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Steirische KulturszeneAbsagen und hoffnungsvolles Verschieben im Lockdown

Durch die neuen Corona-Bestimmungen der Bundesregierung sind auch die steirischen Kulturveranstalter gezwungen, wieder einmal ihre Spielpläne anzupassen. Neue Formate und Streaming-Projekte sollen Zeiten des Schließens überbrücken.

"Ein bitterer Einschnitt für die Oper Graz": Intendantin Nora Schmid © Oliver Wolf
 

Oper Graz

Die Grazer Oper hat seit Wochen die Premieren von "Madama Butterfly" und "Die verkaufte Braut" fertig, ohne sie dem Publikum zeigen zu können. Nun wurden zwei Produktionen - "Der Fliegende Holländer" und das Ballett "Undine", die im Frühjahr auf dem Programm gestanden wären - vorläufig abgesagt und auf andere Saisonen verschoben, wie es zuvor schon mit der "Großherzogin von Gerolstein", dem Ballett "Rotkäppchen" und dem Familienmusical "Robin Hood" geschehen ist.

Die Verschiebungen seien ein "bitterer Einschnitt für die Oper Graz, den ich unglaublich bedaure, der nun aber aus verschiedenen Gründen nötig ist. So gibt es auf der einen Seite wirtschaftliche Aspekte, auf der anderen Seite verfügen wir bereits über ein vielfältiges, spielbereites Angebot", erklärte Intendantin Nora Schmid. "Parallel arbeiten wir bereits daran, die bislang für heuer abgesagten Produktionen in kommende Spielzeiten zu integrieren und hoffen natürlich, bis zum Sommer noch möglichst viele Vorstellungen für unser Publikum spielen zu können", sagt Schmid.

Schauspielhaus Graz

Im Schauspielhaus warten "Making a Great Gatsby" und "Das Licht im Kasten" von Elfriede Jelinek in den Startlöchern, außerdem einige Vorhaben in Haus Zwei und Haus Drei. Auf die nächste Saison verschoben wurde vorerst nichts, darüber soll erst im Laufe der Woche entschieden werden, hieß es aus dem Schauspielhaus. "Für die aktuellen Zeiten der geschlossenen Bühnen haben wir neben Streaming-Angeboten von ausgesuchten Theateraufführungen gänzlich neue digitale Formate entwickelt: Dazu gehört Lot Vekemans anregendes Stück 'Niemand wartet auf Dich' mit Gesprächsformaten seitens der Theaterpädagogik, um auch virtuelle Klassen zu lebendigen Diskussionsräumen werden zu lassen", schilderte Intendantin Iris Laufenberg.

Next Liberty

Das Kinder- und Jugendtheater Next Liberty hat sich entschlossen, "Pippi Langstrumpf" und "Iason" auf die nächste Spielzeit zu verschieben, "um den aktuellen Produktionen im Frühjahr noch eine entsprechende Bühne und dem Publikum ausreichend Gelegenheit geben zu können, den Theaterbesuch entsprechend verlässlich und im Voraus zu planen", wie es aus dem Theater hieß.

Universalmueum Joanneum

Im  Joanneum wird derzeit versucht, Ausstellungen wenn möglich zu verlängern. Manche Projekte müssen verschoben werden und sollen später im Jahr wie "Der große Tod" in der Alten Galerie oder in den nächsten Jahren wie "Body and Territory" stattfinden. Museums-Direktor Wolfgang Muchitsch: "Wir hoffen, dass es die Rahmenbedingungen der Pandemie ermöglichen werden, dass wir tatsächlich am 8. Februar eröffnen und damit auch unsere Programmplanung für 2021 einhalten können. Hinter den Kulissen laufen fristgerecht die umfangreichen Vorbereitungen auf die Steiermark Schau, der Höhepunkt dieses Jahres."

Musikverein für Steiermark

Im Musikverein mussten die Konzerte von Elīna Garanča und Piotr Beczała auf die nächste Saison verschoben werden, ebenso Beethovens "Missa Solemnis". Dieses Großwerk mit Chor und Orchester aufzuführen, sei in dieser Saison einfach nicht möglich, bedauerte Musikvereins-Chef Michael Nemeth. Er sei "sehr skeptisch, ob heuer überhaupt noch etwas stattfinden wird", arbeitet aber mit Hochdruck an der nächsten Saison. "Das Programm ist im Finale und wird am 7. April präsentiert, hoffentlich vor Publikum." Solange der Lockdown dauert, wird es einmal pro Monat einen Konzert-Stream gratis geben.

Orchester recreation

Auch die Konzerte des Orchesters recreation aus dem Hause styriarte finden teilweise als Stream statt. Intendant Mathis Huber sieht die Situation gelassen: "Soweit wie möglich halten wir unsere Künstler und Künstlerinnen sowie die Technik mit Produktionen ohne Live-Publikum in Tätigkeit, und bei der ersten Gelegenheit, unserem Publikum auch wieder analog zu begegnen, werden wir unsere Türen aufsperren. Wir würden uns freuen, wenn unser Psalm-Festival zu Ostern eine solche Gelegenheit wäre." Außerdem habe man "kein Problem mit der Vorstellung, unser Publikum vor unseren Veranstaltungen zu testen oder noch andere Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen", betonte Huber.

 

Kommentare (2)
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hermannsteinacher
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1
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ÖVP und Grüne

haben für Kultur nichts übrig.

gb355
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0
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na ja..

die haben für nix was übrig und die Angst ist ihnen
nach fast einem Jahr noch immer ins Gesicht geschrieben.
ABER KLAR: wer auf seinem monatlichen Lohnzettel nach wie vor
um € 20 000 stehen hat, kann leicht "zwar ängstlich" aber trotzdem "lachen"