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Orthopäde im InterviewO Sohle mio! Ein Hoch auf die Füße

Orthopäde Matthias Manke verrät, warum man seinen Füßen Aufmerksamkeit schenken sollte und worauf es bei der Fußpflege zu achten gilt.

SCHWIMMEN - FINA WM 2009
Im Sommer kommen Füße aus ihrem "Socken-Gefängnis" © GEPA pictures
 

Der Sommer ist die Jahreszeit, in der wir unsere Füße zeigen. Viele wählen Flip Flops oder Sandalen. Was sagen Sie als Orthopäde dazu?
Matthias Manke: Zum einen freut sich der Fuß. Er kommt endlich raus aus seinem synthetischen Socken-Gefängnis und bekommt frische Luft. Wir haben hier also schon einmal weniger Risiko für Fuß- oder Nagelpilz. Das Problem ist aber, wenn man damit falsch läuft, dann erläuft man sich damit einen so genannten Spreizfuß.

Ihr Buch trägt den Untertitel: Was Füße über unsere Gesundheit verraten. Was verraten sie denn?
Als Arzt sehe ich zuerst einmal, wie der Patient seinen Körper pflegt. Wenn ich schon mit meinen Füßen rücksichtslos umgehe, dann sagt das auch etwas über meine grundsätzliche Einstellung zu meinem Körper aus. Dann kann man sagen: Habe ich kalte Füße? Habe ich ein Durchblutungsproblem? Habe ich Missempfindungen in den Füßen? Habe ich ein neurologisches Problem? Gibt es Hautveränderungen? Habe ich eine Infektion am Fuß? Deswegen verraten uns die Füße zweierlei, einmal im Hinblick auf unseren Gesamtzustand und einmal an Ort und Stelle, ob irgendwelche Probleme im Körper vorliegen.


Welche Beschwerden können auftreten, wenn man sich nicht um seine Füße kümmert?
Unsere Füße sind das Fundament des Körpers. Wenn wir nun irgendwo eine Veränderung haben – wenn der Fuß auf der einen Seite abknickt – dann verkürzt sich damit die Beinlänge, das Becken steht infolge schief, die Wirbelsäule muss gegenlenken und letztendlich können wir dann über eine Fußfehlstellung auch Kopfschmerzen oder Kieferprobleme entwickeln, weil das Fundament gestört ist.
Foto © Manke

Zur Person

Matthias Manke ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Seine Erfahrungen aus dem Spitzensport – betreuender Arzt am Olympiastützpunkt Westfalen, ehemaliger Mannschaftsarzt des FC Schalke 04) lässt er in seine Arbeit einfließen.
Buchtipp: Leichtfüßig. Was unsere Füße über
unsere Gesundheit verraten. Lübbe, 269 Seiten, 18,50 Euro.
Info: www.revierdoc.de


Was sind die häufigsten Fußleiden?
Der Hallux, die Ballenzehe, tritt meistens mit einem Spreizfuß auf. Hier ist die Fußstatik gestört und die Großzehe sucht sich ihren Weg nach außen, aufgrund veränderter Muskelzüge. Der Hallux beruht im regelfall auf einem zu engen Schuhwerk und einer genetischen Komponente. Mittlerweile sieht man auch den Senk-Spreizfuß sehr oft. Kinder werden immer kräftiger, tragen nur noch Schuhe und gehen beinahe nie barfuß, die Fußmuskeln werden also nicht mehr genug trainiert und das Gewölbe, das wir sonst kennen, baut sich nicht mehr richtig auf. Dieser Senk-Spreizfuß wird dann zum Plattfuß, wenn gar nichts mehr geht. Und dann gibt es noch die Krallenzehe. Sie entsteht, weil die Zehen bei einem ausgeprägten Spreizfuß keinen Kontakt mehr zum Boden haben. Die Zehen hängen dann einfach nur so herum und haben keine Funktion mehr.
Bei Kindern wird viel Zeit und Geld in den Schuhkauf gesteckt. Je älter sie werden, desto wichtiger wird die Optik des Schuhs. Muss man ein Leben lang darauf achten, was man an den Füßen trägt?
Der Fuß verändert sich im Laufe eines Lebens. Wenn wir mit einem Auto fahren, nutzt sich auch der Reifen ab und das Auto bekommt Verschleißerscheinungen. Unser Fuß ist genauso. Er altert und verändert seine Form durch die unterschiedliche Belastung, der er ausgesetzt ist. Deswegen ist es unabhängig vom Alter immer wichtig, darauf zu achten, dass der Fuß mit dem Schuh optimal versorgt ist.

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