NewsOFFstyriaDer rote Teppich für das freie Theater ist ausgerollt

Es brodelt wieder in der freien Szene und das im besten Sinn. Das Festival newsOFFstyria bietet ab 14. September in Graz sechs Premieren an fünf Abenden.

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Lassen für "Pancha Tantra" ein Zirkuszelt aufstellen: Lena Westphal und Jula Zangger. © Julalena
 

Eine Marke wie der Vorgänger bestOFFstyria ist newsOFFstyria noch nicht, dabei hat das Premierenfestival der freien Szene allen Grund gesehen zu werden. Von 14. bis 18. September treten sechs Gruppen in ebenso vielen Premiere den Beweis an, wie vital die Szene ist. Insgesamt waren 26 Projekte eingereicht worden.

"Es geht quer durch die Stadt", beobachtet Peter Faßhuber, Theaterland Steiermark-Intendant, eine Tendenz in der freien Szene, auf klassische Theaterräume zu verzichten und für jede Produktion den korrespondierenden Spielort auszuwählen. Entsprechend sind unter den Aufführungsorten neben Kristallwerk, Theater im Keller, Volkshaus oder Theater am Lend auch eine aufgelassene Wohnung oder ein Zirkuszelt. Letzteres bespielt das Performanceduo Julalena, das erstmals auf eine klassische Vorlage setzt: Lena Westphal und Jula Zangger erarbeiten sich die altindische Geschichtensammlung "Pancha Tantra" (18. September).

Erstmals in Graz zu sehen ist die Wiener Performancegruppe Bum Bum Pieces, hinter der Simon Windisch und Nora Winkler stehen. "Alles, was ich habe" (16. September) über die identitätsbildende Funktion von Gegenständen ist eine Installation, oder wie Winkler es nennt: "ein riesiger Audiowahnsinn".

Die Rabtaldirndln verstädtern ihr "Betongold" (17. September) und übertragen ihre gleichnamige Land-Produktion für Graz. Die Gleichzeitigkeit mit der Gemeinderatswahl sei zufällig, betont das Theaterkollektiv. Zur Familienangelegenheit wird Ursula Grabers Lecture Performance "Mallorca a Estíra" (15. September): die Tänzerin entwickelte mit ihrer katalanischen Schwiegermutter eine "leicht, lustige, entspannende" (Graber) Auseinandersetzung mit der identitätsstiftenden Funktion von Dialekt und Sprache.

Auf kalkulierte Verständnisprobleme setzt auch Franz von Strolchen mit "Cables" (14. September) : Das Kabel wird zum Angelpunkt der internationalen Produktion, angesiedelt zwischen Theatertechnik, Beziehungen und Korruption.  Auf die Suche nach zukunftstauglichen Ritualen des Zusammenlebens, macht sich das Performanceduo "Navaridas & Deutinger" in "Stomach" (14. September). Für Festivalstimmung soll das Begleitprogramm sorgen: Unter anderem ein öffentliches Kaffeekränzchen mit den Festivaljuroren Angela Glechner und Julia Schreiner.

Mehr Informationen unter www.theaterland.at

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