Axel-Corti-PreisredeLou Lorenz-Dittlbacher: "Wir dürfen uns von Message Control nicht leiten lassen"

Viele ausgezeichnete TV-Macherinnen wurden beim 53. Fernsehpreis der Erwachsenenbildung geehrt. Der Axel-Corti-Preis ging an ZiB2-Anchorwoman Lou Lorenz-Dittlbacher.

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Sommergespraeche 2021
Lou Lorenz-Dittlbacher erhielt den Axel-Corti-Preis © ORF
 

Dass sie eine der profiliertesten Interviewerinnen des Landes ist, bewies Lou Lorenz-Dittlbacher zuletzt bei den ORF-Sommergesprächen. Gestern wurde die ZiB 2-Anchorwoman mit dem Axel-Corti-Preis ausgezeichnet. In ihrer Preisrede dankte sie zunächst ihren Eltern, die „meinen Widerspruch geduldet und gefördert haben“. Nur, so die 47-Jährige, wenn Axel Corti einst das Wort ergriff, hieß es zu Hause „Ruhe“.
Zur Tatsache, dass das Bundeskanzleramt beim letzten Sommergespräch mehr als zwei Stunden vor dem Interview mit Sebastian Kurz eine Aussage mit den angeblichen Inhalten des Interviews an die Presse verschickte und einzelne Medien diese ungeprüft und ohne das Interview gesehen zu haben, übernommen hätten, erstaunte sie. „Wir dürfen uns von Message Control nicht leiten lassen.“ Egal, von welcher Partei oder welchen Interessen diese komme. Auch wenn die Verlockungen in so einem kleinen, überschaubaren und verwobenen Land verlockend seien. Für sie als "Journalistin aus dem vorigen Jahrtausend" sei die Sorgfaltspflicht, also Re-Check und Double-Check unabdingbar. Als ORF-Journalistin habe sie „gute und weniger gute Zeiten“ erlebt. Aber: „Wir fühlen uns zu hundertprozentig den Österreicherinnen und Österreichern verpflichtet.“ Vom neuen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann wünsche sie sich, dass er sie und ihre Kollegenschaft die Arbeit machen lasse.

KK
Für die Okto-Reihe Perspektiven geehrt: Ivana Veznikova, Antina Zlatkova, Thomas Lindermayer © KK


Die 53. Preise für Erwachsenenbildung gingen davor an ausgezeichnete TV-Machende: Die Okto-Sendung „Gebärdensprache“ der inklusiven Reihe Perspektivenwechsel von Antina Zlatkova und Thomas Lindermayer wurde als bester Talk ausgezeichnet. „Die Grundidee war, Behinderung nicht als etwas Besonderes zu zeigen, sondern als menschliche Vielfalt“, sagte die im Rollstuhl sitzende Moderatorin Ivana Veznikova. Und: "Wir wollen zeigen, dass sie leben, lieben und leisten wie andere auch."

Dok 1
Für das TV-Experiment "Sind wir alle Rassisten?" ausgezeichnet: Lisa Gadenstätter Foto © ORF

Für das viel beachtete TV-Experiment der Reihe Dok.1. „Sind wir Rassisten?“ erhielt Lisa Gadenstätter den Preis in der Kategorie Dokumentation. Die neue Reihe „Fannys Friday“ vin Sendungsverantwortlicher Irina Oberguggenberger wurde als Wissensformat für die Jungen geehrt. "Für eine Generation, die angeblich nicht mehr das Fernsehen nutzt."

ORF 1 sagt ?Hallo Oesterreich? und laedt zu ?Fannys Friday?
"Fannys Friday" in der Kategorie bestes Sendeformat ausgezeichnet Foto © ORF

Und der Tiroler ORF-Landkrimi „Das Mädchen aus dem Bergsee“ von Mirjam Unger (Regie), Eva Testor (Buch, Kamera), Gabriele Kranzelbinder und Barbara Pichler (Produktion) sowie Klaus Lindschinger (ORF-Redaktion) erhielt den Preis als beste Fiktion. Der Film, hieß es in der Begründung, leiste einen wichtigen Beitrag für einen breiten öffentlichen Diskurs zum Thema sexueller Missbrauch in der Familie.

KK
Für den Tiroler Landkrimi geehrt: Gabriele Kranzelbinder, Eva Testor, Klaus Lintschinger © KK

Die gute Nachricht verriet die Kärntner Produzentin Kranzelbinder auch: Der Landkrimi wird fortgesetzt, nach einem Drehbuch von Eva Testor soll der Film mit gleichem Team nächsten Herbst gedreht werden.

Kommentare (7)
SoundofThunder
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Message Control ist weit verbreitet

Ungarn,Polen,Weißrussland,Russland,China,Nordkorea,Saudi Arabien,….. Lauter Demokratien😏. Und man muss nur Message Control ins Deutsche übersetzen. Und unsere Nachrichten Kontrolle sitzt im Bundeskanzleramt.

Vielgut1000
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Message Control hat es ja schon unter Kreisky gegeben.

Nan möge sich einmal die Aussagen der damaligen Politiker ansehen.

redniwo
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haben sie den Artikel gelesen?

da geht es nicht darum, dass es MC gibt, sondern darum dass die österreichischen Medien häufig 'ungschaut' Inhalte von Aussendungen übernehmen.
MC gibt es hoffentlich immer ; einzig die SPÖ scheint in den letzten Jahren ohne Nachdenken unterschiedlichste Inhalte zu plappern.
Also man sollte hoffen dass MC weiterhin von wichtigen Personen und Organisationen angewendet wird.

Hausschuh
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Linker als links

Jedes Interview von Lou zeigt, dass sie linker als links ist. Ihre Interviews sind einseitig ohne Maßen. Einer angeblichen Qualitaetsjournalistin unwürdig.

X22
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Stimmt, aus ganz rechter Sichtweise ist links soweit weg, dass man es linker als links (sprich die Mitte liegt ja schon links) sieht

das wäre für mich, die einzige Sichtweise um ihnen recht zu geben,

judohaus
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Aber

immerhin nennen sie die Dame beim Vornamen…..

Chri_66
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Aha!

Einwurf von rechts, oder wie?