Schauspielhaus Graz"Making a Great Gatsby" - ein Abend der theatralischen Unentschlossenheit

Ein etwas unentschlossener Abend: Das Grazer Schauspielhaus zeigt eine Bühnenfassung von F. Scott Fitzgeralds Klassiker "The Great Gatsby" als Melange aus analysierender Dekonstruktion, Künstlichkeit und klassischem Erzähltheater.

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Lisa Birke Balzer, Frieder Langenberger, Andri Schenardi in "Making a Great Gatsby" © Karrelly/Schauspielhaus
 

Anstatt eines schlossähnlichen Anwesens erblickt man auf der Bühne des Schauspielhauses nur eine Metallkonstruktion. Die Villa des Millionärs Jay Gatsby ist ein Gerippe, das über einem ausgelassenen Swimmingpool in die Höhe steigt. Davor, schön symbolhaft: ein „lustiges“ Maskottchen und eine abgehalfterte Mickey Mouse. Der schöne Schein ist bei „Making of Great Gatsby“ schon zu Beginn abgeworfen, Gebäude, Handlung und Figuren sind fragmentiert. Der arrogante Yale-Absolvent Nick Carraway (Frieder Langenberger), ein prädestinierter Wolf der Wall Street, wird Zeuge, wie sich das oberste eine Prozent der Gesellschaft in Champagner und Narzissmus suhlt, sich vergnügt und langweilt. Obwohl der Ennui schon längst in Verzweiflung umgeschlagen ist und man sich allmählich in einem Zustand der Selbstauflösung zu befinden scheint.

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