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Kein Ende des LockdownsWie ist diese Kultur-Saison noch zu retten?

Wieder ist die Kulturszene um eine Hoffnung ärmer: Der Lockdown wird fortgesetzt. Lockerungen gibt es vorerst keine. Kulturschaffende über die Möglichkeiten, die Saison noch positiv zu beenden.

Kaum zu glauben, aber so waren Konzertbesuche früher
Kaum zu glauben, aber so waren Konzertbesuche früher © (c) Sabine Hoffmann
 

Keine Verschärfungen, aber auch keine Lockerungen. Der Corona-Gipfel der Regerung am Montag hat für die Kunst und Kulturszene keine Veränderungen gebracht: Kinos. Bühnen und Konzertsäle bleiben bis auf weiteres geschlossen. "Natürlich ändern wir unserer Pläne von Woche zu Woche", sagt Bernhard Rinner, als Geschäftsführer der Grazer Bühnen (Oper, Schauspielhaus, Neyt Liberty, Orpheum & Co.) Chef des größten steirischen Bühnenbetriebs, "aber langsam nähern wir uns der herausfordernden Frage: Ist eine Rumpfsaison von acht, sechs oder gar nur vier Wochen im Mai und Juni überhaupt noch sinnvoll?" Pro Haus sind derzeit vier bis fünf Produktionen fertig geprobt und wären in maximal zwei Wochen Vorbereitungszeit aufführungsreif:  "Nun müssen wir überlegen, ob wir damit die nächste Saison erweitern und ergänzen oder ob wir etwas davon streamen. Das wäre aber, wie wir wissen, nur ein tönernes Ersatzmodell." Absolute Publikums-Obergrenzen lehnt Rinner ab: "In einem Haus wie der Oper, das vor dem Lockdown wenigstens noch 650 Besucher zulassen durfte, vor nur 100 Personen spielen zu dürfen wäre ein Affront. Die Limits  müssen  wirtschaftlich vertretbar sein." Er hofft auf die im Herbst bewährten Präventionskonzepte.

Kommentare (1)
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zweigerl
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Adorno

"Zur Selbstverständlichkeit wurde, dass nichts, was die Kunst betrifft, mehr selbstverständlich ist, nicht einmal ihr Existenzrecht." Man hofft, dass die vor langer Zeit formulierte Diagnose des Kunsttheoretikers Adorno, die geschichtsphilosophisch gemeint war, sich nicht wegen einer Epidemie tatsächlich erfüllt. Andererseits zeigt jede Woche des eingefrorenen Kulturbetriebs, dass die reproduzierende Kunst mit hohem Publikumsanteil den Menschen am wenigsten abgeht. Die "wir möchten unbedingt ins Theater!"-Unterstellung der Kulturproduzenten, die diese Kunst gar als unverzichtbares "Lebensmittel" ausgeben, resultiert aus ihrem Geschäftsinteresse und dem sehr bourgeoisen Publikumsbedürfnis nach einem "Theaterbesuch". Es hat nur wenig mit der Funktion der Kunst in unserer Gesellschaft zu tun.