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60 Jahre Anti-Baby-PilleWo Last statt Lust überwiegt, verzichten Frauen auf die Pille. Auch das ist feministisch

© KLZ
 

Einst galt die Anti-Baby-Pille als Befreiungsschlag. Die Kontrolle über den weiblichen Körper? Spätestens ab den 1970er Jahren Frauensache, meine Herren. Moralapostel und Sittenwächter ächzten angesichts des patriarchalen Kontrollverlustes, aber keine Chance: Begehren und Familienplanung wurden fortan getrennt gedacht. Endlich.

Und heute? Der emanzipatorische Freiheitsbegriff ist im Wandel. 2020 erklären sich vermehrt diejenigen als frei, die auf künstliche Hormone verzichten. Nicht zuletzt, weil der Beipackzettel abschreckt: Akne, Brustspannen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen oder der Verlust der Libido können auftreten. Gleichzeitig wurden Studien, die an der Pille für den Mann arbeiten, in der Vergangenheit immer wieder abgebrochen. Wegen den Nebenwirkungen. Nebenwirkungen, die ein großer Teil der Frauen wohlgemerkt seit Jahren anstandslos tragen.

Ohne Zweifel: Die Pille hat eine Revolution entfacht. Doch wo Last statt Lust überwiegt, halten immer mehr Frauen dagegen. Auch das ist ein feministischer Akt. Das Ziel der Emanzipation ist es seit jeher Freiheit zu erlangen. In diesem Fall gibt es keinen Verhandlungsspielraum: Indem Frauen die Spielregeln in punkto Verhütung neu definieren, leisten sie Widerstand. Emotional übersetzt, sagen sie: Hört her! Mein Körper gehört mir – immer schon und immer noch.

Und dazu gehört auch die Freiheit, Nein zu sagen. Nein zu künstlichen Hormonen. Und am Ende auch Nein zu der fremdbestimmten Vorstellung, wie eine Frau zu leben hat.

Kommentare (4)

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Plantago
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Scheint nur drei Leute - jetzt vier,

zu interessieren.

Ifrogmi
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Seltsame Sicht der Dinge...

Als ob jemand die Frauen gezwungen hätte die Pille zu schlucken.

bb65
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@ifr

Gezwungen nicht, erwartet dass sie die Pille schlucken auf jeden Fall, zumindest meine Generation (bj65). Ich als Mann finde die Sicht der Dinge überhaupt nicht seltsam sondern sehr nachvollziehbar.

Jamestiberius
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So ist es...

@ bb65: Völlige Zustimmung!

Da wurde doch immer erwartet, dass die Frau sich um das Thema kümmert, zumindest in den vergangenen Generationen. Wie so oft lag die Last bei der Frau und die Männer machten es sich zu einfach...