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Fördergeld-DebatteNagl: "Es gibt auch die Freiheit, die Kunst zu kritisieren"

Nach dem Aufschrei aus der Grazer Kulturszene kontert jetzt Bürgermeister Siegfried Nagl.

VARIOUS SPORTS - Opening Raiffeisen Sportpark
Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) hat für die Fördergeld-Debatte nur bedingt Verständnis © GEPA pictures
 

Das Klima zwischen Kulturpolitik und Kulturszene ist in Graz derzeit angespannt wie schon lange nicht. Ein Brief der Ex-Kulturstadträte Lisa Rücker (Grüne) und Karl-Heinz Herper (SPÖ), die der FPÖ eine "Politik der Einschüchterung" vorwerfen, sorgte ebenso für Diskussionen wie die gemeinsame Wortmeldung der Intendanten von Oper, Schauspielhaus, Kunsthaus und Next Liberty. Die  „Vergabe von Fördergeldern" müsse "unabhängig von politischen Meinungsunterschieden“ erfolgen, betonen sie.

Jetzt kontert Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP). „Es muss eine Freiheit der Kunst geben“, stellt er klar, schickt dem aber hinterher: „Gleichzeitig muss es auch die Freiheit geben, Kunst zu kritisieren." Auslöser der Diskussion war der Dauerkonflikt zwischen FPÖ und dem Forum Stadtpark. Mittlerweile geht es um die Grundsatzfrage: Wie politisch darf Kunst sein?

Der Kulturbereich soll etwas Neues bringen, nicht nur Althergebrachtes bewahren und verteidigen.

Siegfried Nagl, Bürgermeister

Konkret geht es um ein Nachspiel zur Donnerstagsdemo gegen die ÖVP-FPÖ-Bundesregierung, zu der das Forum Stadtpark aktiv aufgerufen hat. In der Grazer schwarz-blauen Koalition war man irritiert über diese „parteipolitische Vorgehensweise“. FPÖ-Klubchef Armin Sippel wunderte sich, dass das Forum „gleichzeitig aber eine Erhöhung der jährlichen Förderung“ haben will. Das brachte Sippel den Vorwurf ein, politische Kritik mit Geldentzug bestrafen zu wollen.

Nagl verweist jetzt auf das Kulturjahr 2020, das mit fünf Millionen Euro dotiert ist. "Wir haben dieses Kulturjahr ausgerufen, um den Kulturbereich zu motivieren, Neues zu bringen - und nicht nur Althergebrachtes zu bewahren und zu verteidigen.“

Forum Stadtpark: Geplante Erhöhung kommt

Kulturstadtrat Günter Riegler (ÖVP) sprach zu Beginn von einer „Grenzüberschreitung“ durch das Forum, hat aber stets betont, an der Erhöhung der Förderung für das Forum (von 159.000 auf 163.000 Euro) festzuhalten. „In einer Demokratie akzeptiere ich aber, dass es unterschiedliche Meinungen gibt.“

Die FPÖ will sich vorerst nicht mehr an der Debatte beteiligen.

 

 

Kommentare (5)

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Berndheimo
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5
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Den Anschluss verpasst

Warum drückt sich denn jeder um das eigentliche Thema? Das Forum Stadtpark ist in die Jahre gekommen, die handelnden Personen sind Lichtjahre vom Glanz ihrer Vorgänger entfernt, der Laden liefert keine wirklichen kulturellen Impulse mehr und spielt auf Unterliga-Niveau. In bester Kultur-Lage der Stadt brauchen wir wieder das, was das Forum früher einmal war. Also Subventionen weg, Neustart und nicht das ewige, fade Links-Rechts-Theater. Ob dort dann ein Kaffeehaus drin ist oder nicht, ist sowas von egal!

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checker43
5
9
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Wo

hat S. die Kunst kritisiert? Er hat gedroht, dass Fördergeld abzudrehen, wenn das Forum nicht kuschen will. Dieses "Recht" stellt er also dem Recht auf Meinungsfreiheit entgegen? Eine unwürdige und erbärmliche Verteidigung.

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Mila9
9
6
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Genau lesen und dann kommentieren!

Der BGM hat weder gedroht das Fördergeld abzudrehen noch die Meinungsfreiheit der KünstlerInnen beschnitten. Weiters ist es schon so, dass wir die Politik gewählt haben, dass diese Entscheidungen treffen. Wo steht den geschrieben, dass das Forum Stadtpark erhalten werden muss? Wo steht den geschrieben, dass es einen Rechtsanspruch auf Kulturförderungen gibt? Don't touch - das hätte das Forum Stadtpark gerne. Welchen Beitrag leistet dieses Forum heute noch an einer lebendigen Kunst- und Kulturdebatte? Meiner Ansicht nach, keinen! Nur zu sagen, was sie alles nicht wollen, ist mir zu wenig. Kein Cafe zuzulassen, anstatt das Forum Stadtpark froh wäre, wenn jemand in deren Räumlichkeiten käme... Diese ständigen Drohungen seitens der Kulturinstitutionen sind entbehrlich und sind UNDEMOKRATISCH. Weil dann immer mit den Keulen der Meinungsfreiheit, Freiheit für Kunst und Kultur und zu guter letzt, dann alle die sich etwas getrauen zu sagen ins "rechte Eck" zu stellen... das ist kein guter Umgang miteinander und auch kein Vorbild für die Gesellschaft. Hier darf sich auch die Kunst- und Kulturszene einmal an der Nase nehmen.

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checker43
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Genau lesen

Das rate ich Ihnen an. Mit "er" ist "S." gemeint, wie wenige Wörter vorher zu lesen ist.

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SagServus
3
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Der BGM hat weder gedroht das Fördergeld abzudrehen noch die Meinungsfreiheit der KünstlerInnen beschnitten.

Wieso stellt er sich dann auf die Seite von Sippel?

Kritik an der Kunst ist sicher nicht, diesen bei Nichtgefallen mit der Kürzung von Fördergeldern zu drohen.

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