TV-KritikNeuer "Tatort" aus Dortmund mit einem toten "Aufreißkünstler"

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Tatort
Peter Faber (Jörg Hartmann), Jan Pawlak (Rick Okon), Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger) und Polizist Paul Lohse (Jonas Friedrich Leonhardi); Böhnisch fehlt auf dem Foto © ORF
 

Gerne wird Stefanie Reinsperger ja für schwierige, komplexe Charaktere besetzt, ihre Rosa Herzog, die heute zum zweiten Mal am Tatort Dortmund dabei ist, entpuppt sich im Vergleich zu den Vorgesetzten und Teamkollegen in der neuntgrößten Stadt Deutschlands aber als echt einfach, gut gelaunt und pflegeleicht.

Bei diesem Team ist das freilich nicht schwer. Wobei Kommissar Peter Faber mittlerweile schon entspannter wirkt. Wurde auch Zeit nach fast zehn Jahren. Beim heutigen Fall „Masken“ lernt er die sogenannte „Pick-up-Artists“-Szene kennen (selbst ernannte "Aufreiß-Künstler"). Der Leader, ein Zahnarzt, der sich rühmt, rund 700 Frauen in zehn Jahren „gehabt“ zu haben, ruft in Seminaren die – wie er sagt – vom Feminismus völlig verunsicherten Männer dazu auf, endlich das idealisierte Frauenbild vom Sockel zu stoßen.

Womöglich hat dieses „Eroberungsseminar“ (früher sagte man noch Flirt-Seminar, klingt lieblicher), wo Mann lernt, dass „der Löwe frisst, wenn er Hunger hat“, mit der Ermordung eines jungen aufstrebenden Polizisten zu tun. Die Dicke-Hose-Sprüche könnten freilich auch eine falsche Fährte auslegen.
Dramaturgisch, filmisch und schauspielerisch jedenfalls eines der wenigen Highlights dieser „Tatort“-Saison – über Macht und Abhängigkeit, Nähe und Verletzungen. Überraschender Twist inklusive.
"Tatort: Masken": ORF 2 & ARD, 20.15 Uhr.

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