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Fachkräftemangel Wer suchet, der nicht immer findet

Fachkräftemangel im Wintertourismus: vor welchen Herausforderungen Gastronomen sowie Seilbahnbetriebe bei der Mitarbeiterakquise stehen. Eine Berg- und Talfahrt auf der Planai.

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Planai, Schladming
© © Helmut Lunghammer
 

Aus Skifahrersicht ist das Glas halb voll, denn Mittagszeit ist Stoßzeit hier heroben auf der Planai. Während im Gastzimmer der Schafalm dampfende Berge von Kaiserschmarrn und Schnitzel jongliert werden und unter den Tischen die Skischuhe knarzen, nimmt sich Geschäftsführer Heinz Schütter einige Minuten Zeit für eine kurze Einschätzung in Sachen Fachkräftemangel. „Die Gastro und auch das Handwerk haben ein gesellschaftliches Problem“, lautet seine Diagnose. „Alle, die es nur irgendwie schaffen, machen die Matura, weil es der Lehre immer noch an gesellschaftlichem Ansehen fehlt.“ (AMS intensiviert Ausbildung am Arbeitsplatz)

Planai, Schladming
Foto © © Helmut Lunghammer
An einem durchschnittlichen Skitag machen hier auf 1900 Meter Seehöhe 1500 hungrige und durstige Wintersportler den Einkehrschwung. Derzeit sei man zwar personaltechnisch mit 50 Mitarbeitern in Küche und Service – mithilfe einer Grazer Personalvermittlung – gut besetzt, aber es werde immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden. Nicht nur, weil immer mehr Hotels, geschulte Kräfte abziehen würden, sondern auch weil bei vielen die Freizeit und nicht mehr das Gehalt, die Prioritätenliste anführen würde.

Fachkräftemangel

Bundesweit fehlen 162.000 Fachkräfte
(Steiermark rund 25.000, Kärnten 10.000).
75 Prozent der Betriebe leiden unter dem Fachkräftemangel, 60 Prozent verzeichnen deshalb schon Umsatzeinbußen.
2019 wurde die nationale Mangelberufsliste (Verhältnis zwischen offenen Stellen und den nach diesen Jobs suchenden Arbeitslosen) von 27 auf 45 Berufe ausgeweitet. Neben dem „diplomierten Krankenpfleger“ befindet sich nun unter anderem auch der Koch auf der Liste.
In der Steiermark werden zusätzlich dazu speziell Stuckateure, Elektromechaniker, medizinisch-technische Fachkräfte, Speditionsfachleute, Maurer und sonstige Techniker für Datenverarbeitung gesucht.
In Kärnten Maurer.

„Bald wird es nicht nur mehr auf Kreuzfahrtschiffen so sein, dass Philippiner in Küche und Service arbeiten.“ Man sei immer mehr auf „alte Hasen mit Gespür“ angewiesen, wie er einen in der Küche habe. „Gott sei Dank haben wir einen Küchenchef, der ein Händchen für Talente hat. Er hat schon einige Tellerwäscher zu Köchen ausgebildet.“

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Danke für Ihr Verständnis.

erhardvallant
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Asylberechtigte und Mangelberufsliste

Nachdem man asylsuchende Lehrlinge kompromisslos abschiebt, sei die Frage erlaubt: Wo sind denn die von TÜRKIS-BLAU massiv angekündigten Lehrlinge aus dem Stande der Asylberechtigten für die Jobs aus der Mangelberufsliste? Anscheinend wieder einmal nur heisse Luft!

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smotron1
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"sondern auch weil bei vielen die Freizeit und nicht mehr das Gehalt, die Prioritätenliste anführen würde."

Klar, vor allem ist die Gastronomie ja bekannt für ihre üppigen Gehälter.

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Balrog206
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Was

Wäre den ein üppiges bzw Passendes Gehalt ?

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smotron1
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.

Wenn man die Wahl hat zwischen Gastrolehre, unangenehmen Arbeitszeiten, Stress, in vielen Fällen Arbeit fernab der Heimat auf der einen Seite und mit Matura einen besser bezahlten, oft gemütlicheren dafür geistig anspruchsvolleren 9 to 5 Job zu Hause andererseits, wieso soll man sich dann für ersteres entscheiden? Das lässt sich wohl nur mit entsprechendem Gehalt ausgleichen. Also das Gehalt ist wohl dann passend wenn sich genügend Leute von so einem Job angezogen fühlen.

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Stratusin
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Gut bezahlter Job mit Matura?

90 % der HAK-Absolventinnen zwischen 20 und 30 verdienen weniger als gleichaltrige KFZ-Techniker, Elektriker oder Lackierer(Gute Leute haben€ 2.000,- aufwärts netto). Und der Trend das Facharbeiter besser verdienen verstärkt sich.

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Balrog206
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Es

Arbeiten viele im Einzelhandel der auch nicht unbedingt bestens bezahlt ist ! Also deine genügend Leute Aussage kann nicht ganz stimmen !

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ichbindermeinung
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30 bis 40 Prozent mehr bezahlen

generell 30bis40 Prozent mehr zahlen (Ausbildung bzw. danach) u. dann werden sehr viele lieber lernen gehen als die Matura machen...

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simon.possegger
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ziemlich Realitätsfern:

Wenn bei gleich bleibenden Lohn Nebenkosten 30-40% mehr zu bezahlen wäre, würden meiner Schätzung nach 90% aller Gastronomie Betriebe zusperren! ;)

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