Wohn-PorträtDieses revitalisierte Biedermeier-Haus ist gar nicht bieder

Eine Wohnung mit Charakter: Festivalintendant Bernhard Günther lebt mit seiner Frau in einem revitalisierten Biedermeierhaus mit vielen Büchern und Einbaumöbeln mitten in Wiens 2. Bezirk.

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bei Bernhard Guenther von Wien Modern Karmelitergasse 4 1020 by Akos Burg
Bernhard Günther öffnet die Türen zu seinem Wohnungsjuwel in Wien © Akos Burg
 

Um die Ecke liegt eines der hippsten Grätzel Wiens: der Karmelitermarkt mit seiner üppigen Auswahl an Cafés, Bistros, Designershops und Bars. Öffnet man jedoch die Türe dieses revitalisierten Biedermeierhauses in der Karmelitergasse, entert man eine hinreißend verwunschene, ruhige Welt. Dieser Ort ist wie eine Entschleunigungsmaschine. Eine alte Linde steht im Gemeinschaftsgarten, wilder Wein und Efeu ranken sich an den Innenwänden hinauf, und an einer Stelle ist der letzte Rest der alten Ghettomauer aus dem 17. Jahrhundert sichtbar, erklärt Bernhard Günther.

Der künstlerische Leiter des Musikfestivals Wien Modern hatte 2016 Glück, per Annonce fand er mit seiner Frau dieses Goldstück in der Leopoldstadt. Anfang der 1980er revitalisierte Architekt Walter Stelzhammer dieses U-förmige und damals abbruchreife Haus, das um 1780 errichtet wurde, für eine private Eigentümerschaft. 1986 erhielt er dafür den Stadterneuerungspreis.

Die kompakte 120-Quadratmeter-Wohnung mit verglaster Veranda und einer rund 43 Quadratmeter großen Terrasse ist ganz aufs Grüne ausgerichtet. Dort steht ein langer Holztisch und rundum wachsen viele Kräuter wie diverse Minzesorten, Melisse, Rosmarin, Lorbeer, Szechuanpfeffer oder das japanische Kraut Shiso. Die Terrasse ist in der warmen Jahreszeit das verlängerte Familienwohnzimmer.

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Wohnporträt: Eine Wohnung mit Charakter

Grün-weiß dominiert als Farbe zu Hause bei Bernhard Günther und seiner Frau und zieht sich bis auf die Veranda hinaus.

Akos Burg

An den Wänden des revitalisierten Gemeinschaftsprojekts in der Wiener Karmelitergasse ranken sich wilder Wein und Efeu, sie sind auch von innen zu sehen.

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Ein Leben mit Zehntausenden Büchern, Platten und Cds und vielen Instrumenten:Musik spielt im Leben von Intendant Bernhard Günther eine Riesenrolle

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Er leitet das Musikfestival Wien Modern

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Eine Entschleunigungsmaschine mit Gemeinschaftsgarten, vielen Festen und alter Linde

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Die Terrasse wird vom Ehepaar Günther als verlängertes Wohnzimmer, wann immer das Wetter zulässt, genutzt

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Flexible Wohnlandschaft: den einzigen echten Wohnraum der Wohnung kann man via Schiebetüren variiieren und abtrennen

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Abtrennbar

Der Wohnraum drinnen ist stark von einem System aus zwei mal drei hellen Schiebetüren vorgegeben, mit denen sich der rechteckige Raum beispielsweise bei Besuch schnell unterteilen lässt, sich Dinge verstecken lassen oder man sich neben dem Wohnzimmer einen Arbeitsbereich abtrennen kann. Die Türen selbst bieten zusätzlich Platz - und das ist auch nötig. Zehntausende Bücher, Platten und CDs besitzt die Familie, hinzu kommen eine Vielzahl an Bildern, kleinen Objekten und Musikinstrumenten vom Klavier bis zu einer Reihe sogenannter Toy-Pianos. Eines hat einen zentralen Platz im Wohnzimmer bekommen: „Das habe ich mir gekauft, als ich den ersten Toy-Piano World Summit an der Philharmonie Luxembourg veranstaltet habe“, sagt Günther.

 

Hier wird gelebt, das spürt man sofort. „Manchmal organisieren wir auch Hausmusikabende.“ Das Analoge, Haptische, Entschleunigte wird in diesem Haushalt großgeschrieben - wie im Programm samt dazugehörigem Buch des Festivals.


Herzstück für den Intendanten ist die Küche. „Die habe ich mir teilweise selbst aus Kieferbrettern und Metallstangen aus dem Baumarkt zusammengebaut.“ Hunderte Gewürzdosen stapeln sich neben vielen Pfannen und Sieben und Trichtern. Das selbst gewuzelte Baguette kam gerade frisch aus dem Ofen. Zum fantastischen Blick ins Grüne schmeckt es köstlich.

Zum Festival

Wien Modern. Österreichisches Festival für Neue Musik. Vom 28. Oktober bis 30. November in Wien. Jahresmotto 2019: „Wachstum“.

100 Veranstaltungen, 49 Produktionen in 24 Spielstätten in 12 Bezirken stehen auf dem Programm.

Großes Eröffnungskonzert: 31. 10., 19.30 Uhr, ORF Radio-Symphonieorchester mit Marin Alsop und The Swingles, Wiener Konzerthaus.

www.wienmodern.at

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ohooho
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Gratulation!

mit viel gefühl und wunderschön!