Auf Arte Dystopie-Serie "Anna": Kinder übernehmen die Macht

Dystopie mit Pandemie: Ein Virus, das nur die Erwachsenen tötet.

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Giulia Dragotto als Anna in der gleichnamigen Serie auf Arte
Giulia Dragotto als Anna in der gleichnamigen Serie auf Arte © Arte/Sky Italia
 

Kurz lässt sie vor Schreck die Taschenlampe fallen, es ist stockfinster. Ihr Atem geht schnell, das Adrenalin fährt hoch. Und jetzt lächelt sie – erleichtert, dass diese Person, die ihr gegenüber steht, eine Heiligenfigur ist. Nicht auszuschließen, dass Regisseur und Drehbuchautor Niccolò Ammaniti sich hier einen kleinen, feinen Scherz erlaubt hat. Immerhin war die Hauptdarstellerin seiner Erfolgsserie "Ein Wunder", eine weinende Marienstatue. Aber die 13-jährige Anna (Giulia Dragotto), die könnte hier jeden Beistand gebrauchen.
 
Hier auf Sizilien, wo sie mit ihrem kleinen Bruder Astor in einem abgeschiedenen Landhaus lebt. Zuvor hat eine Pandemie die Erwachsenen dahingerafft – die Serie wurde schon Monate vor Corona gedreht, die Romanvorlage stammt aus dem Jahr 2015. Nur die Kinder verschont sie, bis sie alt genug sind. Anna versucht ihren Bruder zu schützen und erzählt ihm Schauermärchen, um ihn innerhalb des eingezäunten Grundstückes zu halten: von monströsen Vögeln und anderen Grauslichkeiten. Keine Erwachsenen, keine Kinder, keine Tiere gäbe es außerhalb des Zaunes, wobei zumindest Letzteres nicht stimmt. Wahr ist vielmehr, dass sich die umher streunenden Kinder mehr wie die Tiere gebärden. Sie haben sich zu mordenden und marodierenden Banden zusammengeschlossen, die durch eine dystopische, menschenleere Stadt rennen. Palazzi, die einstigen Prunkbauten, sind jetzt bis oben hin zugemüllt. Computer, Autos, Geld – wen interessiert das? Das neue Gold sind Konservendosen. 

Regisseur Ammaniti setzt seine Protagonistinnen und Protagonisten in eine reale Dystopielandschaft, fernab von Science-Fiction: Er lässt wild gewordene Kinder durch Flure reiten und inszeniert szenisch ein packendes Wechselspiel aus tief poetischen Bildern und kindlicher Grausamkeit. Vor allem ist es die enorme Einsamkeit, die die Umgebung, aber auch die Darsteller durchdringt. Nicht zu vergessen: Das Kippen von kindlicher Unschuld in pure Gewalt, hochgejazzt durch eine nicht zu stoppende Gruppendynamik.

 

 

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Bodensee
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Lesenswert?

was für ein Schwachsinn.......

........ich habe mir diesen Psycho-Schrott nur 10 Minuten angesehen und danach zu einer Doku über Weinbergschnecken gewechselt!