Mezzanin Theater GrazRauskotzen statt sich ankotzen

Ein musikalischer Monolog bereitet das Thema Magersucht aus ungeschönter Sicht einer Bloggerin nicht nur für Jugendliche packend auf.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Nora Winkler im Theater im Bahnhof © Mezzanintheater
 

„Stirb Anna! Bleibt schlank, Schmetterlinge“, endet der Monolog „Pro An(n)a“ der polnischen Dramatikerin Marzena Rylko, mit dem Nora Winkler bei der Premiere des Mezzanin Theaters fesselte. So unmaskiert das Publikum nun wieder sein darf, so ungeschminkt drastisch wird unter präziser Regie von Martina Kolbinger-Reiner Leben und Leid einer Anorektikerin über die Rampe gebracht. Vom Wahn normativer Schlankheitsideale sowie harter Selbstkontrolle über Tricks zu Null-Diät und für Verschleierung vor der Außenwelt bis zu Lebensgefahr und Zwangsernährung im Krankenhaus reicht der unter die Haut gehende, traurige Bogen.

Perfekt verpackt als Blog für einen geradezu sektiererischen Zirkel und von Winkler auf der Bühne im Theater im Bahnhof immer wieder mit Posaune, Ukulele, Looper und Gesang lebhaft aufbereitet, macht die kluge Lektion (nicht nur) Jugendlichen (ab 13 Jahren) die Tragweite von „besser rauskotzen, als sich selbst ankotzen“ brennend bewusst.

„Pro An(n)a“. Von Marzena Rylko. 7. Juli, 19 Uhr, Theater im Bahnhof, Elisabethinergasse 27a, Graz. Karten: Tel. (0316) 76 36 20; mezzanintheater.at

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!