitsstudien der Hersteller liefen oft zu kurz. Glaeske meint, dass sich Nebenwirkungen, die häufig erst nach längerer Einnahme entstehen, so nicht erkennen lassen.

Schlechteste Bewertung

Wenn ein Medikament die schlechteste Bewertung bekommt bedeutet das, dass die Wirksamkeit nicht ausreichend belegt ist oder im Vergleich zu den Nebenwirkungen gering ist. Das ist zum Beispiel bei einigen Mitteln gegen Magen-Darm-Leiden, wie Abführkapseln mit Rizinusöl oder Kräuterlax mit Aloe bei Verstopfung, der Fall.

Keine Kombipräperate

Außerdem rät man vor Kombipräperaten mit mehreren Inhaltstoffen ab. Das Schmerzmittel Neuralgin, das Erkältungsmittel Grippostad C und das Halswehmittel Dorithricin sind bekannte Beispiele. Ein großes Problem ist auch, dass einige Mittel oft Koffein oder Alkohol enthalten, dadurch gewöhnen sich Patienten daran und erhöhen ihren Verbrauch. Weiters ergänzen sich die Wirkstoffe in Kombipräperaten oft nicht sinnvoll. Die Experten raten deshalb Einzelwirkstoffe seperat einzunehmen. Um Fieber und Schmerzen zu behandeln reicht Ibuprofen als Einzelwirkstoff, bei Schnupfen abschwellende Nasensprays und bei Halsschmerzen Emser-Pastillen.

Datenbank

Auf der Datenbank von Stiftungwarentest www.test.de/medikamente findet man gute Alternativen zu den ungeeigneten Arzneitmitteln und um 3,50 kann man ein Monat lang auf Bewertungen und Informationen für und über 9000 Medikamente zugreifen.