Ab 2019Elektronischer Impfpass soll kommen

Künftig sollen alle in Österreich verabreichten Impfungen elektronisch erfasst werden.

Impfungen werden nicht einheitlich erfasst - künftig soll das per E-Card passieren © AP
 

Ein entsprechender Antrag der NEOS ist im Gesundheitsausschuss des Nationalrats von den Regierungsparteien angenommen worden.

Alle Impfungen sollen ab 2019 in der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) verzeichnet sein. Das Ministerium kann dann anonymisiert die Zahlen auslesen. NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker erhofft sich eine "solide Grundlage für seriöse Gesundheitspolitik".

Nach dem Beschluss im Gesundheitsausschusses am Dienstag müsste das Gesetz noch im Plenum des Nationalrats beschlossen werden. Das könnte frühestens in der nächsten Sitzung am 21. und 22. März der Fall sein, berichteten die NEOS am Donnerstag.

Unzureichende Datenlage

"In Österreich herrscht eine völlig unzureichende Datenlage zum Impfen. Es gibt keine einheitliche Erfassung aller durchgeführten Impfungen", schilderte Loacker den Status quo. "Die Durchimpfungsrate kann also gar nicht festgestellt, sondern nur geschätzt werden. Damit gehören wir zu den europäischen Schlusslichtern." Mit der Aufnahme in die ELGA werde hingegen die tatsächliche Datenlage sichtbar werden.

Am Dienstag war der NEOS-Antrag auf eine elektronische Erfassung via E-Card von Abgeordneten der ÖVP, FPÖ, NEOS und der Liste Pilz in das Ersuchen an Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) abgeändert worden, so rasch wie möglich den elektronischen Impfpass in ELGA umzusetzen. Diese Entschließung wurde einstimmig angenommen. Die Ministerin kündigte an, die Frage der Finanzierung bei der nächsten Bundeszielsteuerungskommission im April mit Bund, Ländern und Sozialversicherungen zu besprechen.

 

 

Kommentare (5)

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KarlKapper
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Zufall oder Absicht?

...bei der Einführung der eCard wurde (absichtlich?) auf das Passfoto vergessen, vlt. um die Weitergabe de eCard zu vereinfachen?
...des weiteren gibt es keine Qualitätssicherung im Gesundheitsbereich: wie hoch ist die Trefferquote der ärztlichen Diagnose, bezogen auf die Ärztin/den Arzt/die Gesundheitseinrichtung?
Nach einem selbst verschuldeten Unfall (mit 11 Jahren) war ich in den Schulferien einige Wochen im Spital, die Wunde wurde größer. Meine Eltern und der Hausarzt übernahmen die Verantwortung und "befreiten" mich aus dem Spital - 2 Wochen später war ich wieder in der Schule und für einige Wochen vom Turnen befreit. Was habe ich dabei versäumt? Eine Rolle als Versuchskaninchen?

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bluebellwoods
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Weil es zu viele Verhinderer gibt

Es wäre doch äußerst praktisch, wenn man Blutgruppe, Allergien, Medikamente, Befunde oder eben Impfungen mit der E-Card verknüpfen könnte um endlich einen Mehrwert des türkisen Karterls zu erhalten.
So könnten Medikamente wesentlich besser aufeinander abgestimmt werden (gibt ja leider doch den einen oder anderen Arzt, der zwar "seine" Medikamente verschreibt aber nicht unbedingt darauf achtet was jemand sonst einnimmt bzw. ob nach wie vor nötig/ob die Dosierung passt - zum Teil leider auch weil Patienten selbst gar nicht angeben was sie alles einnehmen). Kritische Situationen können gerade bei schweren Allergien verringert werden, weil im Akutfall (zB wenn der Patient nicht ansprechbar ist) besser und schneller reagiert werden kann.
Aber leider ist die Verunsicherung so groß, dass für viele der Nutzen geringer scheint als bei jedem Arztbesuch Befunde mühsam zusammenzusuchen, bei unterschiedlichen Ärzten immer wieder dieselbe Geschichte zu erzählen, Tabletten in Massen zu schlucken.

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CuiBono
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Schon seit Äonen

als man begann, die Einführung der e-card vorzubereiten, war diese und auch weitere "Serviceleistungen" im Gespräch.

Warum bis heute kaum was davon verwirklicht ist, ist wohl eines der unzähligen österreichischen Mysterien.
Aber Hauptsache, der Steuer- und SV-Zahler brennt für das hübsche Karterl mit 10%iger Normleistung.

Was soll also das aktuelle Gerede?
Macht es endlich.
Plus Patientenakten, Blutgruppe, Medikationen und Unverträglichkeitscheck, Organspenderentscheidung, Patientenverfügung,...

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bmn_kleine
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Mich wundert

Das íst wirklich eine tolle Idee, besonders wenn man im Ausland ist, wird der dortige Arzt/Ärztin oder die Einreisebehörden, den elektronischen Impfpass sicher lesen können. Das ist genauso intelligent, wie der elektronische Führerschein.

Mich wundert, warum die Gesundheits- und Sozialministerin sich nach Hartz4 (-Äquivalent), Abschaffung des Rauchverbots in Lokalen, nichts unversucht lässt noch weiter zu disqualifizieren.

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docholliday
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Es hätte

Mich ja gewundert wenn keiner sudert. Sowas kann man ausdrucken! Und mitnehmen... ja das geht auch

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