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Unrechtmäßig verrechnete Spesen bei BAWAG P.S.K.So bekommen Bankkunden ihr Geld zurück

Spesen für händisch nachbearbeitete Zahlscheine, nachteilige Zinssenkungen und das Einstellen der Zusendung von Kontoauszügen per Post verärgerten in der Vergangenheit zahlreiche BAWAG P.S.K.-Kunden. Die Arbeiterkammer brachte eine Verbandsklage gegen das Unternehmen ein und bekam nun Recht. Wie Betroffene jetzt ihr Geld zurückbekommen.

Auch für gut leserliche Zahlscheine wurde die "händische Nachbearbeitung" extra verrechnet © (c) Stockwerk-Fotodesign - stock.adobe.com
 

2015 gab es in der Arbeiterkammer-Konsumentenberatung viele Beschwerden von verärgerten Konsumenten. Für die manuelle Nachbearbeitung von Zahlscheinen verrechnete die BAWAG P.S.K. je nach Kontomodell Entgelte in Höhe von 1 bis 2,90 Euro. Diese Gebühr wurde oft auch verlangt, wenn die Kunden den Zahlschein ordnungsgemäß und gut leserlich ausgefüllt hatten. Offenbar waren technische Mängel der Automaten dafür verantwortlich. Das Gericht stellte nun fest, dass die Verrechnung dieser Entgelte nicht zu Recht erfolgt sei. Alle Konsumenten, die diese Spesen bezahlt und noch nicht zurückbekommen haben, können sich nun an die BAWAG P.S.K. wenden und die Gutschrift der Spesen beantragen.

Senkung der Zinssätze

2016 hat die BAWAG P.S.K. vielen Kunden eine Senkung von Soll- und Habenzinsen angekündigt. Nach Ansicht der AK war die zugrundeliegende Vertragsklausel nicht gesetzeskonform - das Gericht diese Annahme bestätigt. Ob die Senkung der Zinssätze für Kontokunden letztlich nachteilig war, hängt allerdings von der individuellen Nutzung des Girokontos ab. Das muss in jedem Einzelfall überprüft werden. Betroffene wurden bereits von der BAWAG P.S.K. informiert, dass auf Kundenanfrage eine Nachrechnung erfolgt. In Fällen, in denen wegen einer regelmäßigen Kontoüberziehung die Korrektur für Konsumenten nachteilig wäre, kann der Antrag zurückgezogen werden.

Portospesen

Bei bestimmten Kontomodellen war als Service die postalische Zusendung von Kontoauszügen gegen Verrechnung von Portospesen vorgesehen. Dieses Service wurde von der BAWAG P.S.K. Ende 2016 aufgekündigt. Diese einseitige Vertragsänderung durch die BAWAG P.S.K. war aber rechtswidrig. Die BAWAG P.S.K. wird den von der Änderung betroffenen KundInnen daher auf Anfrage dieses Service in Zukunft wieder anbieten.

Was jetzt zu tun ist

Die Arbeiterkammer-Spezialisten raten betroffenen Konsumenten, die Bank-Info via Kontoauszug und E-Banking zu lesen und sich an die BAWAG P.S.K. zu wenden. Sie prüft alle Fälle. Für einzelne Kunden wird der gutgeschriebene Betrag wahrscheinlich meist nur gering sein. Insgesamt handelt es sich wohl um ein beträchtliches Körberlgeld für die Bank.

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