MedientagebuchVon Selbst- und Fremdbeschädigung

Wie sich der Falter mit einem billigen Schmäh so selbst beschädigen konnte, ist ein Rätsel. Aber das ist nicht alles.

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© Kanizaj
 

Das Problem an der Berichterstattung über Widerliches ist: Selbst wenn man es am liebsten ignorieren möchte und selbst wenn man es kritisch beleuchtet, man multipliziert das Widerliche.

So geschehen (auch durch uns) beim "Satire"-Bild des Falter über „Die heilige Familie“, über das mit dem Urteil von ORF-Mann Armin Wolf eigentlich alles gesagt ist: „Ich bin alsl Falter-Fan wirklich erstaunt, dass es in der Redaktion nicht genügend Leute gibt, die bei so was sagen: ,Das kann nicht euer Ernst sein. Wir machen hier keine Maturazeitung aus den 1980ern.’

Dennoch eine Ergänzung: Ich bin auch ein Falter-Fan der ersten Stunde. Aber wie sich ein wichtiges und seriöses Magazin für einen billigen Schmäh, der sicher noch teuer zu stehen kommt, mit einem Schlag so selbst beschädigen kann, ist ein Rätsel. Und wo blieb in dieser Sache Florian Klenk? „Chefredakteur des Jahres“ ist nicht nur ein Titel, sondern Verpflichtung. Auch sein unglückliches Agieren während des vorjährigen Attentats in der Wiener Innenstadt aus der Schreibstube heraus zeigte: Alle gestrigen Meriten nützen nichts und sind vergessen, wenn man heute Fehler macht.

Weit schlimmer noch als diese Selbstbeschädigung des Falter ist aber – gerade in Zeiten wie diesen, durch eine pubertäre Schenkelklopferei – die Beschädigung der gesamten Branche.
Schade, traurig, peinlich.

Kommentare (1)
kritiker47
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Lesenswert?

Die Beschädigung der ganzen Branche, Herrr Tschida ?

Wenn sich dies alle JournalistInnen in Österreich gefallen lassen, dass der Klenk ihr Bester ist, na dann gute Nacht für die Glaubwürdigkeit der Medien, oder nicht ?