TV-Tipp für den SonntagDie siebente Oscar-Nominierung für Glenn Close für TV-Nachtvögel

Glenn Close liefert eine fulminante Leistung im Ehedrama "Die Frau des Nobelpreisträgers": SWR, 23.20 Uhr.

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Die Frau des Nobelpreistraegers
Glenn Close (Joan Castleman) mit Jonathan Pryce (Joe Castleman) © SWR
 

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau, die ihm den Rücken frei hält. Aus dieser Redewendung hat der schwedische Regisseur Björn Runge einen Film gemacht. In "Die Frau des Nobelpreisträgers" erzählt er die Geschichte von Joan (Glenn Close) und Joe Castleman (Jonathan Pryce), einem in die Jahre gekommenen Intellektuellen-Ehepaar. Joe gilt als einer der bedeutendsten US-amerikanischen Gegenwartsliteraten und sonnt sich gerne - stets mit kokettierender Bescheidenheit - im Glanz der eigenen Bedeutung. Joan steht - stets mit dem Hauch eines Lächelns im Mundwinkel - gleichzeitig an seiner Seite und ein Stück hinter ihm.

Der Film setzt ein am Morgen eines großen Schicksalstages. Anruf aus Stockholm. Joe Castleman bekommt den - aus seiner Sicht hochverdienten - Literaturnobelpreis. Zusammen mit Joan und dem gemeinsamen Sohn David (Max Irons, Sohn von Jeremy), der ebenfalls Schriftsteller-Ambitionen hat, reist er zur Preisübergabe nach Schweden.

Die überragende Close und  Pryce harmonieren großartig als ambivalentes Ehepaar zwischen zunehmender Entfremdung und ganz tiefer Verbundenheit und großer Liebe. Nach und nach enthüllt der Film Fassade um Fassade, die das Ehepaar sich aufgebaut hat - bis nur noch der eigentliche Kern übrig bleibt und beide Protagonisten in einem völlig anderen Licht erscheinen. So gelingt eine zwar vordergründig leise, aber doch überaus grundlegende Abrechnung mit dem Patriarchat. Für Close war es die siebente Oscar-Nominierung. ORF 1 zeigt den Film übrigens am 13. September um 21.55 Uhr.
SWR, 23.20 Uhr.

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