AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Aktuelle BeziehungstrendsÖsterreicher wollen die ganz große Liebe

Single-Dasein und Polyamorie nehmen in Österreich keineswegs zu. Dafür nehmen wir Partnersuche unverbindlicher wahr und wohnen lieber allein.

90 Prozent der Österreicher wünschen sich eine feste Beziehung. © (c) Yakobchuk Olena - stock.adobe.com (Yaroslav Astakhov)
 

Oft wurde sie heraufbeschwört: die Versingelung der Gesellschaft. Vor allem jungen Menschen wird gerne unterstellt, sie würden ihre Sexualpartner immer häufiger wechseln und seltener feste Beziehungen eingehen. Eine Umfrage im Auftrag des online Partnervermittlers Parship bestätigt jetzt das exakte Gegenteil: Die Zahl der österreichischen Singles hat sich kaum verändert und langjährige Partnerschaften zählen immer noch zum idealen Beziehungsmodell.

Die meisten Singles leben laut der Umfrage, bei der rund tausend Österreicherinnen und Österreicher zwischen 18 und 69 Jahren online befragt wurden, in Oberösterreich und Wien (ca. 34 Prozent). Mit 20 Prozent leben in der Steiermark am wenigsten Alleinstehende im Bundesländervergleich. Interessant: Gleichzeitig ist der Wunsch der Steirer nach einer festen Partnerschaft am geringsten. Die Umfrage wurde von Marketagent.com durchgeführt.

Man lebt zunehmend getrennt

Obwohl die Zahl der Alleinstehenden in den letzten zehn Jahren also konstant blieb, erhöhte sich die Anzahl von Einpersonenhaushalten deutlich. Die Statistik Austria prognostiziert für das Jahr 2030 4,19 Millionen Einpersonenhaushalte im Vergleich zu 3,65 Millionen im Jahr 2011. Auch in Beziehungen lebt man also zunehmend getrennt. Eine feste Partnerschaft wünschen sich trotzdem neun von zehn Österreichern, 37 Prozent der Befragten sind bereits länger als 20 Jahre mit ihrem Partner liiert und auch unter den unter 30-Jährigen findet sich ein Drittel, das bereits seit fünf bis zehn Jahren in einer Beziehung ist. “Friends with benefits” und offene Beziehungen bleiben Randerscheinungen.

Neue Kanäle, große Kompromissbereitschaft

Die Partnersuche hat sich allerdings eindeutig ins Internet verschoben: Mehr als jede vierte Beziehung entsteht heute online. Seit 2001 liegt das Internet an erster Stelle bei der Frage, wie man seinen Partner kennengelernt hat (25 Prozent). Davor verliebte man sich am ehesten beim Ausgehen (29 Prozent). Grundsätzlich sind die Möglichkeiten, einen künftigen Partner kennenzulernen, vielfältiger geworden.

Eine klare Mehrheit schätzt die Partnersuche heute unverbindlicher ein als früher, insbesondere Frauen. Diese machen auch öfter Erfahrungen mit Ghosting – also dem Phänomen, dass eine (sich anbahnende oder bereits feste) Beziehung plötzlich und ohne Erklärung beendet wird. Die meisten geben allerdings an, in einer Beziehung (fast) bedingungslos zum Partner zu stehen, Kompromisse eingehen zu wollen und Schwierigkeiten zu bewältigen statt die Beziehung zu hinterfragen.

Gegenseitige Unterstützung

Rund 80 Prozent sind ihrem Partner treu, bieten Unterstützung in schwierigen Zeiten und bleiben auch bei Jobverlust oder Krankheit loyal. Kritisch gesehen werden unterschiedliche Meinungen beim Kinderwunsch (nur 13 Prozent würden hier eine andere Position ihres Partners akzeptieren) und mehrmaliger sexuellen Untreue (nur 4 Prozent könnten dies aushalten, ohne an der Beziehung zu zweifeln).

Hingegen geläufiger Meinungen sind es vor allem junge Menschen, die Wert darauf legen, ihre Beziehung öffentlich zu machen und die Worte “Ich liebe dich” häufig auszusprechen. Nach fünf Jahren haben die meisten Paare eine gemeinsame Wohnung und Kinder. Lieber getrennt - auch nach fünf Jahren - halten die Österreicher ihr Konto. Die Hälfte aller Paare führt getrennte Finanzen und fast genauso viele teilen auch ihre Passwörter oder Pins nicht mit ihrem Liebsten.

Kommentare (1)

Kommentieren
alsoalso
0
0
Lesenswert?

Ghosting

wird es hier genannt. Auf Deutsch heißt das Wegwerfen - wie beim Müll

Antworten