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SOS-KinderdorfGeschäftsführerin Susanne Maurer-Aldrian beantwortet private Fragen

Dieses Mal in der Business Lounge: Susanne Maurer-Aldrian, Geschäftsführerin bei SOS Kinderdorf.

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Von welchem Beruf träumten Sie als Kind?
Als kleines Kind hab ich mich mit Heidi identifiziert und wollte Bäuerin werden, später Försterin. In den Teenagerjahren träumte ich bald davon, im Management zu arbeiten, am liebsten im Gesundheitsbereich.

Was haben die Lehrer über Sie gesagt?
Ich fürchte, die Lehrer alterierten sich darüber, dass ich „viel tratsche“. In den 80ern und 90ern wurden soziale Fähigkeiten ja noch nicht unbedingt als Kompetenz gesehen, sondern eher als störend empfunden. Je nach Beziehung zu den Lehrerinnen und Lehrern war ich von Mathematik stark begeistert oder fühlte mich vollkommen deplatziert, entsprechend auch die Beurteilungen.

Auf welche außerschulische Leistung sind Sie heute stolz?
Ich hab relativ früh in der Nachbarschaftshilfe gearbeitet, für alte Menschen gekocht, bin mit ihnen spazieren gegangen. Ich konnte viel lernen.

Wer hat Sie am meisten gefördert?
Gefördert und in verschiedensten Ebenen stark gefordert haben mich sicher meine Eltern. Später waren es sicher mein Freundeskreis, verschiedene Vorgesetzte und Kollegen.

Auf wessen Rat hören Sie?
Ich hole mir Rat von unterschiedlichster Seite, vor allem von jenen, die kritisch nachfragen, ehrlich und direkt sind, Menschen, die auch Erfahrung mit der spezifischen Fragestellung haben und nicht darauf bestehen, dass ich ihren Ratschlag dann auch umsetze.

Was zeichnet einen guten Vorgesetzten aus?
In erster Linie sollte man den Job gerne machen. Jede Vorgesetzte sollte wissen, wo sie führen muss und wo sie folgen soll.

Was schätzen Sie an Mitarbeitern?
Ich bewundere das - kreative - Dranbleiben! An den Kindern, Jugendlichen und ihren Familien orientiert zu sein, sie nicht auszulassen und eine förderliche Beziehung einzugehen, ist nicht immer leicht. Es braucht kreative Lösungsmodelle, Weiterbildungen, Diskurs und die Fähigkeit, Netzwerke zu pflegen und zu schaffen.

Was war Ihre wichtigste Begegnung?
Ich freue mich über jede Begegnung von den Kindern über die Eltern bis zur Konkurrenz. Ich lerne aus allen Begegnungen, gestalte mit ihnen.

Wann haben Sie zuletzt Neues gelernt?
Zuletzt hab ich mich mit der agilen Selbstorganisation beschäftigt. Ich werde das auch weiterhin tun, weil ich noch kein klares Bild davon habe.

Wie bewältigen Sie Stress?
Das hart erlernte Wissen, dass es Dinge gibt, die offenbleiben und wiederkehren, reduziert im Endeffekt den Stress. Ausgleich verschaffe ich mir durch Gehen und Laufen am liebsten im Wald oder am Berg.

Durch welchen Misserfolg sind Sie gereift?
Da gibt es den einen oder anderen: aufstehen, Krone richten, nachdenken, weitergehen.

Worauf achten Sie bei einer Bewerbung?
Auf die Qualifikation und Erfahrung in erster Linie. Es ist mir aber auch wichtig, dass man es in der Bewerbung auf den Punkt bringen kann.

Sind Sie für die Frauen-quote in Chefetagen?
Grundsätzlich bin ich nie für Zwang. In dieser Sache geht durch das bloße Commitment allein vielfach nichts weiter.

Zur Person

Susanne Maurer-Aldrian, Geschäftsleitung
SOS-Kinderdorf, Region Süd - Burgenland/Kärnten/Steiermark.
Stationen. Soziologiestudium an der Uni Wien und MBA für Gesundheitsmanagement an der Uni Klagenfurt, Management Pflegeheimgruppe, seit 2011 Geschäftsleitung bei SOS-Kinderdorf. Susanne Maurer-Aldrian ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Welches Buch empfehlen Sie?
Jetzt gerade lese ich: „Wir sind Chef“ von Hermann Arnold.

Was erzürnt Sie als Staatsbürgerin?
Politik hat sich verändert. Die Diskurse sind in der Mehrheit populistisch, auf die Pointe gerichtet, taktisch getrieben, nicht offen geführt, unsachlich. Da fehlt mir die Verantwortung der Politiker vor allem auf Landes- und Bundesebene für die Qualität des Diskurses und schon auch wirklich für die Menschen, Firmen etc. Das digitale Echo unterstützt das natürlich. Ich wäre dafür, die regionalpolitischen Ebenen zu stärken.

Was ist Ihr Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit?
Nachhaltigkeit in meinem Bereich heißt, dass Kinder, Jugendliche und Eltern die Erfahrung machen, selbstwirksam zu sein, dass sie selbst etwas Positiv bewegen können, ihr Leben gestalten können, unabhängig sind. Auf Mitarbeiterebene ist jeder Austausch, jede Fortbildung, jedes Learning nachhaltig. Ich versuche, solche Foren und Fortbildungen in hohem Ausmaß zu fördern.

Worauf kommt es an im Leben?
Auf die Familie - was auch immer jeder darunter versteht, auf die Freunde, auf die Liebe. Darauf, etwas zu gestalten, und auf das stetige Lernen.