SUP-BoardsKauf, Ausfahrt, Technik: Was Sie über das Stand-Up-Paddeln wissen sollten

Es macht Luftmatratze und Tretboot Konkurrenz: das Stand-Up-Paddeln. Wer den Sport ausüben kann und worauf man beim Kauf eines Boards achten sollte, erklärt Profi Alfons Kristan.

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summer sunset lake paddleboarding detail
© Getty Images
 

Für wen ist der Sport geeignet?

Prinzipiell können junge, aber auch ältere Menschen Stand-Up-Paddeln. Auf dem Brett sind vor allem Koordinationsvermögen, Gleichgewicht sowie die Bauch- und Rumpfmuskulatur gefordert.

Alfons Kristan ist mehrfacher österreichischer SUP-Meister in der Masters Klasse und betreibt vier SUP-Stationen am Wörthersee (Bad Maiernigg, Seepark Hotel, Whaliss-Wiese Pörtschach, Bad Saag): „Paddeln ist definitiv ein Sport für Alt und Jung. Wir haben hier am Wörthersee viele Senioren, die begeisterte Paddler sind. Besonders wichtig ist, dass man gute Schwimmkenntnisse mitbringt. Es ist einfach wunderbar, weil man Sport macht und den See ganz anders genießen kann. Außerdem hat man so etwas wie eine eigene Insel, ganz abgeschieden vom Getümmel am Ufer.“

Bevor man jedoch mit dem Stand-Uup-Paddeln startet, sollte man sich von einem Profi in der Technik einschulen lassen, damit man von Beginn an richtig paddelt.

Worauf sollte man beim Kauf eines Boards zu achten?

Bevor man in ein Brett investiert, zahlt es sich aus, ein Board auszuleihen, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Hat man Feuer gefangen, empfiehlt Kristan für Einsteiger ein Allround-Board in der Größe 10‘5‘(ca. 317,5 cm lang) und einem Volumen von mindestens 250 Litern. „Das ist ein super Einsteigerboard für Menschen bis 90 Kilo. Sie kosten im Schnitt um die 300 Euro.“

Ist man schwerer oder will das Board zu zweit nutzen – Mutter und Kind beispielsweise – würde der Profi ein größeres Brett empfehlen – 10‘8‘‘ (circa 325,1 cm) oder 11‘6‘‘ (350,5 cm). Man sollte sich auf alle Fälle im Fachgeschäft beraten lassen. „Anfänger müssen sich auch überlegen, ob sie im Starterbereich bleiben wollen oder, ob sie sich vorstellen können in einem oder zwei Jahren, vielleicht schon eine Kategorie drüber zu Paddeln.“ Sportlichen Menschen empfiehlt der SUP-Profi in diesem Fall gleich in ein Touringboard zu investieren. Diese Boards sind schmäler und liegen preislich zwischen 600 und 1000 Euro.

SUP Stand-Up-Paddel Trainer Alfons Kristan Strandbad Maiernigg Klagenfurt Juli 2021
Stand-Up-Paddel-Trainer Alfons Kristan Foto © Markus Traussnig

Zur Person

Alfons Kristan ist mehrfacher österreichischer Meister in der Masters Klasse.
www.sup-woerthersee.com

Wie wichtig ist das Paddel?

Das Paddel ist extrem wichtig, weil man mit ihm die Kraft ins Wasser bringt. Bei den günstigeren Boards bekommt man in vielen Fällen dreiteilige Aluminiumpaddel dazu. „Sie liegen aber sehr schlecht in der Hand. Ein gutes Paddel startet preislich bei 100 Euro aufwärts“, so Alfons Kristan.

Wie sollt man eine Ausfahrt vorbereiten und planen?

Vor einer Tour sollte man unbedingt einen Blick auf den Wetterbericht werfen: Wird es windig und damit auch wellig werden? „Bei Wind, tut man sich auch gleich schwerer beim Paddeln“, erklärt Kristan.

Er empfiehlt ebenfalls immer die so genannte „Leash“ – ein Knöchelband, das den Sportler mit dem Board verbindet – anzulegen, damit das Brett nicht von einem wegtreibt, sollte man herunterfallen. „Wichtig ist auch eine Sicherheitsschulung, da es auch auf dem Wasser bestimmte Regeln gibt, die man befolgen sollte.“ Auch am Wasser gilt, wie im Straßenverkehr, die Rechtsregel. Informieren Sie sich weiters über Naturschutzzonen und Schonzeiten!

Was sind die häufigsten Fehler, die am Brett gemacht werden?

„80 Prozent, die ich hier auf dem Wörthersee paddeln sehe, machen es verkehrt. Sie stehen falsch am Board, halten das Paddel verkehrt oder die Paddelbewegungen kommen nur aus dem Schulterbereich“, erklärt Kristan. „Daher ist es auch so wichtig, sich gleich am Anfang einschulen zu lassen.“

Kann man die Saison auch ausdehnen?

Alfons Kristan paddelt selbst das ganze Jahr. Im Winter trägt er allerdings einen Trockenanzug, darunter Ski-Unterwäsche und dazu Neoprenschuhe. „Stand-Up-Paddeln ist ein Ganzjahressport.“

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