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Abozyklus & mehrDie Neue Hofkapelle Graz auf Vier-Chancen-Tournee

Anlauf zur achten Saison: Was die Neue Hofkapelle Graz mit Toni Innauer zu tun hat und warum sie weit mehr bietet als eine schöne Vier-Chancen-Tournee.

Bereit für das Neujahrskonzert: Das Foto der Neuen Hofkapelle Graz ziert auch das NHG-Magazin © NHG/KNIEPEISS
 

Sie arbeiteten schon mit Schauspielern wie Hanna Schygulla und Johannes Silberschneider zusammen. Mit Theatermagier Adrian Schvarzstein, für turbulente Zirkuspoesien. Oder mit andalusischen Hengsten, für das Operncapriccio „La Margarita“ samt Pferdeballett bei der styriarte 2017 ...

„Ja, in den letzten Jahren haben wir unsere außermusikalischen Träume ausgelebt“, spricht Lucia Froihofer für ihre Musiker. Ihre achte Saison will die Neue Hofkapelle Graz diesmal aber ganz pur angehen – „seriös“, sagt die Maestra di cappella, aber mit einem Augenzwinkern, sodass man weiß: Für schöne Überraschungen ist das 2010 gegründete Ensemble natürlich nach wie vor gut.

Dazu muss man nur in die zweite Ausgabe des eleganten NHG-Magazins schauen. Darin befragt Gambist Georg Kroneis unter anderem Toni Innauer über die Zusammenhänge von Sport und Musik. „Wir Skispringer sind ganz und gar Solisten“, gesteht der frühere Olympiasieger und spätere Gitarrenfan.

Das zweisprachige Magazin ist Begleitheft für die vier Abokonzerte der Hofkapelle im Minoritensaal. Ob Innauer lieber zum Neujahrskonzert nach Graz als zum Neujahrsspringen nach Garmisch kommt, ist unbekannt. Auf jeden Fall am Start ist aber Leopold Mozart, um „mit Streichern, Bläsern und Säulengeläuth“ 2019 gebührend zu begrüßen (11. Jänner).

Geigerin Froihofer und Cembalist Michael Hell, die ja als Doppeldirektoren der Hofkapelle von der Kleinen Zeitung unter die „Grazer des Jahres 2018“ gewählt wurden, laden zum Auftakt ihrer Reihe mit Ausnahmetenor Daniel Johannsen zu Kantaten von Johann Sebastian Bach (23. November).

Für „L’Amante Segreto“ gesellen sich Arianna Savall und ihr Mann Petter Udland Johansen zur Originalklangtruppe. Die Sopranistin und Harfenistin und der Tenor und Geiger werden „Venedigs heimliche Liebschaften“ miterzählen, ob mit Orlando di Lasso etwas frivol oder mit Claudio Monteverdi sehr wehmütig (1. März).

Den Abschluss bildet Mozarts berühmtes Klarinettenkonzert, wobei Solist Ernst Schlader für die „Mezzosopran-Stimme mit den Klappen“ zur äußerst seltenen Bassettklarinette greift (10. Mai).

Der Hofkapelle ist diese „Vier-Chancen-Tournee“ im eigenen Zyklus freilich nicht genug und sie nimmt noch viele weitere Anläufe: Schon kommenden Sonntag stellt sie in der Lutherischen Stadtkirche Wien bei Händels Oratorium „Belshazzar“ das Orchester. Weiters engagiert ist man heuer noch in Bachs „Magnificat“ mit der cappella nova graz unter Otto Kargl (8. 12., Dom zu St. Pölten, 9. 12., Mariahilferkirche Graz). Und im nächsten Jahr stehen unter anderem Auftritte beim Osterfestival und bei „Voices of Spirit“ in Graz sowie bei den Musikfestspielen in Potsdam an.

Zudem realisiert man bis Mai ein ungewöhnliches CD-Projekt: Das Joanneum als Besitzer und das Kunstuni-Institut für Alte Musik haben ein extrem rares Cembalo aus dem Jahr 1755 wieder zum Leben erweckt: Das Instrument aus der Werkstatt Johann Leydeckers wurde aufwendig restauriert. Institutsleiter Michael Hell wird auf ihm und auf einer detailgetreuen Kopie sechs unveröffentlichte Cembalokonzerte steirischer Komponisten spielen, die zur Zeit Leydeckers lebten. Die Manuskripte stammen aus einer Sammlung von Joseph Bernhard Graf Attems und seiner musikbegeisterten Frau, die damals auf Schloss Dornau bei Pettau/Ptuj residierten.

Neue Hofkapelle Graz: Information, Karten und Abos zu den Saisonkonzerten: Tel. 0681 8157 9110. www.hofkapelle.at

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