Was Gärtner im Jänner wissen müssenKann ich meine Christrose in den Garten setzen?

Der Winter hat uns fest in der Hand - aber für Gärtner gibt es auf dem Balkon und im Garten dennoch einiges zu tun.

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Kann man die Christrose in den Garten setzen? "Unbedingt", sagt Biogärtner Karl Ploberger © (c) Natalia Greeske - stock.adobe.co (Picasa)
 

Wir möchten aus einem alten Weihnachtskaktus Ableger ziehen. Wann ist der beste Zeitpunkt?
Im Frühsommer bewurzeln die Stecklinge am schnellsten. Einfach Triebspitzen in sehr sandige Erde stecken, nach wenigen Wochen beginnen sie schon als eigenständige Pflanzen zu wachsen. Die Mutterstöcke jetzt vorsichtig gießen und ab März düngen.

<< Video: Wie überwintern die Zitronenbäume am besten? >>

Efeu wuchert am Fichtenstamm hoch. Gibt es ein Bekämpfungsmittel?
Efeu vernichtet niemals Bäume. Er wächst nur am Stamm hoch, aber nie auf die Äste nach außen, wo die grünen Nadeln oder Blätter sind, die den Baum versorgen. Viel gefährlicher für die Fichte wäre die Verwendung eines Total-Herbizids.

Die Kübelpflanzen leiden im beheizten Wintergarten.
Die Heizung trocknet die Luft aus und in Kälteperioden hilft auch Lüften nicht, weil von draußen ebenfalls trockene Luft hereinströmt. Abhilfe schafft eine regelmäßige Dusche, die Blätter an Ober- und Unterseite wöchentlich einsprühen.

<< Video: Karl Ploberger im Glashaus >>

Gibt es eine Verwendung für den Christbaum?
Die einzelnen Äste abschneiden und das Reisig über die Rosen breiten, um Frostrisse zu vermeiden oder mit den Zweigen empfindliche Stauden vor Kälte zu schützen. Der Rest kommt als Fußabstreifer zum Einsatz.

Das blühende Alpenveilchen hat im Vorjahr die Kälte nicht überlebt.
Das Alpenveilchen steht oft Ende Jänner in Vollblüte, folgt eine starke Frostperiode - noch dazu ohne schützende Schneedecke -, ist es um die Vorfrühlingspflanze geschehen. Darum bei Frost mit Vlies abdecken, um das Schlimmste zu verhindern.

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Das Alpenveilchen steht oft Ende Jänner in Vollblüte Foto © (c) Daniel Jędzura - stock.adobe.co

Kann ich meine Christrose in den Garten setzen?
Unbedingt. Im Halbschatten unter Sträuchern und Bäumen mit einer ausgiebigen humosen Laubschicht, da fühlen sich die Schneerosen besonders wohl. Das zeigen sie, indem sie sich von Jahr zu Jahr prächtiger entwickeln.

<< Video: Was die Christrose braucht >>

Bei mir wächst die Vogelmiere sogar im Winter. Was tun?
Da hilft nur: Während der Gartensaison tüchtig mulchen, das dämmt die Vogelmiere ein. Sie hat übrigens auch ihr Gutes: Sie zeigt humusreichen Boden an, der bekanntlich die beste Voraussetzung für alle Pflanzen ist.

Bei mir wächst die Vogelmiere sogar im Winter. Was tun?Da hilft nur: Während der Gartensaison tüchtig mulchen Foto © Fabian - stock.adobe.com
Meine Blumenzwiebeln haben ausgetrieben, wie schütze ich sie?
Der beste Schutz wäre eine Schneedecke, die heuer leider an vielen Stellen (noch) fehlt. Streuen Sie Laub vom Herbst über die Triebspitzen und legen Sie Tannenreisig darüber, viel mehr kann man nicht machen.

Die Geranien im dunklen Keller bilden lange Triebe aus. Dürfen diese zurückgeschnitten werden?
Die langen Triebe können immer wieder zurückgeschnitten werden. Der Keller sollte außerdem gut gelüftet werden, damit es an dem dunklen Ort so kühl wie möglich, aber natürlich frostfrei bleibt.

An den Orchideen zeigen sich Zuckertröpfchen.
Das tritt ein, wenn etwa Nacht- und Tagestemperatur zu unterschiedlich sind oder die Luft zu trocken ist. Die Orchideen zeigen, dass sie Stress haben. Sorgen Sie dafür, dass sich die Bedingungen der Pflanzen verbessern.

Woman transplanting orchid into another pot on kitchen. Housewife taking care of home plants and flowers
An den Orchideen zeigen sich Zuckertröpfchen - was bedeutet das? Foto © maryviolet - stock.adobe.com

Vogelfütterung im Winter

  • Für den Futterplatz eine frei stehende Stelle wählen, damit sich Raubtiere wie Katzen nicht unbemerkt anschleichen können. Lockere Sträucher in der Nähe sind als Sichtwarte von Vorteil.
  • Wer mit der Winterfütterung einmal begonnen hat, darf damit nicht mehr aufhören. Vögel verlassen sich auf ihre Futterplätze, bleiben sie vorübergehend leer, versetzt das die gefiederten Gartenhelfer unnötig in Stress, dabei ist das Vogelleben bei Schnee und Kälte so schon schwer genug.
  • Um möglichst viele Vogelarten zu verwöhnen, wird vielfältig gefüttert: Sonnenblumenkerne, kleine Samen, Nüsse, Fettfutter wie Meisenknödel und Weichfutter wie getrocknete Beeren oder Haferflocken. Speisereste sind ungeeignet!
  • Futtersäulen sind zu bevorzugen, weil die Vögel da nicht das Futter verunreinigen können.
  • Das Vogelfutter darf nicht nass werden, verschimmeltes Futter ist Gift für die Gefiederten.

Was jetzt zu tun ist:

  • Baumschnitt: An frostfreien Tagen oder bis wenige Grade unter null kann man den Schnitt an Obst- oder Zierbäumen durchführen. Dieser Schnitt ist den ganzen Winter möglich, sollte aber bis zum ersten Austrieb erledigt sein.
    << Video: Tipps zum Baumschnitt >>

  • Zimmerpflanzen: Ihre härteste Zeit dauert bis zum Februar. Zu wenig Licht, oft zu hohe Temperaturen und viel zu trockene Luft. Daher alle Pflanzen möglichst nahe ans Fenster stellen, Vorhänge öffnen und die Pflanzen immer wieder übersprühen. Gedüngt wird etwa alle zwei Wochen.

  • Werkzeugpflege: Weil im Winter nicht viel zu tun ist, bietet sich die Gelegenheit, seine Geräte und Werkzeuge in Schuss zu bringen, damit im Frühjahr gleich gestartet werden kann.

  • Planen und genießen: Wer es nicht mehr aushält, macht sich an die Pflanzplanung für die nächste Saison und genießt die Vorfreude darauf. Oder gestaltet Beete um.

  • Gießen im Winter. Pflanzen im Freien vertrocknen oft, das wird dann im Frühjahr fälschlich als „erfroren“ ausgelegt.

  • Schneelast. Die Äste immergrüner Sträucher können unter zu großer Schneelast brechen, daher nach Schneefällen die weiße Pracht mit Besen oder Rechen abschütteln. Generell lassen sich bruchgefährdete Sommersträucher schützen, indem man die gesamte Krone mit einem dünnen Seil locker zusammenbindet.

  • Zum Staunen. Beobachten Sie die Natur auch im Winter aufmerksam. Es blühen Zaubernuss, Schneerosen, Duftschneeball, Winterjasmin und Raureif veredelt die Gartenlandschaft.

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