Frostige Modetrends im Arzt-Check Sind Flanking & Co. ungesund?

Nackte Knöchel zu Sneakers, bauchfreie Tops, Ohrenschützer und High-Waist- Jeans liegen momentan im Trend. Doch welche Auswirkungen können sie auf die Gesundheit haben? Hausarzt Herbert Ederer nimmt Trends unter die Lupe.

Crop Tops

Der Trend: Bauchfrei.
Nabelschau: Das Motto der sogenannten „Crop Tops“ lautet: In der Kürze liegt die Würze. Doch bevor es zieht, vielleicht besser doch noch ein Shirt darunter tragen.
Das sagt der Arzt: Verpsannung möglich.
Kurzer Pullover - „du wirst dir die Nieren verkühlen“: Diese Volksweisheit entspricht aber nicht der Wahrheit. „Nierenbeckenentzündungen beginnen nahezu immer als Blasenentzündung“, sagt Herbert Ederer. Wird die Entzündung jedoch nicht rechtzeitig mit Antibiotika behandelt, kann sie über den Harnleiter in die Niere aufsteigen. „Das Sitzen auf kalten Flächen kann eine Blasenentzündung begünstigen“, sagt Ederer. Bauchfrei im Winter hat andere Nebenwirkungen: Der Körper kühlt aus, wodurch das Immunsystem leidet, auch Kreuzschmerzen durch Muskelverspannungen sind möglich.

 

Superenge Jeans

Der Trend: High Waist Jeans.
Auch „Mom Jeans“ genannt. Sie zeichnen sich durch einen hohen Taillenbund aus, der bis über den Bauchnabel reicht. Gerne dazu getragen: Crop Tops.
Das sagt der Arzt: Begünstigt Venenleiden.
In den Geschäften sind sie derzeit nicht wegzudenken: enge Jeans mit hohem Bund, die sogenannten Skinny- oder High-Waist-Jeans. Und schon kursieren auch Warnungen vor Sodbrennen als mögliche Nebenwirkung. Hier kann vorsichtig Entwarnung gegeben werden: Im Alter, in dem man solch enge Jeans tragen kann, ist die Wahrscheinlichkeit von Sodbrennen noch gering. Es sei denn, es liegt eine bakterielle Gastritis oder ein Zwerchfellbruch vor. Aber: Der Blutrückfluss in den Venen ist durch enge Jeans zweifelsohne verlangsamt und kann die Entstehung eines Venenleidens, wie Krampfadern oder Thrombosen, begünstigen.

 

Nackte Knöchel

Der Trend: Knöchelfrei.
„Flanking“ nennt sich der Modetrend, bei dem Socken auch im Winter noch Verstecken spielen. Nette und gesündere Alternative: mit auffälligen Socken Akzente setzen.
Das sagt der Arzt: Kälte schwächt Immunsystem.
„Sind die Zehen kalt, rinnt die Nase bald“: Dieser Nasen-Zehen-Effekt ist eine bekannte Volksweisheit - und basiert durchaus auf medizinischen Fakten. „Kalte Füße sind ein Zeichen dafür, dass der Körper ausgekühlt ist“, sagt Hausarzt Ederer. Die Folge davon: Die Blutgefäße ziehen sich zusammen, die Durchblutung wird weniger. Dadurch schützt sich der Körper zwar vor weiterem Wärmeverlust, aber: Die Schleimhäute der Nase werden durch die eingeschränkte Durchblutung auch weniger mit Abwehrzellen versorgt - und Krankheitserreger haben leichtes Spiel.

 

Ohne Haube

Der Trend: Ohrenschützer.
Neben Stirnbändern und Hauben kann man in diesem Winter auch mit Ohrenschützern punkten. Besonders beliebt bei Frauen, weil sie die Frisur nicht so in Mitleidenschaft ziehen.
Das sagt der Arzt: Haube wäre besser.
Wie der Name sagt, schützen Ohrenschützer die Ohren vor lokaler Erfrierung, die ja nicht durch die Haare geschützt sind. „Abhängig von der Haarpracht, wird sich eine Haube günstiger auswirken“, sagt Ederer. Mit einem Mythos kann man aber aufräumen: Es stimmt nicht, dass über den Kopf die meiste Körperwärme verloren geht, dafür ist die Fläche zu klein - außer man ist ein Baby, denn da ist der Kopf im Verhältnis zum Körper größer. Da jedoch Gesicht und Kopfhaut besonders gut mit Nervenenden versorgt sind, ist dort das Kälteempfinden größer - und der Effekt der Haube wird stärker wahrgenommen.

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