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Bewegungsmangel

Studie: Unsere Kinder sind für Sport offenbar ungeeignet

"Bewegungsmangel ist ein massives Problem", sagt Sport-Experte Hans Holdhaus. Schon 1999 sei das Ergebnis einer Studie "so erschütternd gewesen, dass es nicht veröffentlich wurde". Ein Talente-Tag 2014 bestätigte die schlimmsten Befürchtungen.

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THEMENBILD: SCHUL-TURNSTUNDE © APA/ERWIN SCHERIAU
 

"Bewegungsmangel ist ein massives gesellschaftliches Problem." Das sagt Sport-Experte Hans Holdhaus (70), seit 33 Jahren Direktor des IMSB im Bundessportzentrum Südstadt. Vergangenen Dienstag hat Holdhaus im Rahmen eines Club-Abends von Panathon International unerfreuliche Überraschungen präsentiert. Tenor: Österreichs Kinder sind für Sport vielfach offenbar ungeeignet.

Schon 1999 habe man eine Studie durchgeführt, um festzustellen, wie sportlich und beweglich Österreichs Kinder sind, berichtete Holdhaus. Das Ergebnis sei so erschütternd gewesen, dass es nicht veröffentlicht wurde. "Notorische Koordinationsschwächen, gesundheitliche Schäden im Kindesalter, Angst vor Bewegung, Übergewicht, Haltungsschäden", nannte der Direktor des Instituts für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung die damaligen Ergebnisse.

Nicht viel geändert

Trotz vieler Diskussionen hat sich offenbar nicht viel an der Situation geändert. "Im Gegenteil. Es betreiben immer weniger Menschen Sport", so Holdhaus. Fachverbände würden über viel zu geringen Zulauf klagen.

Auch ein vom IMSB 2014 durchgeführter Talente-Tag habe ebenso erschütternde wie ernüchternde Ergebnisse gebracht. Laut Holdhaus sogar bei Kindern aus Schulen, die einen sportlichen Schwerpunkt haben. Die Kinder seien mit den einfachsten Übungen völlig überfordert gewesen. Manche auch mit der Rolle vorwärts oder rückwärts. Eine der Begründungen habe gelautet, dass sich die Kinder beim klassischen Purzelbaum wehtun könnten.

Problem beginnt im Kindergarten

Falsche Ernährung als alleinigen Grund für Fettleibigkeit lässt Holdhaus nicht gelten. Die beste Ernährung helfe nichts, wenn Kinder ihren Körper nicht beherrschen könnten. Für den Sport-Fachmann beginnt das Problem im Kleinkindsalter. Familie und Kindergarten seien jene Institutionen, in denen die meisten Fehler gemacht würden. Dort müsse die Politik auch den Hebel ansetzen. "Wenn sich Eltern nicht bewegen, bewegen sich auch die Kinder nicht."

Eltern wüssten oft überhaupt nicht, was für ihr Kind wichtig sei. Und die Angst vor Verletzungen sei viel eher begründet, wenn Kinder nicht natürlich lernen, mit der vermeintlichen Gefahr umzugehen. "Kinder können sich niemals zu viel bewegen - Überlastung lässt die Natur gar nicht zu." Und Verletzungen passierten erst recht dann, wenn die Kinder nicht gelernt hätten, wie man fällt. Die Idee eines Bewegungskindergartens sei oft kopiert worden, meist aber im Ausland, betonte Holdhaus.

Politiker haben Verantwortung

"Die Verantwortung muss endlich auch von der Politik wahrgenommen werden", sagte Panathlon-Präsident Ronald Leitgeb bei dem Treffen in der Südstadt. "Punktuelle Aktionen bringen nichts", ergänzte Holdhaus.

Leitgeb verwies zudem auf das Sportforum Schladming vom 28. bis 30. Mai, wo Fachleute u.a. eine Deklaration für den Sport formulieren wollen. "Der Sport muss in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft rücken", sagte Leitgeb. "Die Politik muss sich des gesundheitlichen, des wirtschaftlichen, des integrativen, des kognitiven und des sozialen Potenzials des Sports endlich bewusst werden."

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Danke für Ihr Verständnis.

tomja12
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nicht politiker haben

Verantwortung sondern die eltern die hälfte aller kinder kann nicht einmal gerade gehen

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Unsere Kinder sind für Sport offenbar ungeeignet

wer da wohl als erster dafür verantwortlich ist?

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Eltern haben eine Verantwortung für die eigenen Kinder

Ja genau, im Kinderzimmer schon die Gotze, als Papa dann auch Glotze, Handy, Internet eigenes Hobby und ansonsten Ruhe, da er ja schwer arbeiten muß. Fazit ist, dass die Kinder sich selbst überlassen meist sind und wenn es ginge mit dem Auto natürlich von der Schule bis vor die Haustüre. Fürs kochen falls die Mutter kann, auch nicht viel Zeit oder gleich Tiefkühlware, naja das ist die heutige Zeit, da viele Mammis auch arbeiten müssen, da viele Väter alleine nicht eine Familie ernähren können. Eltern sind wohl oder sollten zuständig sein für das Wohlergehen ihrer Kinder, damit sie als Erwachsene ihr Leben meistern können. Manche Eltern sind selbst zu bequehm sich in der Freizeit zu bewegen.

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Pädagogisches Personal

Leider sind viele Kinder dauerhaft hoffnungslos überbehütet und sie verlieren deshalb alle natürlichen Reflexe und damit auch die Freude an Bewegung.
Dazu gibt es oftmals zuwenig männliche Bezugspersonen, pädagogisches Personal im Kindergarten und in der Volksschule ist überwiegend weiblich. Natürlich gibt es auch unsportliche, bewegungsscheue Männer, aber in der Regel spielen Männer mit Kindern anders als Frauen. Wenn Kinder etwas später zu Sportvereinen gehen fehlt von Elternseite sehr oft die Konsequenz das Kind ernsthaft zu unterstützen und die Bequemlichkeit überwiegt. Schulprobleme führen dann auch noch zu Trainingsunterbrechungen und schon ist die Sportkarriere vorzeitig beendet, aber der Schulerfolg trotzdem nicht gewährleistet. Schulen mit Sportzweig bieten eine vernünftige Alternative und bringen in der Regel auch gute Schüler mit beachtlichen anschließenden beruflichen Laufbahnen hervor.

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joe1406
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Rolle vorwärts

Also das finde ich nicht so schlimm wenn jemand die Rolle vorwärts nicht beherrscht. Schlimmer ist es wenn man sechs und sieben nicht zusammenzählen kann, von der Rolle vorwärts kann niemand leben - außer naütlich die Profisportler - aber da ist wohl mehr als ein Purzelbaum gefragt. Mich nervt dieses dauernde Gesundheitsgeplappere fürchterlich - jeder soll machen was ihm Spaß macht. Da muss eine Rolle vorwärts nicht dabei sein.

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Leberknoedel
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Erstens

geht es gar nicht darum, dass ein Kind die Rolle vowärts, etwas was ein sportlicher Zweijähriger schafft, kann, sondern dass es sich bewegt. Und fast alle Kinder haben Spaß an Bewegung, außer es wird ihnen aberzogen.
Und zweitens muss ein Kindergartenkind nicht 6 und 7 zusammenzählen können, das lernt es in der Schule, in der es noch lange genug hocken wird.

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Tupperschüsserl
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Wir liefen als Kinder

in jeder freien Minute im Wald und auf den Wiesen herum, machten spannende Spiele, "kämpften" gegen "gegnerische Banden". Jedes Kind, das ich kannte konnte auf Bäume klettern, Federball spielen und Purzelbäume schlagen. In die Schule ging man zu Fuß, auch einige Kilometer weit. Zum Mittag- und Abendessen kamen wir heim. Handys gab's noch lange nicht und wir waren für unsere Eltern mehrere Stunden unerreichbar. Wir aßen alle deftige Hausmannskost und ab und zu auch Schokolade. Übergewichtig waren wir trotzdem nicht. Am Mittwoch nachmittag gab's Kasperl, außerdem ab und zu "Messeprogramm" und am 24. Dezember ab dem Vormittag Fernsehprogramm für Kinder. Unsere Abenteuer spielten sich nicht im Kopf,sondern in der realen Welt ab und unsere Freunde hatten wir auch dort.Für die Abenteuer im Kopf waren Bücher zuständig, die ich verschlungen habe.Auch noch am Abend, mit der Taschenlampe unter der Bettdecke.Keine CDs, keine Computer und PC-Spiele.Kinder heutzutage sind eingeschränkt und unfrei!

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Leberknoedel
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Das Leben am Land ist herrlich,

ich habe meine Kindheit auch so verbracht. Aber es gibt auch Städte und da geht das schon nicht mehr so leicht.

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Leberknoedel
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Zweifelhafte junge Pädagogen

Ich habe das selbst in Graz erlebt:
Die alte Kindergartenleiterin hat allen Kindern in der Früh bis 9:30 den Zugang zum Turnsaal gestattet, sehr viele Kinder haben davon gern Gebrauch gemacht.
Jetzt ist eine neue Chefin da, der Turnsaal ist nur mehr streng limitiert zugänglich, nur mehr begrenzte Kinderzahl und max. 20 Minuten. Wenn jetzt der beste Freund seine 20 Minuten schon im TS war, will der spätergekommen gar nicht mehr rein, weil er halt lieber mit dem Freund spielt.
Sämtliche Versuche meinerseits das wieder zu ändern wurden teilweise sehr grob, Originalzitat der Leiterin: Ich weiss was für meine Kinder das Beste ist, abgeschmettert. Ihre Kinder!!!
Aber es ist leider auch so, dass viele Eltern das gar nicht unterstützen wollen und einen Mordszirkus veranstalten, falls der liebe Kleine einmal einen blauen Fleck oder sonstiges hat.
Und es kann auch nicht sein, dass alles auf den KiGa oder die Schule abgewälzt wird, man muss es den Kindern schon auch im eigenen Bereich vorleben

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Leberknoedel
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weiter gehts

oder zumindest ermöglichen. Ich hab selten ein Kind erlebt, das nicht gerne läuft, sich nicht gerne bewegt.

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rbf3snbrr84cl4t9t9mjl1yarkrpubz1
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danke leberknödel,

kann man nur absolut unterschreiben....
die regeln haben das kommando und sie machen unsere kinder zu ihren kindern.
noch nicht das schlimmste, das schlimmste ist: die meisten eltern lassen das zu!

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erstdenkendannsprechen
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oder sind sogar die ursache davon:

kind macht sich in der pause (schule) dreckig: mutter regt sich bei lehrern auf, warum die kinder bei gatschwetter draußen spielen. Anderes Kind schlägt sich das Knie auf beim Fußballspielen in der Pause: Mutter rennt von Pontius zu Pilatus, weil sie nachweisen will, dass die Lehrer ihrer Aufsicht nicht nachgekommen sein sollen. Fazit: Hofpausen sind jetzt fad. So geschehen im letzten Schuljahr in der Klasse meiner Tochter.

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Analyst-44
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Sport kontra Fernsehen und PC-Spiele

Die öffentliche Einstellung und auch die Lebensart wird ja von den Medien gelenkt. Ob das die Fastfood-Ernährung, die Frühsexualisierung inkl. Genderisierung oder der TV-Konsum ist, alles geht von den Medien aus und von die System-Trägern müssen es umsetzen! Lehrer sind z.B: Systemträger. Sie müssen das unterrichten, was gerade als politisch korrekt eingestuft wird. Handelt man dagegen, ist man seinen Job los oder hat andere Nachteile. Die ganze Bevölkerung wird so manipuliert, das trifft natürlich auch die Kinder. Und die Eltern wie auch die Systemträger sind ja meist selber schon in dieser 68er-Strategie erzogen worden! Jetzt kommt noch die sogenannte "Political-Correctness" dazu! Also, was kann man da schon ändern...?? Die unsichtbare Hand lässt grüßen!

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2rgccbrfwg03giqr0bd26ajra4qo92nm
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gute alte zeit????

Wars vielleicht früher doch besser, wo die Kinder am Nachmittag zu Hause waren, sich mit den Nachbarskindern getroffen haben und am Nachmittag richtig spielen und toben durften, ohne Aufsicht von Erwachsenen!
Mal nachdenken!

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rbf3snbrr84cl4t9t9mjl1yarkrpubz1
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machen das

deine kinder etwa heute nicht mehr? dann liegt es an dir, das zu ändern! nicht an irgendwelchen profis, fachleuten und täglichen hampelmannstunden....

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erstdenkendannsprechen
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ja, das ist tatsächlich die ausnahme.

meine kinder machen das noch - aber auch nicht so wie wir. warum? ihre freunde machen das nicht so, weil sie nicht dürfen (nicht ohne aufsicht mit dem radl rausfahren, nicht auf heuballen klettern, nicht sich nicht schmutzig machen, nicht raufen, sich nicht verletzen, weil bei einem kratzer muss man schon zum arzt).
meine kinder sind zu zweit - sie haben sich zur unterhaltung. ein kind alleine macht das nicht.
zusätzliche konkurrenz: handy, tablet, pc, psp, ...

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2rgccbrfwg03giqr0bd26ajra4qo92nm
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aber sicher...

machens meine Kinder nachwievor.
Bin deswegen nm auch zu Hause. Aber wieviele Familien gibts wo beide ganztags arbeiten und das nicht geht.

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thebigcat
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Schuld ist auch die Forderung nach 100% Sicherheit

Ich verstehe jeden Kindergartenpädagogen und jeden Lehrer, der z.B. die "Rolle vorwärts oder rückwärts" nicht forciert. Wehe, wenn das Kind danach über Beschwerden klagt. Wehe, wenn es sich bei Geräteturnübungen auch nur leicht verletzt. Wenn die Eltern das nicht "locker" sehen, sind Lehrer und Schule arm dran. Es werden Fragen nach Sicherheitsvorkehrungen, Qualifikationen, Verhältnismäßigkeit usw. gestellt, lange bürokratische Verfahren sind nicht selten.... Vielerorts erspart man sich diese Probleme eben von vornehinein und erteilt entsprechend defensiven Bewegungs- und Sportunterricht.

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rbf3snbrr84cl4t9t9mjl1yarkrpubz1
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blödsinn, damit

soll doch nur wieder die turnstunden-misere re-aktiviert werden....
da gibts ganz andere dinge, man halte sich an "die dickmacher" oder ähnliche dokus, die zeigen (ganz ohne eigeninteresse eines privaten turnvereins....) einige gründe mehr auf...und die "fachleute" können gerne kinder befachen, die befacht werden müssen, aber zwangsbefachung für alle können sie vergessen. da kriegen meine kinder alle entschuldigungen dafür, die sie brauchen.

allein der satz "Eltern wüssten oft überhaupt nicht, was für ihr Kind wichtig sei." ist eine absolute frechheit! in österreich obliegt die erziehung der kinder IMMER NOCH den eltern und generell unwissenheit zu unterstellen ist ein absolutes nogo! wär das selbe als wenn man sagen würde "alle sportler haben nix im kopferl". stimmt sicher beim einen oder anderen wie es auch bei den einen oder anderen eltern stimmt. aber GENERELL würde man sich das doch nie sagen trauen, oder herr leitgeb????

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erstdenkendannsprechen
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sie können lesen?

hier steht: eltern wüssten OFT überhaupt nicht, was für ihr kind wichtig sei. nicht, dass ALLE eltern das nicht wüsste.
aber die praxis schaut halt so aus, dass es so ist. da muss das kinderl halt dann "beschützt" werden vor allem, wo es sich weh tun könnte.

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