Ihr Verein "Arche Noah" hat das Ziel, seltene Obst- und Gemüsesorten vor dem Aussterben zu bewahren. Geht es hier um mehr als Liebhaberei?
Bernd Kajtna: Das Sammeln und Erhalten von alten Obst- und Gemüsesorten ist weit mehr als Liebhaberei. Das haben die Menschen schon vor 100 bis 120 Jahren erkannt, damals wurden schon die ersten Gen-Banken eingerichtet. In Österreich begann etwa Professor Erwin Mayr in den 1930er-Jahren, Getreide-Landsorten zu sammeln, weil ihm klar war, dass dies die Grundlage unserer Ernährung ist. Wenn wir neue Pflanzensorten züchten wollen, nichts Exotisches, sondern zum Beispiel einfach eine Weizensorte, die in einer bestimmten Gegend gut wächst, dann müssen wir auf Grundlagen zurückgreifen können. Wir brauchen verschiedene Bausteine, um eine moderne Sorte auf den Markt bringen zu können. Das ist das Grundgerüst jeder Pflanzenzüchtung und damit unserer Ernährung.