383.000 Seher, das ist ein Flop für den ORF. Und das Wetter kann nicht als Ausrede herhalten. An der Entscheidung nach 22 Uhr, wer "Starmania 22" verlassen muss, waren immerhin durchschnittlich 421.000 Seher interessiert (Marktanteil 18 Prozent). Der Marktanteil in der Zielgruppe der 12- bis 29-jährigen Zuseher lag bei den Darbietungen bei 28 Prozent, bei der Entscheidung bei 33 Prozent. Melissa Naschenweng und Bernhard Speer hatten als Juroren kaum etwas zu sagen, im Laufe dieser Staffel sollen noch Lisa Bac, Julian le Play, Mathea und Leona König in Jury-Funktionen mitwirken.

Als die große Castingshow-Welle Anfang der 2000er-Jahre über das weltweite Fernsehen schwappte, konnte auch der ORF mit "Starmania" angesichts des Teletests regelmäßig jubeln. Oft wurde die magische Grenze von über einer Million Sehern übersprungen. Rund 20 Jahre später leidet die Quote nicht bloß unter der verbrannten Erde, die "Starmania 21" hinterlassen hat: eine Siegerin, von der man nach Show-Ende kaum mehr etwas hörte, ein nicht nachvollziehbares Jury-System von drei Juroren, die von der hauseigenen Küniglberger  "Unterhaltungsabteilung" selbst blindlings gecastet worden waren.

Nun denn: Die Quote von "Starmania" ist ein Jammer. Der ORF verweist freilich auf den Zuspruch in der jungen Zielgruppe der 12- bis 29-Jährigen (zuletzt mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent). Die muss der "junge Sender" der ORF-Flotte auch erreichen, um mit seinem stattlichen Budget auch überleben zu können.

Geht es nach der gesanglichen Leistung, kann es ohnehin nur einen Sieger geben: Stefan Eigner (22) aus Wien. Die Sicherheit bei jedem Ton schließt große Emotion nicht aus. Die Vergangenheit lehrt uns freilich, dass Zweit- oder Drittplatzierte danach den Zug zum Tor haben. Von
Stefan werden wir so oder so noch viel hören (wollen).

Starmania 22
Melissa Naschenweg, Arabella Kiesbauer, Lili Paul-Roncalli
© ORF