Alles anders im ORFNeues ORF-Direktorenteam steht fest: Auch Ingrid Thurnher ist fix

Erhöhung des Frauenanteils von derzeit 50 auf 75 Prozent bei den zentralen Direktorenposten. Nur im Landesstudio Kärnten könnte es eine Überraschung geben. Der ORF-Stiftungsrat muss Roland Weißmanns neues Team am Donnerstag absegnen.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
ORF-III-Programmpraesentation 2020
Zwei künftige ORF-Direktorinnen: Ingrid Thurnher & Eva Schindlauer steigen von ORF III auf (Radio & Finanzen) © ORF
 

Am 16. September gegen 12 Uhr herrscht Klarheit, wer die vier zentralen Direktorenposten und neun Landesdirektorenposten im ORF ab 2022 besetzen wird. Laut Küniglberg-Insidern wird es bei den Verantwortlichen für Programm, Technik, Finanzen und Radio keine Überraschungen mehr geben. Als gesetzt gelten:
Stefanie Groiss-Horowitz (44), derzeit Chefin des Privatsenders Puls 4 und zuvor zwei Jahrzehnte lang Mitarbeiterin des ORF, für die Programmdirektion.
Ingrid Thurnher (59), erste ORF-Anchorwoman und als Chefredakteurin des Spartensenders ORF III innovativ, für die Radiodirektion.
Eva Schindlauer (39), gemeinsam mit Peter Schöber Geschäftsführerin von ORF III, übernimmt die Finanzen.
Harald Kräuter (51), der noch die ORF-Tochter GIS leitet, wechselt in die Technik-Direktion und löst dort nach zehn Jahren Michael Götzhaber ab. Somit wären alle vier Direktorenposten (Zechner, Götzhaber, Nadler, Eigensperger) neu besetzt.

Der gebürtige Klagenfurter Götzhaber (55) hat sich sowohl für die Technik-Direktion als auch für die Landesdirektion Kärnten beworben – und war dem Vernehmen nach nicht nur bei Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) vorstellig. Sieht doch das Prozedere im ORF-Gesetz vor der endgültigen Entscheidung ein „Anhörungsrecht“ der Landeshauptleute vor.

Klagenfurt wäre jedenfalls ein reiner Versorgungsposten; die amtierende Landesdirektorin Karin Bernhard (59), die nicht nur aufgrund ihrer hemdsärmeligen, resoluten Art – die Frauen oftmals nicht zugestanden wird – eine Erfolgsbilanz vorweisen kann und eine letzte Periode vor der Pensionierung anstrebt, würde eine Entscheidung für Götzhaber eiskalt erwischen. Und wäre auch für Peter Kaiser kein Renommee, da es bei der Besetzung des Landesstudios ja um Leistung und Kompetenz gehen sollte.

Das Landesstudio Steiermark bleibt in den bewährten Händen von Gerhard Koch. In Graz tat sich auch kein Gegner auf. Beim Landesstudio Wien, wo durch die Pensionierung von Brigitte Wolf (amtiert schon seit 2002) ein Wechsel ansteht, scheint sich Bürgermeister Michael Ludwig durchgesetzt zu haben: Sein Favorit Edgar Weinzettl, derzeit Ressortleiter Innenpolitik, macht den Platz nicht frei für Kathrin Zechner, die sich beworben hat (aber auch als Programmdirektorin).

Zum ORF-Stiftungsrat

Das oberste Aufsichtsorgan bestellt mit einfacher Mehrheit das neue ORF-Führungsteam ab 1. 1. 2022 (für fünf Jahre) unter dem designierten Generaldirektor Roland Weißmann.
Eines seiner Ziele lautete: mehr Frauen im Direktorenteam (vier zentrale Direktoren für Programm, Technik, Radio und Finanzen sowie neun Landesdirektoren).
Der in der Vergangenheit übliche Modus: Erst wird im Plenum (35 Köpfe) über das Direktoren-„Kleeblatt“ als Team abgestimmt, dann über das „Paket“ der Landesdirektoren.


Die Zukunft der gebürtigen Steirerin Zechner ist also ungewiss, verlieren will sie Weißmann aufgrund ihrer erfolgreichen Programmideen nicht. Mit Bernhard, Waltraud Langer (Salzburg) und Esther Mitterstieler (Tirol) gäbe es drei Landesdirektorinnen. Peter Schöber, der das "Juwel" ORF III leitet, soll sich letztendlich doch nicht für Wien beworben haben. Der bei seinen Redakteuren beliebte, umsichtige und quotenstarke Alexander Hofer bleibt Channelmanager von ORF 2 und Unterhaltungschef. Oder bekommt womöglich noch mehr Aufgaben.

Fazit: Wenn Weißmann also „sein Team“ am Donnerstag präsentiert, bedeutet das im weiteren Sinne: Da hat die Politik einmal mehr viel mitgeredet.

Karin Bernhard ist seit 2012 ORF-Landesdirektorin von Kärnten Foto © KK

ORF Geschaeftsfuehrung
Landesstudio Steiermark: Gerhard Koch stieg im Frühjahr 2019 vom Chefredakteur zum Landesdirektor auf Foto © ORF

Kommentare (12)
shaba88
0
0
Lesenswert?

kärnten

sorry, aber warum ist es für Kaiser kein Renommee Bernhard nicht mehr zu nehmen.... sie gehört ausgewechselt

goergXV
0
5
Lesenswert?

???

macht ENDLICH Schluß mit dieser unsäglichen Parteibuchwirtschaft !

beneathome
3
12
Lesenswert?

ORF ist wie die Kirche

unumgänglich, unumstößlich, allgegenwärtig, allmächtig, hemmungslos und teuer. Was bekommt man dafür. Werbung, billige Serien, Kultur und Promiverköstigungen, neues Direktorenteam mit neuen Bankkonten und alten Direktoren. Aber es wird alles anders, bestimmt!

wischi_waschi
6
4
Lesenswert?

ORF

Betrifft mich nicht, habe ORF schon länger nicht mehr.....
Einfach herrlich!

pescador
1
19
Lesenswert?

13

So viele Direktoren....

goergXV
0
5
Lesenswert?

???

und wer bezahlt diese 13 Direktoren ?
Natürlich wir mit unseren Gebühren und Steuergeldern (Presseförderung) !
Ein Wahnsinn was sich diese "geschützte Werkstatt" (ORF) alles leisten kann.

Mastermind73
0
0
Lesenswert?

einfach abmelden...

und ein "NoGis"-Gerät besorgen. Somit hat sich das Thema Gebühren erledigt (hab vor 3 Jahren gewechselt und keine Sekunde bereut) :-)

Wambacher
1
18
Lesenswert?

Pressemenschen wehrt euch....

....gegen politische Einmischung.
Pressefreiht? Unabhängige Berichterstattung? Alles nur mehr Worthülsen,

heri13
25
14
Lesenswert?

Na servas,

die kurz Truppe hat bestimmt ,wer was beim ORF wird.
Eine Schande für den ORF und unser Land.
Eine reine BANANENREPUBLIK .

Balrog206
0
1
Lesenswert?

Henry

Wenn wir eine bananenrepublik wären , dann wärst du Kanzler und Präsident😉

merch
11
22
Lesenswert?

...

Ja, es ist ja alles bei uns sooo furchtbar..... Immer dieses Gejammere...

heri13
6
1
Lesenswert?

Furchtbar ist zuwenig.

Bei uns regiert eine Nullnummer mit zweifelhaften einsagern das Land.