Die Vorstellungsrunde dürfte kurz ausfallen, wenn der neu konstituierte ORF-Publikumsrat in einer Woche zum ersten Mal zusammentritt. Im 30-köpfigen, von Organisationen der Zivilgesellschaft bestellten Gremium, bleibt der Großteil aus der Vorperiode erhalten. Neu sind unter anderem Para-Triathlet Florian Brungraber und Umwelt-Rechtsanwältin Michaela Krömer. Nicht mehr Teil des Gremiums ist der steirische Caritas-Direktor Herbert Beiglböck, für ihn übernimmt Christoph Riedl (Caritas Diözese St. Pölten) die Vertretung der römisch-katholischen Kirche.

Spannender als die Zusammensetzung des Publikumsrats ist jene des Stiftungsrats, der zwei Wochen später unter dem Vorsitz zusammentritt. Die Frage, wer diesen einnimmt, ist Anlass für Spekulationen: Laut schwarz-grünem Sideletter obliegt diese Wahl den Grünen. Falls der lange favorisierte Lothar Lockl für diese Funktion nicht zur Verfügung steht, wird Hildegard Aichberger, Vorstand der Oekostrom AG und früher Geschäftsführerin des WWF Österreich, als alternative Personalie im wichtigsten Entscheidungsgremium des ORF kolportiert.

Aichberger, bisher im Publikumsrat, ist ebenso neu im Stiftungsrat wie FPÖ Anwalt Niki Haas, der dem bisherigen Stiftungsratsvorsitzenden, Norbert Steger, nachfolgt. In den Bundesländern gibt es, wie berichtet, Personaländerungen in Tirol (neu: Stefan Kröll) und im Burgenland (neu: Christian Kolonovits). Die Kärntner Landesregierung entsendet erneut den Unternehmer Siegfried Neuschitzer, die steirische Landesregierung den Verfassungsjuristen Klaus Poier.

Keine Änderungen gibt es insgesamt an den Kräfteverhältnissen im Stiftungsrat: Die ÖVP behält die Mehrheit im Gremium, das unter anderem Direktoren bestellt und ORF-Budgets genehmigt.