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Trotz tödlichem UnfallFahrradanhänger sind eine sichere Sache

Es ist eine emotionsgeladene Diskussion: Das Thema Gefahr und Risiko des Transportes von Kindern am bzw. mit einem Fahrrad. Der Faktencheck zum Thema Gefahr und Risiko vom Verein "Große schützen Kleine".

Die Mitnahme von Kindern am Fahrrad bzw. in einem Fahrradanhänger ist grundsätzlich ein sicherer Transport © (c) Sasenki - stock.adobe.com
 

"Nach dem tragischen Vorfall, der gesamtgesellschaftlichen Trauerverarbeitung und der emotional geführten Debatte sollte nun wieder zur Sachlichkeit zurückgekehrt werden", so der Verein "Große schützen Kleine". "Der Transport von Kindern im Fahrradanhänger ist nicht gefährlicher als das selbständige Fahren von Kindern mit dem Fahrrad im Straßenverkehr." Die Mitnahme von Kindern am Fahrrad bzw. in einem Fahrradanhänger ist grundsätzlich ein sicherer Transport. Die Ausgestaltung der Sitze bzw. Sitzwannen, die Verwendung der Gurtsysteme und des Helms minimieren das Verletzungsrisiko sehr stark. Dennoch ist es natürlich nicht möglich, jegliche schwere oder gar tödliche Verletzung zu verhindern, zumal bei einer Kollision mit einem Pkw große Kräfte auftreten.

Tragischer Unfall, dramatisches Einzelereignis

Jedes Unfallereignis wie dieses ist für die Einzelperson immer eine dramatische Belastung. Um jedoch die Fakten richtig einordnen zu können, bedarf es nun einer wissenschaftlichen Betrachtung, die einen emotionsfreien und ungetrübten Blick auf die Sachlage ermöglicht.
Im Zeitraum 2000 bis 2018 sind in Österreich 708 Kinder im Alter 0 bis 14 Jahre nach einem Unfall verstorben. Davon waren 305 tote Kinder (=43%) im Straßenverkehr (Mitfahrer im Auto n=151 / 49%, Radfahrer n=26 / 9% und Fußgänger n=98 / 32%, Sonstiges 10%) zu beklagen.

Im Zeitraum von 2004 bis 2018 wurden an der Kinder- und Jugendchirurgie Graz insgesamt 19 verletzte Kinder nach Unfällen mit obig genannten Transportmöglichkeiten behandelt: 11 mal saßen die Kinder im Fahrradkindersitz, 7 mal in einem Fahrradanhänger und 1 mal
im Lastenrad. Unter all diesen Unfällen gab es einen einzigen Verkehrsunfall: ein anderer Radfahrer rammte das Fahrrad mit dem Kind im Fahrradsitz.

Das Unfallgeschehen im Detail

Unfallmuster beim Fahrradanhänger (7 Unfälle):

4x Umkippen des Fahrradanhängers durch zu wildes Kurvenfahren
2x Sturz des Kindes im Fahrradanhänger beim Hinsetzen bzw. Aufstehen
1x Sturz aus dem Fahrradanhänger beim Heraussteigen

Darunter gab es keine schwere Verletzung!

Unfallmuster beim Fahrradkindersitz (11 Unfälle):

3x Einzelsturz beim Radfahren
3x kam ein Kind mit dem Fuß in die Radspeiche
2x Umstürzen des Fahrrads beim Hineinsetzen / Herausnehmen des Kindes
1x stürzte das Kind aus dem Sitz
1x Verletzung der Hand an einem Zaun beim Hinausstrecken während der Fahrt
1x Verkehrsunfall: Kollision mit anderem Fahrradfahrer

Darunter gab es 2 schwere Verletzungen, nämlich den Bruch eines Unterarms und eine Gehirnerschütterung.

Unfallmuster mit dem Lastenrad (1 Unfall):
1x stürzte das Kind aus dem Sitz

Dabei gab es keine schwere Verletzung!

Gesamteinordnung des Unfallgeschehens

Im Zeitraum von 2004 bis 2018 wurden an der Kinder- und Jugendchirurgie Graz 19 Kinder nach einem Unfallgeschehen beim Transport mit dem Fahrrad behandelt. Im Vergleich wurden im selben 15jährigen Zeitraum in der gleichen Altersgruppe der Kinder- und
Jugendchirurgie Graz knapp 100.000 Kinder nach anderen Unfällen behandelt. Unfälle durch einen Fahrradtransport von Kindern weisen bei den behandelten Kindern letztlich einen Anteil von 0,02%
auf.

Kommentare (16)

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Maximilianhelm
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Fahrradanhänger sicher!

Auch wenn behauptet wird, dass Fahrradanhänger sicher sind,
würde in diesen Anhänger niemals ein Kind setzen, den sie sind mir schon seit langen nicht geheuer, da das Kind nicht in Augenhöhe des Fahrers sind und leicht übersehen können!

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Dogsitter
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Radfahren

ist auf der Straße einfach gefährlich, egal ob nun ein Kind im Kindersitz mitfährt, oder im Anhänger..bei Sturzunfällen mit dem Rad ist der Anhänger sicher besser, da die Höhe geringer ist, falls er umkippt----Ich würde allerdings einiges nachbessern von Gesetz wegen...die Sichtbarkeit verbessern z.b gilt auch für die Räder für Querschnittgelähmte....die sind auch schwer zu sehen....auch mit dem Fanderl, welches sie oben haben...

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Rsgg
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Auto - Wohnwagen

Beim nachziehen eines Wohnwagens mit einem Auto ist es streng verboten das sich darin Menschen befinden. Beim filigranen Fahrradanhänger erlaubt ?????? Unfassbar!!!!!!

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Mein Graz
1
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@Rsgg

1. Höhere Geschwindigkeit
2. Viel höhere Schleudergefahr
3. Keine Gurten vorhanden
4. Personen bleiben sowieso nicht sitzen
5. Es wurde schon gesehen, dass während der Fahrt sogar gekocht (!) wurde
6. Wenn man sich den Aufbau eines Wohnwagens ansieht: er ist im Grunde genommen kaum stabiler als ein Fahrradanhänger, da man eben die höhere Geschwindigkeit berücksichtigen muss. Oder fährst du mit dem Wohnwagen nicht schneller als 25 km/h?

Ein Wohnwagen ist nicht für die Beförderung von Personen gedacht - wennst hinten sein willst bietet sich ein Wohnmobil an!

Es ist tödlicher Leichtsinn, sich während der Fahrt in einem Wohnwagen aufzuhalten.

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aral66
4
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Das ist ja auch der Sinn eines Radanhängers!

🤔🤔🤔

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fwf
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Unverständliche Diskussion

Egal ob Radfahrer, Fußgänger, Tretrollerfahrer oder Behinderter. Sie sind alle die Schwächeren, wenn sie ein blinder oder besoffener Autofahrer über den Haufen fährt.
Da muß man schon in Schilda leben, wenn man hier Fahrradanhänger verbieten will.
Man muß die Qualität der Autofahrer mehr in das Zentrum der Betrachtungen rücken.

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SeCCi
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guns...

guns don't kill people
people kill people

es darf darüber nachgedacht werden ;)

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pesosope
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Wie soll das sicher sein?

die Köpfe der Insassen sind auf Höhe der stärksten Fahrzeugteile und auch sonst sind sie nur ganz, ganz schwach abgesichert.... und der Fahrer ist mit seinem Rad auch nicht wendiger oder besser unterwegs.

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wabra149a
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Sie wollen es wohl nicht wahrhaben,

@pesosope, die Statistik ist aber doch eindeutig! Der Verein "Große schützen Kleine" ist traditionell weit davon entfernt, Gefahren zu verniedlichen. Die Zahlen sind also absolut glaubwürdig und bestätigen auch die (subjektiven) Erfahrungswerte in der Fahrradcommunity.

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erstdenkendannsprechen
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die statistik ist auch deswegen so positiv,

weil die hänger sehr wenig (verhältnismäßig) verwendet werden.

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AAltausseer
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Die Statistik ist eben nur Statistik!

Sagt nur leider gar nichts darüber aus, wie gefährlich es für die Betroffenen tatsächlich werden kann! Deshalb werden für PKWs ja auch Crash-Tests gemacht, und nicht Statistiken!
Klar ist doch, dass unter annähernd gleichen Bedingungen wie bei dem tragischen Unfall letzten Sonntag, das Ergebnis = 3 Tote immer das gleiche sein wird! Es ist also dringend geraten, seine Kinder nicht in solche Gefahrensituationen zu bringen.
Liebe KLZ, die Headline ist zwar formal richtig, aber trotzdem sehr irreführend. Für mich daher leider keine journalistische Glanzleistung.

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einmischer
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AAltausseer

Zeitungen werden halt anscheinend hauptsächlich über Schlagzeilen verkauft Um so reisserischer um so besser. Dies spricht aber gegen die Qualität des Blattes und auch der kritiklosen Leser.
Bei dem tragischen Unfall in Gross Enzersdorf .
Da wurde sofort der Sportwagen erwähnt, eine Porsche, der Porsche des Vaters.........
Viele lesen dann eh nicht mehr weiter, ist ja alles gesagt.
Dass dieser Porsche 924 ein Oldtimer mit den Fahrleistungen eines Golf Diesel war geht total unter. Rasen kann man mit fast jedem Auto, das ist kein Porscheleiden.
Und genauso ist es mit dem Fahrradanhänger-Unglück
Die Tageszeit(nahe 21 Uhr) und der Unfallort(Bundesstrasse) werden in den Berichten nur am Rande erwähnt. So hält man die Diskussion am Köcheln. Sieht man ja an uns.

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schulzebaue
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Kommen sie mir nicht mit Argumenten

Mein Weltbild ist gefestigt.

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pesosope
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Und Sie verstehen es scheinbar nicht, diese Dinger sind aus Stoff! und der/die Insassen können in Gefahrenmomenten selbst überhaupt nicht nicht reagieren und sind allein vom Glück abhängig und von keiner Verkleidung oder anderen Sicherheitskomponenten!!!!!!

Sind Sie von einem Hersteller dieser Dinger?

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wabra149a
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Liebe(r) pesosope,

sie können sicher sein, dass der Verein "Große schützen Kleine" niemals einen Satz wie "Der Transport von Kindern im Fahrradanhänger ist nicht gefährlicher als das selbständige Fahren von Kindern mit dem Fahrrad im Straßenverkehr." veröffentlichen würde, wenn deren Vertreter nicht davon überzeugt wären. Aber natürlich besteht mein "Schutz" beim Radfahren auch nur aus meiner Kleidung und ich bin - wie Sie meinen - "allein vom Glück abhängig", ob mich ein Auto über den Haufen fährt... Aber wenn ich diese Angst hätte, dürfte ich wohl das Haus nicht verlassen. Die Alternative kann also nur sein: Infrastruktur für aktive Mobilität (Gehen, Radeln) verbessern, KFZ-Verkehr reduzieren, bei Mischverkehr Temporeduktion für KFZ, Sicherheitsabstand beim Überholen, gegenseitige Rücksichtnahme,...

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Reipsi
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Auch nix anderes

wie früher wo die Kinder am Fahrrad gesessen sind, eines vorne und eines hinten.

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