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Förderverträge der Stadt GrazMehr Geld für 76 Grazer Veranstalter

Mehr für die freie Szene: Die Stadt Graz hat künftig mehr Geld für mehrjährige Kulturförderverträge. Für einige gibt’s eine deutliche Steigerung.

Mehr Geld gibt es für Elevate, wo 2019 u. a. Deena Abdelwahed auftritt © KK/Elevate
 

Gute Nachrichten: Die Stadt Graz gibt künftig mehr Geld für die dreijährigen Kulturförderungen aus. Auf die 76 freien Grazer Kulturveranstalter, deren Anträge von Förderbeirat und Kulturstadtrat Günter Riegler für förderwürdig befunden wurden, werden von 2019 bis 2021 exakt 4.139.900 Millionen Euro pro Jahr verteilt; bisher waren es 3.885.300. In einem Jahr, auch das ist schon vereinbart, soll dann der Gemeinderat eine Vertragsverlängerung bis ins Wahljahr 2022 beschließen – die nächsten Mehrjahresförderungen werden dann also schon von der nächsten Stadtregierung ausgeschrieben. Gestern Abend wurde der Förderplan im Kulturausschuss vorgestellt, schon morgen könnte er im Gemeinderat beschlossen werden. Auch wenn Kulturstadtrat Riegler eher mit einem Dezembertermin rechnet, ist er „guten Mutes, dass wir dafür eine Mehrheit zusammenbringen.“

Auffälligste Veränderung: Für Institutionen wie die Kulturvermittlung Steiermark, den Musikverein, Schaumbad, Elevate gibt es deutlich mehr Geld, die Fördersummen von La Strada, Rabtal Dirndln, Die Brücke wurden sogar mehr als verdoppelt. Einigen wurden die Fördersummen gekürzt, für sieben Veranstalter gibt es keine Mehrjahresförderung mehr: Das Theater t’eig löst sich, wie berichtet auf, die Zeitschrift „Sterz“ hat kein Ansuchen gestellt, die IG Tanz das ihre zurückgezogen. Cuntra, next, Theater Schurz und höchst überraschend auch das p.p.c. wurden für nicht förderwürdig befunden, können aber um jährliche Projektförderungen ansuchen, betont Riegler, der besonders darauf hinweist, dass politisch aktive Einrichtungen wie das Forum Stadtpark nicht von Kürzungen betroffen sind: „Kein kritischer Kulturveranstalter muss sich in Graz vor politisch motivierten Sparmaßnahmen fürchten“, sagt der Kulturstadtrat. Mit künftig jährlich 163.000 (statt bisher 159.800) Euro sei etwa das Forum für die nächsten Jahre abgesichert. Ohne Kaffeehausbetrieb, „das werde ich dem Haus nicht aufzwingen“, aber mit mehr „breitenwirksamen Programmideen“.

Für den Großteil der Fördernehmer bleibt alles beim Gleichen, was nicht alle Sorgen löst. Der auf Theaterarbeit fokussierte Verein uniT etwa erhält wie bisher jährlich 74.800 Euro für Bühnenprojekte, Retzhofer Dramapreis und Schreibwerkstätten, die wesentlich zur Entdeckung von Autoren wie Ferdinand Schmalz, Natascha Gangl, Fiston Mwanza beigetragen haben. Gemeinsam mit dem Schauspielhaus aber wurde 2016 ein DramatikerInnenfestival initiiert, das sich in nur drei Jahren erstaunliches Renommee erspielt hat. Eine Aufstockung der Mehrjahresförderung brachte das nicht. „Dafür wird es aber Sonderförderungen geben“, verspricht Riegler.

Kulturstadtrat Günter Riegler: Bis 2022 soll es jährlich 4,14 Millionen Euro für die freie Grazer Szene geben Foto © Ballguide/Großschädl

Gewinner & Verlierer

Deutliche Zuwächse

Kulturvermittlung Steiermark: 230.000 Euro (bisher 200.000)
ARGE La Strada:
150.000 Euro (bisher 71.700).
Grazer Kunstverein:
111.400 Euro (bisher 106.100)
Musikverein:
100.000 Euro (bisher 90.400)
Atelierhaus Schaumbad:
80.000 Euro (bisher 46.100)
Das andere Theater:
74.000 Euro (bisher 69.300)
Festival Elevate:
60.000 Euro (bisher 51.000)
Follow the Rabbit:
30.800 Euro (bisher 21.000)
F.ACT: 13.000 Euro (erstmalig)

Deutliche Verluste

Keine Mehrjahresförderung der Stadt gibt es ab 2019 für die Fördernehmer Cuntra, IG Tanz Steiermark, Literaturzeitschrift „Sterz“, next, p.p.c., Theater Schurz und Theater t’eig, das seine Pforten schließt.
Theatermërz: 44.000 Euro
(bisher 46.000)
Theater Asou: 20.000 Euro
(bisher 24.600)
Kunstverein Baodo:
10.000 Euro (bisher 11.900)

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