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91. OscarsDie große Frage: Gelingt Netlix mit "Roma" der große Triumph?

Die spannendste Frage der heutigen Gala lautet: Bekommt Netflix einen Oscar für "Roma" in der Königskategorie "Bester Film"? Und was bedeutet das?

Roma
Die Netflix-Produktion "Roma" könnte den Streamingdienst heute vergolden © AP
 

Der Weltraum-Thriller "Gravity" räumte vor fünf Jahren sieben Oscars ab, zwei davon - für Schnitt und Regie - gingen an Alfonso Cuaron. Der Mexikaner hatte das teure 3D-Spektakel mit dem Hollywood-Studio Warner Bros. gedreht. Sein Folgefilm, die preiswert gedrehte Familiengeschichte "Roma", geht am Sonntag mit zehn Nominierungen als Favorit ins Oscar-Rennen. Diesmal steht Netflix dahinter.

Wie viele Oscars räumt „Roma“ ab? Das ist die spannendste Frage der Oscar-Gala im Dolby Theatre in Los Angeles in dieser Nacht.
Alfonso Cuaróns Schwarz-Weiß-Film „Roma“, zehnfach nominiert, ist zum Kulturkampf in Hollywood geworden.

Der Streaming-Gigant schrieb schon mit den Nominierungen des Schwarz-Weiß-Films über eine mexikanische Hausangestellte in den 1970er Jahren Oscar-Geschichte: zum ersten Mal mischt eine Netflix-Eigenproduktion in der prestigeträchtigen Top-Sparte "Bester Film" mit. Damit ist die Plattform endgültig ein ernstzunehmender Rivale für das klassische Kino geworden.

Mit Blick auf die Oscars hat Netflix keine Kosten gescheut. 25 bis 35 Millionen Dollar soll das Unternehmen in eine aufwändige Werbekampagne investiert haben, berichtete die "New York Times". Es heuerte die langjährige Werbestrategin Lisa Taback an, die zuvor Werbefeldzüge für Studio-Hits wie "The King's Speech" und "Spotlight" führte.

Der Regisseur setzte 108 (!) Drehtage an, doppelt so viele wie üblich, zeigte Verleihern ein zehnminütiges Demovideo. Das Angebot vom Streamingdienst Netflix – 20 Millionen US-Dollar – war das höchste. Es kam zum Kuhhandel: Netflix bringt den Film exklusiv vor Streamingstart in einigen Kinos, qualifiziert sich so für das Oscar-Rennen und zeigt den Film dort, wo er hingehört: auf der Leinwand.

Es wäre ein Ritterschlag

Netflix sehnt sich seit Langem nach Anerkennung in der Filmbranche und pumpt Milliarden in Eigenproduktionen. Rund 80 Filme waren es im Vorjahr, das sind etwa doppelt so viele wie Warner Brothers – der größte Player der US-Filmbranche. Ein Oscar in einer der Königsdisziplinen „Bester Film“ oder „Beste Regie“ käme einem Ritterschlag gleich. Noch versuchen sich Festivals mit ihren Regelwerken zu wehren und das Kino als Kulturort zu retten. Bei „Roma“ spielten viele Betreiber nicht mit, auch die großen Ketten boykottierten den Film. In den USA lief der Film nur in 50 Kinos. Gewinnt „Roma“ als bester Film, werden die Spielregeln neu bestimmt.

Regisseur Martin Scorsese produzierte mit dem Streamingdienst seinen neuesten Film, den Mafia-Thriller "The Irishman" mit Robert De Niro und Al Pacino. Stars wie Meryl Streep, Sandra Bullock und Dwayne Johnson haben schon Projekte zugesagt.

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