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Plus bei EheschließungenEs "trauen" sich wieder mehr Menschen im Land

Mit 46.468 Ehen wurden 2018 in Östrreich um um 1.487 mehr als noch 2017 geschlossen. Freilich wurden insgesamt auch 16.304 Ehen rechtskräftig geschieden, um 0,8 Prozent mehr als im Jahr davor.

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2018 wurden laut endgültigen Ergebnissen von Statistik Austria insgesamt 46.468 Ehen geschlossen, um 1.487 bzw. 3,3 Prozent mehr als 2017. Mit 464 eingetragenen Partnerschaften gab es 2018 um 65 bzw. 12,3 Prozent weniger Begründungen eingetragener Partnerschaften als im Jahr davor. Insgesamt 16.304 Ehen wurden 2018 rechtskräftig geschieden, um 0,8 Prozent mehr als im Jahr davor. Zugleich wurden 98 eingetragene Partnerschaften aufgelöst, zwei mehr als 2017 (plus 2,1 Prozent). Die Gesamtscheidungsrate war 2018 mit 41 Prozent gleich hoch wie 2017.

Bei 69,3 Prozent der Hochzeiten war es für beide Partner die erste Ehe (2017: 69,1 Prozent). Das mittlere Erstheiratsalter der Männer lag 2018 bei 32,8 Jahren, jenes der Frauen bei 30,6 Jahren - beides geringfügig höher als im Vorjahr (2017: Männer 32,7; Frauen 30,4).

Vorarlberg als Ausnahme

In allen Bundesländern, mit Ausnahme von Vorarlberg (minus 0,3 Prozent), wurden 2018 mehr Ehen geschlossen als im Jahr davor. Die deutlichsten relativen Anstiege wurden dabei in Tirol (plus 5,6 Prozent) und in Niederösterreich (plus 5,1 Prozent) verzeichnet, gefolgt von der Steiermark (plus 4,3 Prozent), dem Burgenland (plus 4,1 Prozent), Kärnten (plus 3,4 Prozent) und Oberösterreich (plus 3,2 Prozent). Geringere Zuwächse bei der Zahl der Eheschließungen wurden in Salzburg (plus 2,4 Prozent) und in Wien (plus 1,3 Prozent) registriert.

Der höchste Anteil beiderseitiger Erst-Ehen wurde mit 75,4 Prozent in Tirol verzeichnet, der niedrigste im Burgenland, wo nur 62,3 Prozent der beiden künftigen Ehepartner vor der Eheschließung ledig waren, wie Statistik Austria am Mittwoch berichtete. Am jüngsten bei ihrer ersten Eheschließung im Jahr 2018 waren Männer mit 32,2 Jahren in Wien und Frauen mit 30,0 Jahren in Niederösterreich. Am ältesten waren erstmalig heiratende Brautleute in Kärnten (Männer: 34,3 Jahre, Frauen: 32,0 Jahre).

Nachträgliche Eheschließung

Die nachträgliche Eheschließung ihrer Eltern betraf 2018 insgesamt 19.467 gemeinsame voreheliche Kinder, pro geschlossener Ehe mit Kindern im Durchschnitt 1,44 Kinder aller Altersstufen. Die höchste durchschnittliche Kinderzahl pro geschlossener Ehe wurde dabei mit 1,50 in Kärnten, die niedrigste mit 1,30 im Burgenland verzeichnet.

Von den insgesamt 464 eingetragenen Partnerschaften im vergangenen Jahr wurden 42,7 Prozent von in Wien wohnhaften Paaren begründet. 217 Paare waren weiblich (46,8 Prozent aller eingetragenen Partnerschaften). Die gleichgeschlechtlichen Partner bzw. Partnerinnen waren 2018 überwiegend zwischen 30 und 49 Jahre alt (52,9 Prozent). Bei 77,4 Prozent waren beide künftigen Partner davor ledig.

Im Bundesländervergleich war die Gesamtscheidungsrate 2018 in Wien mit 46,7 Prozent am höchsten, gefolgt von Niederösterreich (44,5 Prozent), Vorarlberg (41,9 Prozent) und dem Burgenland (41,2 Prozent). In Tirol war die Gesamtscheidungsrate mit 36,2 Prozent am niedrigsten. In den übrigen Bundesländern lag sie zwischen 36,5 Prozent und 38,6 Prozent und damit unter dem Österreichwert von 41,0 Prozent.

Im Jahr 2018 erfolgten 14.073 bzw. 86,3 Prozent (2017: 88 Prozent) aller Ehescheidungen in beiderseitigem Einvernehmen. Bei den insgesamt 1.973 strittig bzw. nach ausländischem Recht geschiedenen Ehen war zu 49,8 Prozent der Mann Träger des Verschuldens, zu 9,9 Prozent die Frau, zu 29,8 Prozent beide sowie in 10,5 Prozent der Fälle keiner von beiden.

Die mittlere Ehedauer (Median) der 2018 geschiedenen Ehen lag mit 10,6 Jahren etwas unter dem Niveau des Vorjahres (2017: 10,7 Jahre). Dabei fanden 1,5 Prozent der Ehescheidungen bereits innerhalb des ersten Ehejahres, weitere 4,8 Prozent im Laufe des zweiten statt. Insgesamt betraf fast die Hälfte aller Scheidungen Ehen mit einer Dauer von weniger als zehn Jahren (47,7 Prozent). Etwa jede siebente Ehescheidung (14,0 Prozent) erfolgte nach der Silberhochzeit, darunter waren auch 38 Paare, die sich erst nach der Goldenen Hochzeit scheiden ließen.

"Durchschnitts-Geschiedene" 45,5 bzw. 42,3 Jahre alt

Männer waren 2018 bei der Ehescheidung im Mittel 45,5 Jahre, Frauen 42,3 Jahre alt. Im Vorjahr war das mittlere Scheidungsalter (Median) für Männer mit 45,3 Jahren und für Frauen mit 42,2 Jahren etwas niedriger gelegen. Insgesamt 18.639 Kinder, davon 12.927 (69,4 Prozent) minderjährig, waren von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. Die Ex-Ehepaare hatten somit im Durchschnitt 1,14 Kinder (aller Altersstufen), mehr als die Hälfte davon jünger als 14 Jahre (53,9 Prozent).

Die 98 gerichtlichen Auflösungen eingetragener Partnerschaften erfolgten zu 93,9 Prozent einvernehmlich. Mehr als die Hälfte der bisherigen eingetragenen Paare war weiblich (51,0 Prozent). Rund die Hälfte der Ex-Partner (45,9 Prozent) war zwischen 30 und 49 Jahre alt. In 17,9 Prozent der aufgelösten Partnerschaften waren die Partner jeweils bereits mindestens einmal davor verheiratet. In 6,6 Prozent der Fälle wurde bereits die zweite eingetragene Partnerschaft aufgelöst.

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