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Forscher lesen GedankenEntscheidung eines Fisches ist jetzt vorhersehbar

Gedankenlesen leicht gemacht: Forschern ist es gelungen Entscheidungen vorauszusagen. Zumindest die von Fischen.

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Das Gedankenlesen wurde an Zebrafischen ausprobiert © (c) Getty Images (isoft)
 

Die Angst des Tormanns beim Elfmeter wäre wohl geringer, wenn er wüsste, ob der Schütze ins rechte oder linke Eck zielt. Solche Entscheidungen werden etliche Sekunden vor der Ausführung im Gehirn getroffen, fanden Wiener Forscher bei Fischen heraus.

Anhand ihrer Gehirnaktivitäten konnten sie vorhersagen, wann sich Zebrabärblinge bewegen und in welche Richtung, erklären sie im Fachjournal "Cell".

Ein Team um Alipasha Vaziri, der am Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien und der Rockefeller University in New York forscht, lehrten Zebrafisch-Larven zunächst ein bestimmtes Verhalten. "Das Training diente hauptsächlich dazu, dass sie ein Problem lösen mussten, und man neurobiologisch eher von einer Entscheidung sprechen kann, als von einem einfachen Reflex", erklärte Vaziri im Gespräch mit der APA.

Entscheidungsfindung wird beobachtet

Sie erhitzten dazu den Kopf der Tiere ein wenig mit einem Wärmestrahl (Infrarot-Laserstrahl). Die Fische konnten den unangenehmen Reiz "abstellen", indem sie den Schwanz nach rechts bewegten. Dann schalteten die Forscher die Wärmequelle nämlich aus. Nach etwa 15 Wiederholungen hatten die Fische den Dreh heraus und reagierten in 80 Prozent der Fälle mit einer Rechtsbewegung, berichten sie.

Währenddessen sahen die Forscher den Fischen mit einem Lichtfeld-Mikroskop ins Gehirn und beobachteten 5.000 sehr aktive Nervenzellen (Neuronen) bei der Arbeit. Dadurch identifizierten sie Aktivitätsmuster für das Erkennen des Reizes (sensorisch), für die Bewegung (motorisch) und für die Entscheidungsfindung.

Mit diesem Wissen konnten sie zehn Sekunden, bevor ein Fisch sichtbar auf den Reiz reagierte, seine Bewegung vorhersagen.

Wir wussten im Vorhinein bei jedem weiteren Versuch, ob irgendein Fisch den Schwanz in die korrekte oder falsche Richtung schwingt, und zu welchem Zeitpunkt er die Bewegung ausführt.

Alipasha Vaziri

Dies funktionierte nicht nur bei vorab trainierten Fischen, sondern bei jedem Individuum.

"Verschiedene Hirnregionen beteiligten sich dabei, die sensorische Information in eine Entscheidung und Bewegung zu transformieren, aber eine Region stach dabei hervor: das Cerebellum (Kleinhirn, Anm.)", so die Forscher in einer Aussendung des IMP.

Es ist schon lange bekannt, dass es für die Steuerung der Motorik wichtig ist und die Feinabstimmung, unbewusste Planung und das Erlernen von Bewegungsabläufen koordiniert. Zudem wird ihm neuerdings eine Funktion bei höheren kognitiven Prozessen zugeschrieben. Vielleicht spielt es ja auch beim Elfmeterschießen eine entscheidende Rolle.

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