Interview mit Erwin SteinhauerBewegendes Wiedersehen der "Single Bells"-Familie

Erwin Steinhauer (70) über die neue ORF-Doku zum Weihnachts-TV-Klassiker und Dauerbrenner „Single Bells“, für die er auch seine Filmtochter traf. Sie war bei den Dreharbeiten acht Jahre alt.

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Single Bells
Fulminante Besetzung: Thomas Beyrhofer (ganz hinten), Johanna von Koczian (rechts), Mariella Hahn, Mona Seefried, Inge Konradi, Erwin Steinhauer in "Single Bells" © ORF
 

Mit neu gedrehten Interviews mit den Hauptdarstellern der beiden Filmklassiker und Ausschnitten aus dem Archiv geht eine neue ORF-Doku zurück an den Anfang und lässt die Entstehungsgeschichte mit vielen Hoppalas noch einmal Revue passieren. Erwin Steinhauer traf auch Filmtochter Mariella, die mittlerweile 35 Jahre alt ist – und nicht Schauspielerin wurde.

Neben der x-ten Wiederholung von „Single Bells“ und der Fortsetzung gibt es eine funkelnagelneue Doku „Von Single Bells zum Palmenbaum“. Was erwartet uns da am 20. Dezember?
ERWIN STEINHAUER: Die Doku beginnt im Wiener Zuhause unseres Regisseurs und Kameramannes Xaver Schwarzenberger. Da wird zum Beispiel von der Suche nach Schnee, den Parallelen zwischen Fiktion und Realität und einem Taifun auf Mauritius, der die Dreharbeiten für Teil zwei sehr erschwerte, berichtet. Ich besuchte außerdem das Bauernhaus im oberösterreichischen Lasberg, in dem wir als Film-Familie Moor damals unser Unwesen trieben. Der damalige Vermieter ist jetzt Großbaumeister mit 800 Angestellten, der das Haus nach unserem Auszug total renovierte. War wohl notwendig, nachdem sich dort ein Filmteam niedergelassen hatte . . .

Es soll auch zu einer besonders berührenden Begegnung gekommen sein?
Ja, das Team und ich trafen meine zu „Single Bell“-Zeiten achtjährige Filmtochter, die damals Marielle Hahn hieß und heute den Namen Mariella Schaller trägt. Sie lebt nun in Gmunden, ist Allgemeinmedizinerin und hat drei Kindern. In Anspielung an eine berühmte Szene, in der sie sich übergeben musste, konnte ich mir die Bemerkung „Du warst die beste Speiberin vorm Christbaum“ nicht verhehlen. Da korrigierte sie mich: „Im Bild war aber deine Speibe!“ Ja, richtig! Weil es nicht gleich gelungen war, hat das Regisseur Xaver Schwarzenberger mit einem Schnitt gelöst. Ich musste ran. Die Speibe war übrigens Joghurt. . . Nun, das war auf jeden Fall ein sehr bewegendes Wiedersehen.

Am 30. Dezember wird im ORF dann eine neue Folge von „Die Toten von Salzburg“ gezeigt. Da heiraten Sie als Polizei-Hofrat einen René?
Nun, es war bisher ja schon immer recht suspekt, dass der Hofrat in so fortgeschrittenem Alter noch bei der Mutter wohnte. Bei ihrem Begräbnis treffe ich diesen gewissen René, und dann oute ich mich. Wir wollen anfangs gemeinsam Urlaub auf Hawaii machen, aber die „Toten von Salzburg“ lassen das leider nicht zu. Dieser Krimi wurde übrigens im Zuge der #meetoo-Debatte gedreht, und der ORF-Partner ZDF gab die Devise aus, mehr Frauen zu beschäftigen. Das merkt man nun an der Besetzung vieler Rollen in dieser Folge, die „Vergeltung“ heißt.

Zum TV-Klassiker

„Single Bells“ läuft am Montag, 13. 12., um 20.15 Uhr in ORF 1.
Eine Woche später zeigt ORF 1 „O Palmenbaum“, unmittelbar danach die neue Doku „Von Single Bells zum Palmenbaum“ (20. Dezember).
Gedreht wurde „Single Bells“ 1997 von Xaver Schwarzenberger, die Fortsetzung entstand im Jahr 2000.


Wie haben Sie die Lockdowns im Allgemeinen überstanden?
Generell war ich ganz gut unterwegs, doch zuletzt ist der Umsatz empfindlich zurückgegangen. Fad war mir aber nicht, ich habe – im Gegenteil – eine gewisse Erleichterung gespürt, als sich mein Terminkalender allmählich leerte. Schließlich bin ich ja auch schon Großvater und hatte mehr Zeit für die Familie. Und ich bin auch wieder zum Lesen gekommen.

Was zum Beispiel haben Sie gelesen?
„Ändert sich nichts, ändert sich alles“ von Katharina Rogenhofer und Florian Schneeberger. Ich hab’ jetzt gerade das erste Drittel hinter mir, und da werden ganz grausame Tatsachen beschrieben.

Mariella heute mit ihrem damaligen Film-Papa Foto © ORF

Kommentare (4)
AIRAM123
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Kult

ialiofen
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Mir gefällt es auch immer wieder

Und der Herr Steinhauer ist irgendwo so menschlich geblieben trotz seiner großen Erfolge.....

lieschenmueller
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20. Dezember - schon vorgemerkt

Endlich was, auf das man sich freuen kann in diesen Zeiten!

Single Bells gibt's zwar auch zum Nachschauen auf youtube - aber richtig Weihnachten ist es erst dann, wenn es im ORF jedes Jahr läuft.

Balrog206
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2
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Die

Kandidatin hat 100 Pkt 😉