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Neue UmfrageSo tickt Österreichs Jugend

Die Jugend ist vernünftiger denn je: So gehen 14- bis 29-Jährige mit den Themen Mobilität, Umweltschutz, Digitalisierung und Körperbewusstsein um.

Die österreische Jugend macht sich Gedanken
Die österreische Jugend macht sich Gedanken © (c) drubig-photo - stock.adobe.com (Diana_Drubig)
 

DocLX, Österreichs größte Eventagentur mit touristischem und digitalem Schwerpunkt, und Marketagent.com präsentierten heute Vormittag den neuen Jugend Trend Monitor. 2.263 junge Menschen im Alter zwischen 14 und 29 Jahren wurden – In Österreichs größter Jugendstudie – zu aktuellen Themen befragt.

„Wir sehen das Bild einer sehr vernünftigen Jugend, die bereits mit der Digitalisierung aufgewachsen ist und eine gewisse Ambivalenz entwickelt hat. Schattenseiten der Digitalisierung sind ebenso bewusst wie Vorteile, Potenziale und verbindende Faktoren“, fasst DocLX-Gründer Alexander Knechtsberger zusammen.

„Digitalisierung ist ein fixer Bestandteil des Lebens der jungen Österreicher und wird nicht mehr losgelöst gesehen. Im Umgang mit digitalen Medien und Devices sind die 14- bis 29-Jährigen sehr bewusst und nutzen sie gezielt. Auch eine Auszeit vom hyperdigitalen Dauerstress wird als immer erstrebenswerter angesehen“, kommentiert Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl.

Mobilität im Wandel

0,4 Prozent der jungen Österreicherinnen und Österreicher wünschen sich kostenfreie öffentliche Verkehrsmittel. Rund 30 Prozent der Umfrageteilnehmer sprechen sich für autofreie Innenstädte aus und 27 Prozent wären für eine Abschaffung des Tempolimits auf Autobahnen. Nur etwa 14 Prozent unterstützen ein Verbot von Verbrennungsmotoren.

Die Einführung einer City-Maut halten etwa 13 Prozent der Befragten binnen der nächsten zehn Jahre für realistisch, die Abschaffung des Tempolimits hingegen sogar 14,5 Prozent. Jeder fünfte junge Österreicher kann sich vorstellen, dass der öffentliche Verkehr in den nächsten zehn Jahren gratis wird. Ein eigenes Auto zu haben, halten nur mehr 47 Prozent der befragten jungen Menschen für wichtig. 21 Prozent der Befragten denken, dass Elektromobilität relevant ist und 17,2 sprechen sich für Car-Sharing aus. Uber, CAR:GO oder Taxify sind für 17 Prozent der Altersgruppe wichtig.

Mit 81 Prozent ist der Wunsch nach dem eigenen Auto in den Bundesländern stärker ausgeprägt als in Wien (61,4 Prozent). Wenn es um carsharing und Mobilitätsplattformen geht, sieht man aber kaum Unterschiede zwischen der städtischen und ländlichen Jugend.

Autonom fahrende Autos würden für 46 Prozent der jungen Österreicher in Frage kommen; allerdings ist die Zustimmung bei Männern (61 Prozent) stärker ausgeprägt als bei Frauen (30,2 Prozent). Nur 21 Prozent der jungen Menschen kann sich mit dem Gedanken eines autonom fahrenden Autos noch gar nicht anfreunden.

Ähnlich ist auch die Einstellung zu Zustelldiensten mit Drohnen: Etwa die Hälfte der Umfrageteilnehmer würde es gut finden. Auch hier sind wieder mehr Männer dafür als Frauen. Rund 44 Prozent sind davon überzeugt, dass Amazon und Co. in den nächsten zehn Jahren die Bestellung wie im Flug liefern werden.

eSports

Rund 27 Prozent der jungen Österreicher definieren „Counterstrike Global Offensive“, „Dota 2“, „FIFA“ oder „League of Legends“ als „echte“ Sportart. 39,4 Prozent sehen eSports nicht als sportliche Betätigung an. 29 Prozent sind an eSports interessiert: Auch hier zeigen sich Männer  interessierter. 48 Prozent sind sehr interessiert, 27 Prozent haben eSports-Turniere schon auf Streamingplattformen wie Twitch verfolgt und 10 Prozent im Fernsehen.

78 Prozent der Befragten denken, dass digitale Sportarten Menschen auf der ganzen Welt verbinden und 68 Prozent sind überzeugt, dass sie wichtige Fähigkeiten wie Konzentration oder Reaktionsgeschwindigkeit fördern. Knapp 60 Prozent meinen auch, dass siech dadurch die Teamfähigkeit verbessert. Der durchschnittliche österreichische eSportler verbringt täglich 1,2 Stunden mit seiner digitalen Sportart.

Online-Mobbing

13 Prozent der jungen Österreicher waren bereits selbst Opfer von Online-Mobbing. 36,2 Prozent waren mit dem Thema bereits konfrontiert. 70,5 Prozent der Betroffenen ist das Online-Mobbing nahe gegangen und hat sie betroffen gemacht. 53 Prozent haben die Beiträge beim jeweiligen Plattformanbieter gemeldet. Knapp 20 Prozent haben die Täter entweder online oder persönlich zur Rede gestellt. 16 Prozent haben sich an eine Vertrauensperson gewandt.

Body-Shaming

Mehr als 70 Prozent der jungen Menschen würden ihren Körper gerne nach einem Idealbild formen und 64 Prozent wünschen sich, dass ihr Aussehen auf andere positiv wirkt. 53 Prozent von ihnen fühlen sich unwohl, wenn sie sich nicht attraktiv fühlen. Vorbilder auf sozialen Netzwerken wie Influencer und Blogger haben jedoch nur einen sehr geringen Einfluss: Nur 3,8 Prozent der jungen Österreicher nehmen sie zum Vorbild.

Knapp die Hälfte der jungen Erwachsenen (47 Prozent) kann sich kosmetische Zahnbehandlungen, Laserbehandlungen oder eine Fettabsaugung vorstellen. Ein Drittel der Befragten würde nie einen kosmetischen Eingriff an sich durchführen lassen.

Etwa 30 Prozent der Umfrageteilnehmer waren schon selbst Opfer von Body Shaming. Frauen sind von Diskriminierung aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes stärker betroffen als Männer. Fast die Hälfte hat das schon im persönlichen Umfeld erfahren. 81 Prozent der Befragten erachten die „Body Positivity Bewegung“ für wichtig. Frauen sind mit 91 Prozent ganz besonders stark dafür.

Bewusster Umgang mit Ressourcen

Die 14- bis 29-Jährigen achten auf einen bewussten Umgang mit der Umwelt und leben einen ökologisch nachhaltigen Lebensstil. 6,5 Prozent leben vegetarisch und 2,6 Prozent vegan. 66,8 Prozent halten vegetarische Ernährung für gesund und ein Viertel hält auch vegane Ernährung für gesund. Die Mehrheit (rund 80 Prozent) glaubt, dass vegetarische Ernährung umweltfreundlicher sei. Über zwei Drittel denken dies auch über Veganismus.

79 Prozent halten vegetarische Ernährung für einen langfristiger Trend. Bei Veganismus sind nur 45 Prozent der Befragten dieser Überzeugung.

Mehr als die Hälfte versucht beim Einkaufen Plastikverpackungen zu vermeiden. Etwas stärker ausgeprägt ist das Umweltbewusstsein in dieser Hinsicht bei Frauen. Das Plastiksackerl ist auf jeden Fall Teil der Vergangenheit: 94 Prozent der jungen Menschen transportieren ihre Einkäufe in mitgebrachten Taschen, Sackerln oder Rucksäcken. Ähnlich viele  sind auch für ein Verbot von Platiksackerl. 88,2 Prozent unterstützen ein generelles Verbot von Plastikverpackungen. Ähnlich viele junge Menschen  können sich auch ein Verbot von Einweg-Plastikverpackungen vorstellen.

Echten Pelz tragen nur 2,9 Prozent der jungen Menschen. 59,2 Prozent sind deutlich dagegen. 71 Prozent befürworten ein Verkaufsverbot für echten Pelz. Nur 11,5 Prozent sind klar gegen dieses Verbot.

Impfpflicht

38,4 Prozent sind für eine generelle Impfpflicht. Weitere 46,3 Prozent stimmen dieser für gefährliche Krankheiten zu. Nur 15,3 Prozent sind dagegen. Noch stärker ist das Bewusstsein, wenn es um die eigenen Kinder geht: 93,8 Prozent würden ihren Nachwuchs präventiv impfen lassen. Dagegen sind nur 6,2 Prozent der Befragten.

Umgang mit dem Smartphone

Rund 73 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sehen ihr Smartphone als normalen Gebrauchsgegenstand. Bedenklichicherweise sieht ein Zehntel das Smartphone als „Freund“ und etwa 8 Prozent betrachten es schon als eigenen Körperteil. Mehr als zwei Drittel der Befragten sagt, dass ihre Freunde zu viel Zeit mit dem Handy verbringen und fast ebenso viele sind sich bewusst, dass sie selbst zu viel Zeit in das Smartphone investieren. Nur rund 24 Prozent der Jugendlichen kritisieren dies an ihren Eltern.

Informieren über das Weltgeschehen

Wenn sich die jungen Österreicher für einen Content-Kanal entscheiden müssten, würde mehr als die Hälfte auf Streaming-Abos wie Netflix, Amazon Video oder Sky setzen. Rund 15 Prozent würden nicht auf Privatsender verzichten wollen; und weniger als 10 Prozent halten das öffentlich-rechtliche Fernsehen für essenziell.

Über das aktuelle Tagesgeschehen informiert sich die Hälfte der jungen Menschen in sozialen Netzwerken, wobei hier auch die Inhalte der klassischen Medienmarken hinzuzuzählen sind. Etwa 38 Prozent konsumieren tageszeitungen digital. Gleichauf liegt Radio als wesentliches Informationsmedium. Die Bedeutung sozialer Medien wird  mit zunehmendem Alter unwichtiger.

Digitalisierung: Fluch oder Segen?

Mehr als die Hälfte (52,2 Prozent) der jungen Menschen befürwortet ein bedingungsloses Grundeinkommen im Bewusstsein, dass die fortschreitende Digitalisierung Arbeitsplätze kosten wird. 90,8 Prozent der jungen Österreicher würden auch bei Bezug des bedingungslosen Grundeinkommens arbeiten. Nur 2,4 Prozent würden die Arbeit verweigern, wenn sie rund 1.500 Euro im Monat ohne Gegenleistung beziehen könnten. 35,2 Prozent halten das bedingungslose Grundeinkommen in den nächsten zehn Jahren für realistisch.

Große Sorgen vor der Digitalisierung als Jobkiller hat Österreichs Jugend nicht: 68,1 Prozent halten Bits und Bytes nicht für die Konkurrenten der Zukunft auf dem Arbeitsmarkt. Nur sieben Prozent sehen ihren (künftigen) Arbeitsplatz durch die Digitalisierung gefährdet.

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