MedientagebuchVom Lügen und Kämpfen

Warum auch die Lüge von der Wahrheit lebt und was wahre Zivilcourage ist.

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Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht“, wusste schon Mark Twain. Dabei gab es bei ihm weder Message Control noch Internet.

Was es mit dem Lügen so alles auf sich hat, konnte man am vergangenen Dienstag in „kreuz & quer“ erfahren. Deswegen: dringende TVthek-Empfehlung. In der erhellenden Dokumentation „Auch die Lüge lebt von Wahrheit“ von Karoline Thaler kommt unter anderem Michael Köhlmeier zu Wort, der ja Märchen, Mythen und Sagen liebt – also Textsorten, die wesentlich auch vom Lügen, Täuschen und So-tun-als-ob leben.

Und danach gleich dranbleiben für „Ihr Kampf – Irene Harand gegen Hitler“, Andreas Grubers Dokumentarfilm über die politische Aktivistin (1900 – 1970). In einem fiktional inszenierten Fernsehinterview in ihrem New Yorker Exil erzählt die Kämpfernatur – eindringlich verkörpert von Julia Stemberger – mit authentischen Zitaten, wie sie den Nazis Widerstand leistete. 1933 hatte die Wiener Katholikin aus gutbürgerlichem Hause mit dem jüdischen Anwalt Moriz Zalman die „Weltbewegung gegen Rassenhass und Menschennot“ gegründet. Und noch 1935 fand sie den Mut, auf Hitlers „Mein Kampf“ die Streitschrift „Sein Kampf“ als Antwort zu drucken.

Wer wissen will, was echte Zivilcourage ist, durch Harand erfährt er es.

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