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Keine US-Einreise

Komponist Klaus Lang: "Bin ziemlich schockiert"

Einreiseverbote in die USA brüskieren Zigtausende. Drei ratlose Opfer von Donald Trumps Dekret, darunter der Grazer Komponist Klaus Lang.

Der Grazer Komponist erhielt keine Bewilligung, in die USA einzureisen © KLZ/Kanizaj
 

Eigentlich sollte er jetzt in Los Angeles sein, um die Aufführung seiner „missa beati pauperes spiritu“ im Kulturzentrum „Art Store L. A.“ vorzubereiten. Doch am Tag vor dem Abflug erhielt Klaus Lang die Nachricht, dass er nicht in die USA einreisen darf.


„Diese Abweisung kam ohne Begründung“, erklärt der international erfolgreiche Komponist, Organist und Improvisationsmusiker, „ich bin aber überzeugt davon, dass der Grund darin liegt, dass ich vor vier Jahren im Iran war. Eine entsprechende Frage dazu war im ESTA-Antragsformular zu beantworten“.

Nach Teheran eingeladen


Lang war 2013 nach Teheran eingeladen, wo er beim Festival „Radical Tehran“ musizierte und bei einem von engagierten Privatleuten organisierten Symposion zum Thema ritualistische Musik einen Vortrag hielt, der mit dem nicht staatlichen „Jalal Sattari Award“ ausgezeichnet wurde. Übrigens eine Rede, „die einige Gedanken enthielt, die dem Fundamentalismus diametral entgegengesetzt waren“, wie der Kompositionsprofessor der Kunstuniversität Graz uns damals erklärte. „Abgesehen von der Ungeheuerlichkeit dieser Einschränkung der künstlerischen Beziehungen: Wochenlange Organisationsarbeiten in Los Angeles waren nun umsonst“, sagt der 45-Jährige. Zudem seien seine Flugtickets verfallen. „Ich bin jedenfalls ziemlich schockiert.“

Verschärfte Einreisebedingungen


Die vom neuen US-Präsidenten Donald Trump drastisch verschärften Einreisebedingungen treffen also nicht nur Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Staaten (siehe Kasten), sondern offenbar auch Menschen, die diese Länder nur bereisten. Auch Klaus Lang erfuhr bei Recherchen, dass nicht nur bei ihm mit einem Iran-Visum im Pass der Balken fiel. (Wir baten gestern die US-Botschaft Wien um eine Stellungnahme in der Causa Lang, erhielten aber noch keine Antwort.)
Zuletzt mehrten sich die Meldungen über ratlose Opfer von Trumps rigorosen Amtshandlungen. Aufsehen erregte zum Beispiel der Fall Samira Asgari: Die iranische Bioinformatikerin war laut NZZ trotz gültigen Visums erst in Frankfurt, dann in Zürich am Flug in die USA gehindert worden. Erst beim dritten Anlauf klappte es: Nach heftigem diplomatischen Tauziehen und Solidaritätswellen etlicher Universitäten kann die 30-jährige Harvard-Stipendiatin nun in Boston über die Genome ansteckender Kinderkrankheiten wie Tuberkulose forschen.

Einreisestopp

US-Präsident Donald Trump hatte als eine seiner ersten Amtshandlungen im Weißen Haus ein Dekret gegen die Bürger der Länder Irak, Iran, Libyen, Somalia, Syrien, Sudan und Jemen verhängt. Das temporäre Einreiseverbot für Menschen aus diesen überwiegend islamischen Ländern sowie für Flüchtlinge war jedoch von US-Bundesgerichten wenige Tage nach seinem Inkrafttreten zurück-
gewiesen worden und hat also derzeit keine Rechtswirkung. Trump hat allerdings schon angekündigt, in Kürze einen neuen Versuch für den Einreisestopp zu starten, „der juristisch nicht angreifbar ist“.


Eine unliebsame Erfahrung musste Dwight Yorke auf dem Flughafen von Doha in Katar machen: Weil sich der ehemalige Stürmerstar von Manchester United 2015 anlässlich eines Benefizspiels im Iran aufgehalten hatte, wurde der jetzige TV-Kommentator daran gehindert, ein Flugzeug nach Miami zu besteigen, von wo aus er in seine Heimat Tobago weiterreisen wollte. „Ich habe nicht glauben können, was passiert ist“, sagte der 45-Jährige zu britischen Medien. „Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich in den USA war. Ich liebe dieses Land, aber dennoch habe ich mich wie ein Verbrecher behandelt gefühlt.“

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Danke für Ihr Verständnis.

Gaskassier
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Einreiseverbot

Ich würde den Amerikanischen Präsidenten weltweit mit einem Einreisverbot belegen. Soll ruhig in seiner Festung bleiben.

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maschitz
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USA

Alle wirklich alle die nicht beruflich müssen sollen die USA meiden.Die Presse in den Staaten muss stärker auftreten.Aussperrung bei Presseveranstaltungen sollte dieser Typ zu spüren bekommen.
Ausnahme für blaue Politiker mit der Hoffnung das sie dort bleiben.

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Dreimallinks
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So

Damit it dann der Mythos 'Muslimen-Ban' auch aus der welt.

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patoclemente
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Vielleicht falsch informiert?!

In dem Fall müsste er durchs "lange" Visumverfahren. Kostet rund ein Zehnfaches der schnellen ESTA-Variante. Dabei wird erst ein langes Formular ausgefüllt, dazu ein eigens formatiertes Foto hochgeladen, anschließend ein Online-Account erstellt. Damit sucht man allerdings nur um ein Interview für ein Visum in der Botschaft in Wien an. Erst dort entscheiden die Zuständigen dann, ob man ein Visum erhält. Diese Verordnung ist allerdings schon seit 2010 oder 2011 in Kraft und hat mit Trump direkt gar nichts zu tun.
Was dann allerdings noch zu erwähnen wäre, weder das schnelle ESTA-Verfahren noch das von der Botschaft gewährte Visum sind eine Einreisegarantie. Der Einreisebeamte am Flughafen darf einen immer noch abweisen, sofern ihm ein Grund dafür erscheint.

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paulrandig
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Neinnein, das ist alles super!

Führende FPÖ Politiker bekennen ganz offen, dass sie solche rigorosen Maßnahmen befürworten und deren Urheber als fähigen Politiker immer mehr bewundern.
Die im Artikel genannten Fälle sind allesamt von der L-Presse erlogen.

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