Pflanzliches Heilmittel

Alte Pflanze, neue Forschung: Mutterkraut kann Migräne vorbeugen

Seit Jahrhunderten bekannt, nun auch wissenschaftlich erforscht: Mutterkraut kann Migräneanfälle vorbeugen. Im Akutfall hilft es jedoch nicht und nicht jeder verträgt das Kraut.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Mutterkraut
Mutterkraut © (c) Berty - Fotolia
 

Es ist ein Kraut dagegen gewachsen: Das gilt anscheinend auch für die Migräne. Denn wie die Forschung nun bewiesen hat, kann das jahrhundertealte Heilmittel Mutterkraut Migräne tatsächlich vorbeugen.

In Österreich ist etwa jeder Zehnte von Migräne betroffen, Frauen dreimal häufiger als Männer. Das Tückische an der Erkrankung ist, dass sich ein eindeutiger Auslöser schwer ausmachen lässt und dass es die eine Therapie für alle Patienten nicht gibt. Migräne äußert sich durch halbseitigen hämmernden Kopfschmerz und kann mit Symptomen wie Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Übelkeit und Sehstörungen einhergehen.

Was ist Migräne?

Migräne lässt sich mit Laboruntersuchungen, Computer- oder Magnetresonanztomographie nicht nachweisen und ist dennoch alles andere als eine „psychische“ Erkrankung oder bloße Befindlichkeitsstörung.

Migräne ist genetisch bedingt und geht mit Funktionsänderungen im Nervensystem einher. Es kommt zu einer Entzündungsreaktion in der Hirnhaut und zu den typischen Symptomen der Migräne.

Dazu zählen Vorboten wie Stimmungsänderungen, Heißhunger, Gähnen oder Nackenschmerzen.

Bei etwa zehn Prozent der Betroffenen treten sogenannte Aurasymptome mit Sehstörungen, einseitiger Taubheit und Schwierigkeiten beim Sprechen auf.

Seit Jahrhunderten

"In England wird Mutterkraut bereits seit Jahrhunderten bei Fieber und Kopfschmerzen angewendet", sagt Rudolf Bauer, Leiter des Instituts für Pharmazeutische Wissenschaften an der Uni Graz. Nun hat auch die Wissenschaft die Wirksamkeit belegt: In mehreren  Studien zeigte Mutterkraut im Vergleich mit Placebos bei Migränepatienten eine gute Wirksamkeit. Wurde das Mittel regelmäßg eingenommen, konnte die Anzahl und Schwere der Migräneanfälle signifikant gemildert werden. Auch Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Schwindel und Erbrechen besserten sich.

"Migräne kommt bei Unregelmäßigkeiten im Alltagsleben häufiger vor", sagt Christian Wöber, Leiter der Kopfschmerzambulanz am AKH Wien. Betroffene sollten daher auf einen geregelten Alltag, regelmäßige Mahlzeiten und genügend Schlaf achten. Neben Medikamenten, die man bei immer wiederkehrenden Attacken regelmäßig einnehmen kann, können auch andere Faktoren der Migräne vorbeugen: Wöber zählt Ausdauersport, Akupunktur und Entspannungstechniken wie die progressive Museklrelaxation auf.

Mutterkraut

Mutterkraut, lateinischer Name Tanacetum parthenium, gehört zur Familie der Korbblütler und ähnelt optisch Kamillen.

Mutterkraut bzw. der in ihm enthaltene Wirkstoff Parthenolid hemmt die überschießende Ausschüttung von Serotonin, die zum Migräne-Anfall führt.

 

Für die vorbeugende Wirkung sollte Mutterkraut über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten genommen werden. Achtung: Im Akutfall nützt es aber nichts. Mutterkraut sei gut verträglich, nicht geeignet ist es allerdings für Schwangere und Menschen mit Allergien gegen Korbblütler, sagen die Experten.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

NHJGU88SLS8JVOM4
0
3
Lesenswert?

Warum hat dann Tonopan (ein mittlerweile vom Markt genommenes Mutterkrautmedikament) auch im Akutfall geholfen?
Das gilt aber nur für die alte Rezeptur. Die aktuelle Tonopan-Rezeptur hat kein Mutterkraut und hilft überhaupt nicht.