Studie unter SchülernWer sitzenbleibt, wird eher gemobbt

Chinesische Forscher fanden heraus, dass Kinder, die in der Schule sitzenbleiben, vermehrt Opfer von Mobbing werden. Allerdings könnte auch das Mobbing zu schlechteren schulischen Leistungen führen.

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© imago images/dolgachov (dolgachov via www.imago-images.d)
 

Böse Gerüchte verbreiten, jemanden absichtlich ausschließen oder bedrohen: Von den Klassenkameraden werden Kinder und Jugendliche eher gemobbt, die in der Schule sitzenbleiben. Das geht aus einer Studie mit über 400.000 Schülerinnen und Schülern weltweit hervor. Aus Österreich flossen Daten von 5387 Schülern ein. Hierzulande sind demnach rund 23 Prozent der befragten Schüler Opfer von Mobbing geworden.

Das Phänomen, dass Jugendliche, die eine Klasse wiederholten, öfters Mobbing oder Bullying ausgesetzt waren, traf sowohl auf Buben als auch Mädchen zu. Die Art des Mobbings unterschied sich allerdings zwischen den Geschlechtern: Waren Mädchen die Zielscheibe, wurden sie häufiger als Buben verspottet, bedroht, bestohlen oder herumgeschubst. Das berichtet ein chinesisches Forscherteam um Xiayun Zuo von der Fudan-Universität in Shanghai im Fachmagazin "Plos Medicine". Als Grundlage diente die PISA-Studie aus dem Jahr 2018, an der Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 16 Jahren teilnahmen.

Demnach hatten in der Gesamtstichprobe rund zwölf Prozent der Jugendlichen eine Klasse wiederholt, und rund ein Drittel gab an, im vergangenen Jahr mindestens ein paar Mal im Monat Opfer von Mobbing gewesen zu sein. Die Forscher fanden einen klaren Zusammenhang zwischen diesen beiden Faktoren in 46 der insgesamt 74 untersuchten Ländern und Regionen: Wer sitzenbleibt, wird eher gemobbt.

In Österreich gaben knapp 22 Prozent der Schüler, die die Klasse wie vorgesehen absolviert haben, an, dass sie Bullying-Opfer gewoden waren. Unter den Klassen-Wiederholern war der Wert mit 31 Prozent entsprechend höher.

Allerdings betonen die Wissenschafter, dass die Studie keinen kausalen Zusammenhang offenlege: Sitzenbleiben könnte Mobbing begünstigen. Umgekehrt könnte aber auch Mobbing zu schlechteren schulischen Leistungen und damit zum Wiederholen einer Klasse führen.

Das Team beobachtete große Unterschiede zwischen den Ländern. So berichteten in Südkorea neun Prozent der Schülerinnen und Schüler, Opfer von Mobbing gewesen zu sein, in den Philippinen waren es 65 Prozent, in der Schweiz 22 Prozent. Mit dem Wert von 23 Prozent liegt Österreich auch ziemlich genau im Bereich Deutschlands (22 Prozent). Auch das Wiederholen einer Klasse reichte von 0,8 Prozent (Südkorea) bis hin zu 43 Prozent (Marokko). In Österreich lag der Wert bei 13 Prozent, in der Schweiz bei 16 und in Deutschland bei knapp 17 Prozent.

Kommentare (2)
Patriot
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Lesenswert?

Heutzutage bleibt an den österreichischen Schulen

ohnedies fast niemand mehr sitzen! Alle Schülerinnen, die den Lehrstoff nicht beherrschen, werden fast ausnahmslos in die nächsthöhere Klasse geschoben. Mit dem Ergebnis, dass sie am Ende der Schulpflicht weder sinnerfassend lesen, noch richtig schreiben und rechnen können!
Dank der SchulpolitikerInnen ist das österreichische Schulsystem am Sand!

Heike N.
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5
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Sag sowas nicht, sonst hau ich dich mit

Wattebäuschen