Südkoreanische Serie auf Netflix"The Silent Sea": Sci-Fi-Drama mit hoher Brisanz

Auf der Erde wird das Wasser knapp, also wird eine Truppe zum Mond geschickt, um eine mysteriöse Probe von einer aufgelassenen Raumstation zu holen. Klassisch gestricktes Sci-Fi-Mysterydrama mit hohem Spannungsgehalt und wichtigen gesellschaftspolitischen Fragen.

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Biotechnologin Doctor Song Ji-an (Bae Doona)
Biotechnologin Doctor Song Ji-an (Bae Doona) © Netflix
 

Unter all den Keksen und picksüßen weihnachtlichen Sissi-und-Sisi-Reminiszenzen ist die Serie "The Silent Sea" (Netflix) ein bisschen untergegangen. Keine Frage, der Stern von Bethlehem ist spektakulärer als unser Dauergast Mond. Aber es gilt die alte Devise von Bertolt Brecht: Die im Dunkeln sieht man nicht. Da fliegt also eine ausgewählte Truppe auf den Mond, um auf einer verlassenen Mondbasis nach diversen Proben zu suchen, die man bei der letzten Mission "vergessen" hat. Da klingelt es natürlich zumindest bei der Hälfte der Teilnehmer und Teilnehmerinnen, dass da eine Dauerschleife an Problemen auf sie zukommt.

Und wie immer in südkoreanischen Produktionen ist, ob Erde oder Mond, ob Squid Game oder Hellbound, eine ordentliche Portion Sozialkritik mit an Bord. Im aktuellen Fall ein mehr als spannendes Setting: Die Erde hat ein globales Wasserproblem. Nachschub gibt es nur in Rationen und nicht für alle – wer in der gesellschaftlichen Hierarchie ganz oben steht, verfügt über die Goldcard, der Rest muss gewaltig mit seinem Vorrat haushalten. Da dürfte die ominöse Probe wohl mit der Gesamtproblematik in Zusammenhang stehen.

Einmal mit Ach und Krach auf der Balhae-Station angekommen, mehren sich die Schwierigkeiten: Was ist vor fünf Jahren genau dort passiert, woran ist die Besatzung gestorben – gar an einem Virus? Wer schleicht in den Luftschächten herum und wer von der Crew verfolgt hier seine eigenen Interessen?

So oder so ähnlich kennt man das von vielen Sci-Fi-Mystery-Serien, aber "The Silent Sea" macht aus diesen Klassikern einen verdichteten Seriengenuss, der bis zu den letzten Folgen der achtteiligen Serie mit neuen Wendungen punktet. Mit Rückblenden führt man in die Vorgeschichten der einzelnen Hauptcharaktere ein, darunter die Biotechnologin Doctor Song Ji-an (Bae Doona), deren Schwester Jahre zuvor auf der gleichen Station ums Leben kam.

Eine gesellschaftspolitische Frage, die die gesamte Serie durchzieht, ist eigentlich ziemlich aktuell: Wie weit ist die Menschheit bereit, für das Wohl aller zu gehen? Wer entscheidet, wer argumentiert dagegen und wer lehnt sich aus welchen Gründen auf? Schon deshalb ist die Serie, deren Machart an sich eher sehr klassisch ist und mit wenig spektakulären Views punktet, spannend.

"The Silent Sea" auf Netflix

 

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