Das Linzer Marktforschungsinstitut hat im Dezember 2022 erhoben: Ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher hat auch für 2023 eine Reihe guter Vorsätze. Vor allem Personen mit höherer Bildung, Menschen unter 35 Jahren und Frauen haben Lebensstiländerungen ins Auge gefasst. Ganz hoch im Kurs stehen Bewegung und Sport, gefolgt von gesünderer Ernährung und bewusstem Leben leben. In Anbetracht der aktuellen Wirtschaftssituation wenig überraschend: 31 Prozent wollen auch sparsamer sein.

"Aus der Forschung ist dokumentiert, dass langfristige Änderungen von Gewohnheiten nur in etwa 10 bis 15 Prozent der Fälle gelingen", sagt der Neurobiologe, Vortragsredner und Buchautor Marcus Täuber. Unser guter Wille kratze nur an der Hirnoberfläche. "Langfristige Veränderung erfordert eine starke Belohnung", erklärt Täuber und hat fünf Strategien an die Hand, mit denen wir hirngerecht ans Ziel kommen:

  1. Druck herausnehmen. Unser Wille kann gewissermaßen schnell nach hinten losgehen. Wer sich zu sehr unter Druck setzt, begünstigt laut Täuber sogar den Rückfall. So zeigt eine Studie aus den USA: Frauen, die trotz Diät naschen und dabei Schuldgefühle entwickeln, neigen eher zu weiteren Rückschlägen als Frauen, die sich den schwachen Moment verzeihen können.
     
  2. Wir brauchen eine starke Belohnung! "Gesünder leben" ist als Motiv zu schwach, um das Belohnungszentrum in unserem Gehirn ausreichend zu aktivieren. Wir müssen uns die Belohnung sogar recht intensiv vorstellen. Beim Nikotinentzug kann das zum Beispiel das Gefühl von Freiheit oder Stolz sein.

  3. Ein Ziel ohne Plan ist "zahnlos". Gewohnheiten sind automatisierte Verhaltensweisen. Diese Routinen werden durch Reize ausgelöst. So greifen beispielsweise viele Menschen zum Glimmstängel, wenn sie gestresst sind oder sich eine Pause gönnen möchten. Ausformulierte Wenn-Dann-Pläne helfen, das Gehirn neu auszurichten. Am besten schreiben Sie auf, in welchen Situationen Sie bisher geraucht haben und welches neue Verhalten Sie nun an den Tag legen möchten. Diese Szenarien auch im Kopf durchgehen, also mental trainieren. Es bildet sich dadurch eine neue Verknüpfung, die mit der Zeit das alte Muster ersetzt.

  4. Schritt für Schritt! Neue Gewohnheiten schleifen sich langsam ins Gehirn ein. Verantwortlich dafür sind die sogenannten Basalganglien. Es empfiehlt sich, kleine Schritte zu setzen. Wer zum Beispiel mit Sport beginnen möchte, tut sich leichter, es erstmals langsam anzugehen. Mit jeder Wiederholung lernt das Gehirn ohnehin mit – und verinnerlicht den neuen Lebensstil.

  5. Mit Taktgefühl! Wer beispielsweise regelmäßig Sport betreiben möchte, sollte dabei auf die Macht der Rhythmik setzen. Also besser Montag, Mittwoch und Freitag um sieben Uhr laufen gehen statt zu unterschiedlichen Zeiten. Gewohnheiten sind gespeicherte Rituale.