Entlastung für Eltern"Es tut Kindern gut, sich selbst zu beschäftigen"

Was viele Eltern zwischen Arbeit und Homeschooling gut brauchen könnten: Kinder, die sich selbst beschäftigen. Warum man kein schlechtes Gewissen haben muss, das Kind allein spielen zu lassen und welche Voraussetzungen es laut Pikler-Pädagogik dafür braucht.

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Vertieftes Spielen kann für Kinder sehr erfüllend sein und sie fördern © Marlies Gutmann
 

Heutzutage sind Eltern oft erschöpft, weil sie viel mit dem Nachwuchs spielen. Uns hat man früher „frei spielen“ lassen, also sich einfach nicht so viel um Kinder gekümmert. War das besser?
Martina Moser: Es war damals zumindest eine entspanntere Haltung im Miteinander. Kinder wurden mehr sich selbst überlassen und konnten sich anders entwickeln. Wenn sich das Kind selbst beschäftigen muss, ist das kein Alleinlassen, sondern laut Pikler-Pädagogik etwas Gutes, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt werden.
Maria Salzger-Aichhorn: Kinder haben ja ein grundsätzliches Interesse daran, sich selbst zu beschäftigen. Sie bringen diese Eigenschaften von Geburt an mit. Und so, wie sie ihre Lebensrealität kennenlernen, so kooperieren sie dann auch: Wenn also die Eltern sie von Anfang an daran gewöhnen, dass sie bespielt werden, werden sie das auch einfordern.
Moser: Wenn Kinder aber von Anfang an die Erfahrung machen, dass sie auch mit sich selbst eine Zufriedenheit entwickeln können und auch Zeit dafür bekommen, dann wächst ihr Zutrauen zu sich selbst. Vorausgesetzt, jemand ist verlässlich da, wenn sie etwas brauchen.

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