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Alarmierende Zahlen

Jeder sechste Österreicher hat psychische Störungen

Weltweit leiden über 600 Millionen Menschen an Depressionen und Angstzuständen, die Zahl der Betroffenen nimmt ständig zu.

900.000 psychisch kranke Österreicher nehmen Leistungen durch die Krankenkassen wahr © Photographee.eu - Fotolia (Sujetfoto)
 

Jeder Euro, der in die Behandlung von Menschen mit Depressionen oder Angststörungen fließt, bringt vier Euro als "Gewinn". Das zeigt eine neue Studie von Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Weltbank, die im "Lancet" aktuell publiziert worden ist. Sie wurde von den beiden Organisationen in Washington vorgestellt.

Zugang zur medizinischen Versorgung

"Wir wissen, dass die Behandlung von Depressionen und Angststörungen Sinn macht für die Gesundheit und die Lebensqualität. Diese neue Studie bestätigt eindeutig, dass das auch wirtschaftlich Sinn macht", sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. "Wir müssen Mittel und Wege finden, um allen Männern, Frauen und Kindern überall auf der Welt Zugang zur Versorgung in Sachen psychischer Gesundheit verschaffen."

Die Studie der Weltbank bilanziert die ökonomischen Kosten, die durch Depressionen und Angststörungen weltweit entstehen, auf rund eine Billion US-Dollar (880 Milliarden Euro). Das ist weniger auf die Aufwendungen für die Therapie selbst als auf die Konsequenzen dieser psychiatrischen Erkrankungen zurückzuführen: Arbeitsplatzverlust, Pflegebedarf etc.

Dabei nimmt die Zahl der Betroffenen weltweit ständig zu. "Zwischen 1990 und 2013 hat sich die Zahl der von Depressionen und/oder Angststörungen Betroffenen weltweit um fast 50 Prozent von 416 Millionen Menschen auf 615 Millionen Menschen erhöht. Etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung sind betroffen. Psychische Störungen sind insgesamt für 30 Prozent der 'Krankheitslast' verantwortlich", stellte die Weltgesundheitsorganisation fest. In akuten Notsituationen - sicherlich sind bewaffnete Konflikte mit Flüchtlingen als solche anzusehen - steige der Anteil der von pathologischen Angststörungen und Depressionen Betroffenen gar auf 20 Prozent der Bevölkerung.

Kosten und "Gewinn" von Maßnahmen

Die neue Studie hat die Kosten und den "Gewinn" durch entsprechende Maßnahmen in Sachen psychischer Gesundheit für 36 Staaten mit niedrigem, mittleren oder hohem Bruttoinlandsprodukt für die Jahre 2016 bis 2023 berechnet. Demnach würde ein Ausbau von Möglichkeiten zur Erstkonsultation und -Beratung wegen Depressionen und die Behandlung mit Antidepressiva rund 147 Milliarden US-Dollar ( 129,06 Mrd. Euro) kosten. Aber bloß eine fünfprozentige Verbesserung der Beschäftigung von Betroffenen sei mit einem Nutzen im Wert von 399 Milliarden US-Dollar (350,31 Mrd. Euro) verbunden. Hinzu kämen 310 Milliarden US-Dollar (272,17 Mrd. Euro) an eingesparten Gesundheitskosten.

Die Realität sieht weltweit aber gerade auf dem Gebiet der psychischen Erkrankungen düster aus. "Obwohl rund um die Welt Hunderte Millionen Menschen mit psychischen Störungen leben, ist die dieses Thema im Schatten der Aufmerksamkeit geblieben. Dabei ist das nicht nur eine Frage der öffentlichen Gesundheit, sondern eine Angelegenheit der Entwicklung", sagte Jim Yong Kim, Präsident der Weltbank. "Wir müssen jetzt handeln, weil sich die Weltwirtschaft diesen Produktivitätsverlust nicht leisten kann."

Über 300 Psychiater fehlen

Rund 1,4 Millionen Österreicher leiden laut Experten an einer psychiatrischen Erkrankung. Etwa 900.000 nehmen dafür pro Jahr Leistungen der Krankenversicherungen in Anspruch. Auch in den kommenden Jahren ist ein steigender Bedarf an psychiatrischen Leistungen zu erwarten. Das unabhängige Institut für Höhere Studien (IHS) in Wien hat dazu 2011/2012 eine Psychiater-Bedarfsstudie erstellt, die im Jänner 2012 veröffentlicht wurde. Fazit: Für das Jahr 2030 ist allein im Bereich der Fachärzte mit einem Manko von rund 340 Psychiatern (Vollzeitäquivalente) in Österreich zu rechnen.

Kommentare (62)

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34620e8d459cf8014e45e37ea2cf2c3d
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Psychische Störungen

was ist normal?

scherz
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Wenn wunderts..

..flexibel-, dynamisch-, belastbar-, jedes Jahr ein bissl mehr ist die Normalität.
Vielleicht es es doch nicht so normal, sonst wurde sich die Psyche nicht wehren.
Jede Zeit hat so seine Herausforderungen, die derzeitige ist halt mit dem Spannungsfeld Leistung und Konsum so ausgeprägt, dass der Mensch überfordert wird oder sich selbst überfordert.
Für den Einzelnen ein Dilemma, aber die Evolution wird es schon richten.

Aurelia22
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IN erster Linie möchte ich mal sagen...

das die Menschen wenn sie von der Krankheit betroffen sind, sehr leiden. Und der erste Weg zum Arzt kann nicht schnell genug sein. Aber was ich nicht ganz verstehen kann ist warum in dieser guten Zeit? Sicher gibt es genug arme Menschen in Österreich, aber im Grunde ist es "noch" ein sicheres Land. Wir haben keinen Krieg, eine gute Ärztliche Versorgung, genug zum essen( sodas es sogar weggeschmießen wird)!Ja warum um Gottes Willen haben sie Depressionen? Weil es ihnen zu gut geht oder was?

stargirl
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Sicher ...

... man wacht eines Tages auf und denkt sich "so dann hab ich mal eine Depression". Bitte zuerst denken und dann schreiben! Psychische Krankheiten sind anerkannte Krankheitsbilder und der Leidensdruck bei Betroffenen ist enorm. Hoffentlich kommen Sie nie in diese Lage!

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Und immer schön locker bleiben, denn wer nicht …

… verrückt ist, ist nicht normal! Alle Menschen befinden sich in einer psychischen Pendelbewegung und sich gelegentlich außerhalb der Norm zu befinden, ist sicher keine Tragödie. Deshalb tief durchatmen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Eine gestörte Impuls-Kontrolle wäre so ein psychisches Problem. Der Zwang, immer etwas zu tun. E-Mails kontrollieren oder dauernd Nachrichten senden. Die Zeit vergeht ohne wahrnehmbare Leistung und dann beginnen eventuell die wirklichen Probleme des Lebens.

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Psychische Probleme.....

....wenn ich das alles befolge, was unter meinem Kommentar steht.... habe ich einen Schaden der nicht mehr behebbar ist!!!
Gordon Kelz

bimsi1
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Hilfe fü Christen.


Für Christen gibt es eine Hilfestellung. Im 1. Johannesbrief 4,4 gibt es den kraftvollen Bibelvers: "Er, der in dir ist (Jesus) ist größer als der, der in der Welt ist". Oft wirdnur an Jesus geglaubt, aber es geht noch tiefer: Jesus spricht im Johannesevangelium 15. Kapitel diese Worte aus:"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen." Jesus in dir - lassen Sie Jesus in sich arbeiten und neue Kraft bekommen.

Vomitabo
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Hilfe für abtrünnige Realisten

Je länger die Frucht am Stock bleibt um so fauliger wird sie, zieht so Ungeziefer an dass den Stock schwächt bis er stirbt.

Vomitabo
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Der der in mir ist bin Ich.

Sollte eine zweite Stimme in meinem Gewissen sich zu Wort melden haben wir ein/das Problem dass sich mit Therapie und/oder Zuckerl beheben lässt.

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Nein, das liegt bestimmt nicht daran, dass unsere Lebensweise sehr weit weg von dem liegt, wofür wir eigentlich geschaffen wurden.
Und jetzt - weiterbuckeln, mein Sklave! Zeitung lesen kannst du dann in der nicht vorhandenen Zeit, in der du eigentlich Dinge tust die für dich und dein Leben wichtig sind.

Cirdan
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Unser Hirn ist

noch nicht soweit entwickelt, mit einer derartigen Informationsglobalisierung, wie sie uns zur Zeit vorliegt, umzugehen. Vor Jahren war es uns egal, wenn in Nicaragua eine uneheliche Tochte ihrem Vater bei einer Orgie die Ei*r abgebissen und danach eingefroren hat. Heute geht dank sozialer Netzwerke so eine Meldung in zwei Minuten um die Welt. So eine Info ist für uns als solches komplett egal, trotzdem wird sie gelesen und das Hirn rattert unterbewusst. Unser Hirn ist mit der Filterung unwichtiger Informationen einfach überfordert und dreht durch....

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Ich hab keine "Störungen!" - Keine!

Keeeeeine! Verstanden! Keeeeeine!

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Wird von

allen sechs Stimmen im Kopf bestätigt! :)

Vomitabo
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Selbstüberschätzung - Selbstdarstellung - Selbstbewusstsein

Die Verhältnisse in diesen Bereichen stimmen nicht mehr.
Der Druck in jeder Situation bestehen zu müssen um als brauchbar für die Gesellschaft zu gelten überfordert das Ego, das Ich.
-
Keiner sagt mehr Nein, kann es sich leisten.

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Wenn dein Kind noch nicht psychisch krank ist -

dann gib es in die Hände von Lehrern.

einwort
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Re: Wenn dein Kind noch nicht psychisch krank ist -

Besonders zu empfehlen
"Waldorfschulen"

echterbürger
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Aha!

Und du? Hast du auch psychisch kranke Kinder oder hast du sie selbst zu hause unterrichtet?

Kreutzbruck0
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Ehe über neue Psychiater

gesprochen wird, sollte einmal gründlich recherchiert werden, wie viele "psychiatrische Fälle" tatsächlich diesem Status gerechtfertigt entsprechen. Nirgendwo, außer vielleicht im Steuerwesen und Justiz, ist der Graubereich größer. Vor allem sollten die Beweggründe der Handlungen von Kriegstreibern, Waffenhändlern, Rechts- u. Linkspolitikern, Religionsführern und deren Anhängern, u. v. m. ärztlich untersucht werden. Leider bewachen da die Raubtiere die Hühnerställe.

joschi41
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Zwei Seiten

Einerseeits schockiert mich diese Zahl, andererseits denke ich mir, dass die Ärzte bei Gefährdeten zuerst darauf dringen sollten, dass deren Lebenswandel in Ordnung kommt (Schlaf, Erholungzeiten, Medienkonsum, Ernährung, Alkohol,etc.)

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Re: Zwei Seiten

Ich war mit meinen Sohn wegen Beschwerden infolge von schulischem Stress (anstehende Matura)
beim Arzt. Dieser verschrieb sofort Antidepressiva.
Dieser war anscheinend selbst im Stress und wollte uns so schnell wie möglich los werden.

Redridinghood
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wenn sie jetzt schon Rat beim Arzt suchen

wie soll ihr Sohn dann durchs Studium/Leben?

wenn die Beschwerden psychisch sind dann hilft aber kein Antibiotikum!

Vielleich sollten sie mal über ihre Einstellung nachdenken vielleicht wird
der Druck und die Beschwerden ihres Sohn gelindert!

e27931a27a7a79bed6a74b9c435a4d56
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Re: wenn sie jetzt schon Rat beim Arzt suchen

Lieber Redringhood.
Ich war mit meinem Sohn beim Arzt, weil er Magenschmerzen, Rückenschmerzen hat und immer Müde ist. Das mit der Psyche war die Diagnose des Arztes.
Bezüglich meiner Einstellung brauchen sie sich keine Gedanken machen. Ich setze meinen Sohn nicht unter Druck. Den macht er sich selbst, weil er die Matura unbedingt schaffen will, und er sich in zwei Fächern schwer tut. Er will, nicht muss, es schaffen.

e27931a27a7a79bed6a74b9c435a4d56
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Re: Re: Zwei Seiten

PS: dieses Rezept habe ich natürlich weggeworfen.

Zeitgenosse
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Ganz richtig

Und weniger Geldgier und nach Luxus greifen der ohnehin meistens auf Kredit gekauft ist und die Existenzängste fordert!
Bescheidenheit und Zufriedenheit mit frohen Mut das ist Reichtum ohne Gut!

MPOV
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Sehr richtig joschi44!
Ernährung spielt eine große Rolle und die daraus resultierenden Probleme werden viel zu selten mit psychischen Problemen in Verbindung gebracht.
Eine Bekannte von mir litt ursplötzlich an Angststörungen und extremer innerer Unruhe. Sie kannte sich gut genug, dass sie wusste, dass das Problem nicht psychischer Natur sein konnte.
Die Ärzte verschrieben ihr natürlich sofort Psychopharmaka, die sie ablehnte. Anstelle dessen machte sie eine Darmsanierung und stellte die Ernährung um - keine Angststörungen und keine Unruhe mehr!
Es werden halt viel zu selten die Ursachen gesucht und bekämpft, nur die Symptome, die Pharmaindustrie will ja schließlich leben!

schoenseids
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multitasking - Generation

immer und überall das handy am ohrwaschl......da muss man deppert werden....immer und überall im netz und das netz über,in uns aber keine will es wahr haben.......diese technologie tötet.

 
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