Einst waren sie als großes, neues Blockbuster-Futter gedacht. Inzwischen tümpeln sie nur mehr im Mittelmaß oder am Abstellgleis Disney+ herum. Die Live-Action-Remake-Schiene der Animationsklassiker japst wie ein Fisch am Trockenen. Und Robert Zemeckis neuester Beitrag "Pinocchio" ist so uninspiriert, dass man gar nicht glauben möchte, dass dieser Film einmal fürs Kino gedacht war.

Die Story ist bekannt. Der einsame Uhrmacher Geppetto (Tom Hanks) wünscht sich, dass seine bubengleiche Marionette Pinocchio (Benjamin Evan Ainsworth) zum Leben erweckt wird. Die blaue Fee (Cynthia Erivo) erfüllt seinen Wunsch, doch nun muss Pinocchio auch noch lernen ein Gewissen zu haben, um einmal ein richtiger Junge sein zu können. Die Grille Jiminy Cricket (Joseph Gordon-Levitt) soll dabei helfen. Bösewichte wie Betrüger Honest John (Keegan-Michael Key), Gideon, Puppenspieler Stromboli (Giuseppe Battiston) oder der Kutscher (Luke Evans) führen ihn jedoch in Versuchung.

Das Ganze entpuppt sich war nicht als zweiter Uncanny Valley, also die Realität auf zu schreckhafte Weise imitierender "Der Polarexpres"“ für Zemeckis, doch das liegt in erster Linie daran, dass die Technologie inzwischen so weit fortgeschritten ist. Denn im Kern ist "Pinocchio" ein kleiner Film, der wenig Wert auf reale, physische Sets legt, das Herz der Geschichte nicht versteht und hier nur sklavisch alle Déjà-vus des 50er-Jahre-Films abhakt. Ein absoluter Tiefpunkt des Genres, das sich nur mehr aufs Kopieren versteht. Da wirkt es fast prophetisch, dass alle Uhren in Geppettos Laden auf alte Disney-Charaktere oder seinen eigenen Hit "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" anspielen. Damals, als man Unterhaltung noch verstanden hatte. Zum Kuckuck nochmal.

"Pinocchio" ist auf Disney+ zu sehen.

Bewertung: ★ ☆ ☆ ☆ ☆ (1/5)