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BildungAHS-Matura wurde laut Bildungsforscher Eder "zur Sackgasse"

"Die AHS-Matura allein ist zur Sackgasse geworden", sagt Bildungsforscher Ferdinand Eder. Zwar beginnen die meisten danach eine weitere Ausbildung. Wer das nicht tut, plagt sich jedoch bei der Arbeitssuche: Nicht einmal jeder Fünfte findet in den ersten drei Monaten nach Abschluss einen Job - das sind deutlich weniger als bei anderen Ausbildungsarten, zeigt der jüngste Nationale Bildungsbericht.

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"Es ist schwierig, heute noch eine Tätigkeit zu finden, die mit einer allgemeinbildenden Matura ausgeübt werden kann", so Eder zur APA. Die AHS-Matura als Vorbildung für ein Studium ist ausschließlich allgemeinbildend angelegt. "In der Praxis haben AHS-Maturanten deshalb wesentlich schlechtere Chancen beim Berufseinstieg als Personen mit anderen Abschlüssen, vor allem die mit einer berufsbildenden Matura."

Der Nationale Bildungsbericht zeigt gar: Punkto raschem Berufseinstieg macht es kaum einen Unterschied, ob man die AHS abgebrochen oder erfolgreich abgeschlossen hat. Erfolgreiche AHS-Absolventen sind allerdings immerhin deutlich seltener beim AMS gemeldet (ein Prozent zu 13). Die Gruppe, die gleich nach der Reifeprüfung arbeiten will, ist ohnehin "speziell und relativ klein": Acht von zehn Absolventen beginnen nach der Reifeprüfung eine weitere Ausbildung.

Früher hätten Banken gerne AHS-Maturanten angestellt, schildert Eder. Mit dem "Siegeszug der berufsbildenden höheren Schulen" (BHS) hätten die Unternehmen dann allerdings lieber auf BHS-Absolventen zurückgegriffen, die zur Reifeprüfung auch noch berufspraktische Fähigkeiten erlernt haben. Im Job selbst hadern die AHS-Absolventen dann vielfach mit ihrer Ausbildung: Fast 50 Prozent finden, dass die in der Schule erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen nicht zu ihrem Beruf passen - doppelt so viele wie in anderen Ausbildungsformen.

Akuten Reformbedarf bei der AHS-Oberstufe sieht Eder dennoch nicht, mit nur 22 Prozent einer Altersstufe besuchten relativ wenige Jugendliche diese Schulform. Und: "AHS-Maturanten gehen bevorzugt in die Bereiche Kunst, Kultur, Medien und Wissenschaft und dafür ist diese Art von Allgemeinbildung eine gute Voraussetzung." Dort werde auf formale Voraussetzungen weniger geachtet.

Dennoch solle man "sehr darüber nachdenken, wie die berufliche Anschlussfähigkeit dieser jungen Leute unterstützt werden kann", etwa indem bei den Schwerpunktsetzungen in der Oberstufe auch darauf geachtet werde, dass die erworbenen Kompetenzen auch beruflich genutzt werden können. "Zum Teil gibt es das schon, wenn etwa Schwerpunkte in Richtung Informatik gehen."

Der Anteil an Schülern, der über die AHS-Oberstufe zur Matura gelangt, ist laut Statistik Austria seit den 1970ern übrigens deutlich zurückgegangen - von davor mehr als zwei Drittel auf weniger als die Hälfte. Die Kombination aus der Möglichkeit, ein Studium zu beginnen, und einem Berufsabschluss war laut Eder für viele Schüler und Eltern eben eine "unwiderstehliche Kombination".

Kommentare (13)

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Ifrogmi
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sackgasse?

quatsch. aber halt erst das erste drittel eiens höheren bildungsweges.

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brosinor
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Es ist schwierig, heute noch eine Tätigkeit zu finden, die mit einer allgemeinbildenden Matura ausgeübt werden kann",

Das mag theoretisch schon stimmen, aber ein allgemein gebildeter, belesener und denkender Mensch wird sich niemals von Politikern, Bankern, Versicherungsfritzen und anderen Betrügern über den Tisch ziehen oder auf den Kopf schxxxxx lassen.
Und das ist seeeehr viel wert! Und HIRNBESITZER haben doch die Basis für den Erfolg

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Balrog206
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Also

Das unterschreib ich dir nicht !

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hansi01
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Das war schon immer so

Schon zu unserer Schulzeit war die Mittelschule der Start für ein Studium. Ohne weiter zu studieren hatte man ein breites allgemein Wissen und die Matura aber sonst nichts.
Heute ist es ebenso und ich garantiere Herrn Eder sollte die Maturaprüfungen in Zukunft so gestaltet werden (Mathe 2018 vs. 2019) dass 98 oder mehr die Matura schaffen, wird in Zukunft in der Privatwirtschaft kaum ein Maturant einen Job finden, sondern nach der Matura in die Lehre gehen.

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eadepföbehm
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Der Weg in ein Studium war für eine AHS Matura schon immer vorgezeichnet.

Daran hat sich im letzten halben Jahrhundert nichts geändert.
Warum wird da eine Sackgasse erfunden.
Vielleicht sollte man das den Volksschülern bzw. deren Eltern einfach nur in Erinnerung rufen, bevor man sie an eine AHS schickt.

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BernddasBrot
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zumal bereits alle wichtigen Studien

ohne Zulassungsprüfung nicht mehr belegt werden können , ist die Frage danach ohnehin peripher....

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Christian Hubinger
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Wer 8 Jahre AHS positiv absolviert hat,

der braucht keine Matura mehr. Die Aufnahmetests bei diversen Studien führen die "Matura" ad absurdum. Wer beim Aufnahmetest durchfällt - dem nutzt das beste Maturazeugnis genau nichts. Und Matura allein? Jeder ausgelernte Tischler hat bessere Chancen am Arbeitsmarkt. Mit einer Matura alleine - ist man mehr oder weniger ein gebildeter Hilfsarbeiter.

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erstdenkendannsprechen
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es sei denn, man hat eine bhs-matura abgelegt

oder die kombinierte form von ahs und lehre gemacht. das geht halt dann nicht mehr in vier jahren oberstufe....

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Patriot
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Die heutige Matura, ein Schatten von einst!

.

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gerbur
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Das ist schon seit ca.40 Jahren eine

Sackgasse gewesen. Ab Mitte der 70 er Jahre hat sich bereits abgezeichnet, dass die Matura nur die Voraussetzung für eine weiterführende Ausbildung ist. Neu ist, dass mit dem niederen Niveau der Matura die Erfolgschancen ein Studium oder eine anderweitige Ausbildung zu bewältigen, drastisch gesunken sind. AHS und auch BHS sind heutzutage zumindest in Städten zur "Pflichtschule" geworden. Auf dem Land ticken die Uhren noch nicht ganz so schlimm, aber eine Annäherung an städtische Verhältnisse kann nicht geleugnet werden.

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redbull
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Die Matura

ist heute vielleicht "weniger wert" wie früher, da sie von viel mehr Personen abgeschlossen wird.
Eine AHS-Matura ist heute aber viel anspruchsvoller als früher, vor allem, wenn es um Englisch oder Mathematik geht.

Dass man "nur" mit der AHS-Matura in einen Beruf einstiegt, das gibt es schon lange nicht mehr, und das ist auch nicht das Ziel.

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gerbur
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@redbull

Die oberflächlichen Kenntnisse in den Sprachen und in Mathematik haben mit anspruchsvollen Fertigkeiten in diesen Fächern nichts zu tun. Jeder Maturant aus den 60er Jahren spricht Englisch auf weitaus höherem grammatikalischen, syntaktischen und lautsprachlichen Niveau, so er Gelegenheit hatte einige wenige Wochen in einem englischsprachigen Land seinen aktiven Wortschatz zu erweitern, als unsere heutigen Maturanten.

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ww100
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Nein

Gerade in Mathematik wird diese Aussage jeder der vor 1980 maturiert hat widerlegen. Schauens doch mal die ahs mathe matura an...das ist ein witz

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