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HIVAids Hilfe fordert kostenlose Vorsorge für Risikopersonen

Die Zahlen der Neuinfektionen sind stabil, aber soziale Ausgrenzung noch immer ein Thema.

welt-Aids-Tag am 1. Dezember
Welt-Aids-Tag am 1. Dezember © Love the wind - Fotolia
 

Risikogruppen sollten die Präexpositionsprophylaxe (PrEP), die inzwischen auch in Österreich erhältlich ist, kostenlos bekommen: Das fordert die Aids Hilfe Wien (AHW). Es gebe dazu international bereits vergleichbare Beispiele, sagte AHW-Obmann Wolfgang Wilhelm anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember.

Das Thema HIV oder Aids befinde sich derzeit im Wandel, befand Wilhelm. Medizinisch seien die Fortschritte groß, es gebe aber auch neue Herausforderungen. Aktuell sei etwa zu überlegen, wie man mit der Prophylaxe umgehe. Anfangs habe diese - in Tablettenform angebotene - Behandlung noch rund 800 Euro im Monat gekostet. Dank Initiativen der Apotheken und der Pharmaindustrie liege man inzwischen bei rund 60 Euro, die allerdings von den Kunden selbst zu tragen seien.

In manchen Ländern gebe es jedoch Modelle, die eine Gratis-Abgabe etwa an Menschen, die bereits an sexuell übertragbaren Krankheiten leiden, vorsehe. Genannt wurden hier etwa Frankreich oder die Niederlande. Auch Schottland oder die US-Stadt San Francisco seien hier Vorreiter: "Ich glaube, da sollten wir eintreten in diesen Kanon", sagte Wilhelm. Jedenfalls, so befand er, sollten die entsprechenden Begleituntersuchungen von der Krankenkasse übernommen werden.

Stabile Zahl an Neudiagnosen

Aktuell bleiben die Neudiagnosen - 2017 waren es 510 - bei HIV auf niedrigem Niveau stabil, wie Bernhard Benka von der Abteilung 4 (Übertragbare Erkrankungen, Krisenmanagement und Seuchenbekämpfung) im Gesundheitsministerium erläuterte. Der Großteil betrifft demnach nach wie vor schwule bzw. bisexuelle Männer. Insgesamt, so wird geschätzt, leben knapp 10.00 Menschen mit HIV bzw. Aids - wobei nicht die Infektion mit dem Virus, sondern nur die Aids-Erkrankung meldepflichtig ist.

Aids-Hilfe-Chef Wilhelm beklagte, dass die soziale Ausgrenzung von Personen mit HIV noch immer existiere - auch wenn hier bereits deutliche Fortschritte erzielt worden seien, wie er festhielt. So sei etwa das Outing von Conchita medial gut rezipiert worden. In den Sozialen Medien habe es aber sehr wohl Hasspostings dazu gegeben.

Wilhelm verwies auch auf jüngst durch die Aids Hilfe umgesetzte Maßnahmen wie etwa die Schulung von Apothekern zu den neuen Selbsttests. Auch eine HIV-Selbsttest-Helpline wurde eingerichtet. Von besonderer Bedeutung sei aber auch die Arbeit mit Jugendlichen, hieß es. Gefordert wird eine "emanzipatorische Sexualpädagogik", die flächendeckend umgesetzt werden sollte, wie betont wurde.

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