Druck durch Social MediaKeine Schönheits-OP-Filter mehr auf Instagram

Spezielle Filter machten es möglich, das Gesicht wie von einem Schönheitschirurgen markieren zu lassen oder Lippen und Nase extrem zu verändern. Instagram räumte nun ein, dass es ein Fehler gewesen sei, diese Filter freizugeben.

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Doctor drawing lines on female patient´s face before skin lifting
Doctor drawing lines on female patient´s face before skin lifting © (c) Prostock-studio - stock.adobe.com (Konstantin Postumitenko)
 

Linien und Pfeile, die die Schönheit vollenden sollen. Mit dem sogenannten "Fix Me"-Filter erscheinen Gesichter, als ob ein Schönheitschirurg sich ausgetobt hätte. Mithilfe der Filter "Plastica" oder "Bad Botox" kann man sich visuell die Lippen aufspritzen, die Nase verkleinern oder die Augen überdimensional groß machen.

Nun musste Instagram jedoch die Notbremse ziehen, in einem Statement hat man die Freigabe jener Filter als Fehler eingeräumt, man wolle "die bestehenden Richtlinien in Bezug auf das Wohlbefinden aufwerten".

Auch Facebook erlaubt derzeit keine Veröffentlichung neuer und vielleicht ähnlicher Filter. Vor Kurzem noch haben Instagram und auch Facebook verkündet, ihre Richtlinien zu den Themen Schönheitschirurgie und Gewichtsabnahme zu verschärfen.

Experten warnen nun, dass das alleine nicht ausreichen würde, weil vor allem das Selbstbild von Jugendlichen durch die Darstellung auf Social Media beeinflusst werde, da sie sich mit ihren digitalen Vorbildern vergleichen. Nicht selten folgen Jugendliche Fitnessmodels, Sängern und Schauspielern. Schnell stellen sich Fragen wie etwa: Bin ich dünn genug? Ist mein Bauch flach genug? Ist mein Leben aufregend genug? Bin ich beliebt genug? Im heurigen Jugend Trend Monitor gaben 21, 9 Prozent der Jugendlichen an, schon einmal Opfer von "Body Shaming", also Diskriminierung aufgrund ihres Aussehens geworden zu sein. Beinahe Dreiviertel aller Befragten (72,4 Prozent) würden ihren Körper gerne nach einem Idealbild formen, weil sie sich wünschen, dass ihr Aussehen auf andere positiv wirkt. Anders als erwartet, haben aber Blogger und Influencer nur einen sehr geringen Einfluss auf die Vorstellungen der Jugend. Nur 3,8 Prozent der Jugendlichen nehmen sie sich - eigenen Angaben nach - zum Vorbild.

Likes als Währung

Die digitale Beliebtheitswährung sind Likes. Instagram testet nun in einigen Ländern eine neue Version der Plattform, bei der es nicht mehr möglich ist, Fotos zu liken. Diese kommt jedoch bei den Nutzern nicht gut an. Ein Argument von Kritikern ist hier, dass sich das Feedback dann schlichtweg von den Likes auf die Anzahl der Follower verlagere. 

Social Media ist mittlerweile aber auch zu einer beliebten Spielwiese einiger Make Up-Hersteller geworden. Geworben wird damit, dass man auch Offline wunderschön aussehen könne.

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